Biel
Ziel der Batternberg-Stiftung: Menschen in die Arbeitswelt integrieren

Die private Stiftung Battenberg engagiert sich für Menschen mit einer Behinderung. «Das Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt» darzustellen, ist das Ziel der Stiftung. In Zukunft will sie ausserdem stärker mit der Wirtschaft zusammenarbeiten.

Bruno Utz
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Stiftungspräsident Jean-Daniel Pasche (Mitte), Vize Bruno Meister (r.) und Direktor Markus Gerber. uz

Stiftungspräsident Jean-Daniel Pasche (Mitte), Vize Bruno Meister (r.) und Direktor Markus Gerber. uz

Solothurner Zeitung

Der morgige 3. Dezember ist international den Menschen mit Behinderung gewidmet. Gestern informierten die Verantwortlichen der in diesem Bereich engagierten Stiftung Battenberg über ihre neue Strategie, die sie bis 2015 in Etappen umsetzen will. Das hauptsächlich in der beruflichen Bildung von körperlich oder psychisch behinderten Menschen tätige Zentrum will sich öffnen und sich zum «wirtschaftlich-sozialen Unternehmen» entwickeln.

«Menschen mit besonderen Bedürfnissen»

«Als private Stiftung wollen und müssen wir keinen Gewinn erwirtschaften, aber kostendeckend arbeiten und die Mittel für künftige Investitionen erarbeiten», erklärte «Battenberg»-Direktor Markus Gerber.

Das neue Geschäftsmodell basiert laut Stiftungsratspräsident Jean-Daniel Pasche auf drei Pfeilern. Die Angebote der beruflichen Förderung und Ausbildung für «Menschen mit besonderen Bedürfnissen» werden modulartig erweitert. So will das Zentrum das bereits bestehende Berufsspektrum nach und nach um 15 Angebote ergänzen. Bereits eingeführt wurde beispielsweise die zweijährige Berufsattest-Ausbildung «Uhrenarbeiter». Weitere neue Module betreffen etwa die Berufe Multimediaelektroniker, Logistiker, Hotelfachmann, Diätkoch oder PC-Supporter.

«Das Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt»

Um das Hauptziel zu erreichen, die berufliche Integration der Klienten, hat «Battenberg» die «Passerelle» geschaffen. «Ausbilden unterstützen, coachen ist das eine, wir wollen, dass die Leute möglichst rasch wieder arbeiten können», erklärt Bruno Meister, «das Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt».

Man beabsichtige verstärkt mit Firmen und Organisationen zusammenzuarbeiten, die bereit sind, Menschen zu integrieren, sagt der Vizepräsident der Stiftung. «Einfach ist das nicht», räumt Meister ein. Man versuche jedoch, die verschiedensten Netzwerke zu nutzen. Das sei mit ein Grund für ein Mitmachen beim Handels und Industrieverein und der Wirtschaftskammer Biel-Seeland. Es gelte unberechtigte Ängste abzubauen, dass mit einer Behinderung Beeinträchtigte neben dem Coaching noch zusätzlich begleitet werden müssten. Besonders gegenüber Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung sei Widerstand spürbar. «Die Leistungsfähigkeit dieser Menschen wird oft unterschätzt. Dabei ist ihr Potenzial grösser als ihnen zugebilligt wird», ergänzt Direktor Markus Gerber.

Neue Partner gewinnen

Als dritter Pfeiler der neuen Strategie wurde das vermehrte Ausführen von Kundenaufträgen genannt. «Dabei können unsere Klienten das erworbene schulische Wissen praktisch anwenden», sagt Pasche.

Die Stiftung biete keine geschützten Arbeitsplätze an. Laut Gerber erfolgt die Finanzierung auf der Basis der mit den Bundesamt für Sozialversicherung vereinbarten tariflichen Tagespauschalen. Derzeit sei die Invalidenversicherung die Hauptpartnerin der Stiftung. «Jetzt wollen wir neue Partner dazu gewinnen», so Pasche. Denkbar seien solche aus den Bereichen Medizin, Therapie, Gesundheit, Fitness und anderen.

Dabei könne man sich auf einen gut ausgebildeten Pool von rund 70 Mitarbeitenden stützen. Jean-Daniel Pasche dazu: «Sie bilden das Fundament und den wichtigsten Erfolgsfaktor für die künftige Weiterentwicklung.» Ein gewichtiger Vorteil sei auch die Zweisprachigkeit.

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