Ratgeber Gesundheit
Unsere Tochter isst kaum mehr!

Unsere 15-jährige Tochter hat seit einem Jahr Probleme mit dem Essen. Sie hat immer weniger gegessen und eine schwarze Liste geführt von Nahrungsmitteln, die sie nicht mehr essen kann. Die Hausärztin hat eine Magersucht diagnostiziert und eine tagesklinische Behandlung empfohlen. Auf was müssen wir als Eltern bei der Behandlung achten? Herr B. S. aus W.

Dr. Stephan Kupferschmid
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Gesundheit Aargau
Stephan Kupferschmid Chefarzt und Bereichsleiter Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie PDAG

Stephan Kupferschmid Chefarzt und Bereichsleiter Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie PDAG

Gesundheit Aargau

Die bei Ihrer Tochter festgestellte Essstörung ist im Jugendalter nicht selten. Die Magersucht ist gekennzeichnet durch eine starke Gewichtsabnahme, aktive Massnahmen zur Regulation des Gewichtes und ein auffälliges Essverhalten. Häufig bewerten die Betroffenen das Thema Figur und Gewicht sehr stark. Bei einem niedrigen Gewicht kann es auch zu körperlichen Folgeschäden wie z. B. Hormonstörungen kommen.

Zur Hausärztin zu gehen, war richtig. Es hilft den Betroffenen, wenn man die Essstörung zum Thema macht und versucht, für Beratungen und Therapien zu motivieren. Zentrale Punkte bei einer Therapie sind das Wiedererreichen eines gesunden Körpergewichts und die Normalisierung des Essverhaltens. Daneben sind auch das Bearbeiten des verzerrten Körperbildes und der Umgang mit den eigenen Gefühlen bei vielen Jugendlichen mit Essstörungen wichtig.

Diese Therapieschritte können durch eine ambulante Therapie, eine tagesklinische Behandlung oder durch einen stationären Aufenthalt erreicht werden. Häufig sind bei der Behandlung einer Essstörung verschiedene dieser Schritte notwendig. Bei der tagesklinischen Behandlung übernachten die Jugendlichen zu Hause und nehmen tagsüber an den therapeutischen Angeboten der Klinik teil. So ist der Bezug zum normalen Alltag besonders stark und neue Verhaltensweisen können zu Hause umgesetzt werden.

In der neuen Klinik für Kinder und Jugendliche auf dem Areal Königsfelden haben wir als Erste in der Schweiz eine kontinuierliche Fallführung durch unsere Psychotherapeuten etabliert. Das heisst, Jugendliche und ihre Familien werden während der stationären Behandlung von der gleichen Fachperson betreut wie später in der tagesklinischen Behandlungsphase. Das ermöglicht eine frühere Rückkehr in den Alltag und erleichtert den Weg zurück ins Leben. Informationen und Anmeldung

unter 056 462 20 10 oder

kj.zentrale@pdag.ch