150 Mio. für Halbleiter-Fabrik

Im Beisein von Konzernspitze und Behörden aus Kanton und Stadt wurde in Lenzburg der Grundstein für die Erweiterung der ABB-Halbleiterproduktion gelegt. 150 Millionen Franken werden hier investiert, bis 250 neue Arbeitsplätze geschaffen.

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Fritz Thut

Halbleiter als Wachstumsmarkt

Wenn beim in Baden gegründeten ABB-Konzern von Halbleitern die Rede ist, geht es nicht um die mikrokleinen Rechenzentralen von Computern, Handys oder Waschmaschinen, sondern um so genannte Leistungshalbleiter für grosse Spannungen und Stromstärken.
Wie Jasmin Staiblin, die Vorsitzende der Geschäftsleitung von ABB Schweiz, an der Grundsteinlegung ausführte, werden diese Leistungshalbleiter hauptsächlich in den drei Bereichen Bahn, Industrie sowie Stromübertragung und -verteilung eingesetzt.
Gemäss Peter Leupp, Mitglied der Konzernleitung, glaubt man bei der ABB an die Zukunft dieses Geschäftsfeldes, vor allem weil man sich bei dieser exklusiven Technologie eine führende Position auf dem Weltmarkt erkämpft hat.
Die Steuerung von Elektrizität (letztlich sind Hochleistungshalbleiter simple Schalter) ist ein Geschäftsfeld, das mit der Forderung nach immer grösserer Energieeffizienz in den nächsten Jahren grosse Zuwachsraten verspricht. Weil in Lenzburg das entsprechende Wissen vorhanden ist, erfolge die Investition «zur richtigen Zeit und am richtigen Ort», so Leupp. (tf)

Gute Nachrichten aus der Wirtschaft sind momentan rar. Und so horcht man auf, wenn der weltweit tätige Energie- und Automationstechnikkonzern ABB im Lenzburger Industriequartier offiziell den Grundstein für einen 150 Millionen Franken teuren Erweiterungsbau für die Produktion von Leistungshalbleitern legt.

Bereits seit 30 Jahren produziert ABB in Lenzburg Halbleiter. Auch jetzt glaubt man an die Zukunft dieses Geschäftszweiges. Zwar wurden für die nötige Produktionserweiterung auch andere Standorte, auch in Billiglohnländern, in Erwägung gezogen, doch überwog das Argument, dass das Know-how vor Ort und die damit verbundenen Synergien wichtiger sind.

«Investition in schwieriger Zeit»

Der Entscheid für Lenzburg und damit für den Aargau weckte bei Regierungsrat Peter C. Beyeler positive Gefühle: «Es freut mich, dass die ABB gerade in dieser schwierigen Zeit investiert», betonte der Baudirektor den antizyklischen Charakter des Anlasses. Für Beyeler sind heute noch die gleichen Argumente für die Standortwahl entscheidend wie zur Gründerzeit der ABB-Vorläuferin BBC: Günstiges Bauland, ausgebildete Arbeitskräfte und gute Verkehrsanbindung. Die neue ABB-Fabrik ist für die Regierung besonders wichtig, da man «im Standort-Wettbewerb eine Leaderrolle» einzunehmen gedenke. Beyeler: «Starke ziehen andere an.»

Für Jasmin Staiblin, die Geschäftsleitungs-Vorsitzende von ABB Schweiz, war die Zusammenarbeit mit den kommunalen und kantonalen Stellen hier vorbildlich; für die «reibungslose und sehr schnelle Abwicklung des Baugesuchs» bedankte sie sich.

«Synonym für Qualität»

Lenzburg sei «ein weltweites Kompetenzzentrum für Leistungshalbleiter», unterstrich Peter Smits, Verwaltungsratspräsident von ABB Schweiz und Leiter Region Zentraleuropa, den Wert des Standortes. Bislang produzieren hier total 500 Personen in sterilen Reinräumen («ein Operationssaal wäre für uns zu schmutzig») Leistungshalbleiter.

Mit dem Neubau, der bereits in einem Jahr bezogen werden soll, kommen bis 250 Arbeitsplätze hinzu. Auf die Mitarbeiter lassen die ABB-Verantwortlichen nichts kommen: «Für uns ist der Standort Lenzburg ein Synonym für Qualität», so Smits.

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