Ratgeber Gesundheit
Schmerzhafte Wadenkrämpfe

Seit rund drei Jahren leide ich (59) an regelmässig wiederkehrenden, schmerzhaften und sehr lange andauernden Wadenkrämpfen. Was ist der Grund und was kann ich tun? Herr C. L. aus S.

Andreas Thueler, Chefarzt Rheumatologie/Rehabilitation am KSB
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Gesundheit Aargau

Wadenkrämpfe sind sehr häufig. Die nächtlichen, kurz andauernden Wadenkrämpfe sind zwar schmerzhaft, aber meist harmlos. Die Ursache bleibt oft unklar. In der Schwangerschaft können sie vermehrt auftreten. Es gibt auch Erkrankungen, bei denen Muskelkrämpfe gehäuft vorkommen. Dazu gehören Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen sowie Erkrankungen an Blutgefässen; Erkrankungen der Nerven und Muskeln wie auch Diabetes mellitus. Medikamente, die den Flüssigkeitsund Elektrolythaushalt beeinflussen, können potenziell ebenfalls Wadenkrämpfe auslösen. Wenn jedoch ein Dauerschmerz besteht, gehen wir in der Regel nicht mehr von Muskelkrämpfen aus. Hier stellt sich die Frage, ob es sich nicht um einen Schaden / eine Erkrankung des Muskels, der Nerven oder der Gelenke/Knochen handelt. Gelegentlich können bei starken Krämpfen Muskelfaserrisse entstehen, die zu Einblutungen im Muskel führen und für sechs bis acht Wochen Dauerschmerzen verursachen können. Bei länger dauernden Schmerzen muss nach anderen Veränderungen im Bewegungsapparat gesucht werden. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die zu lokalen Muskel- oder Nervenschmerzen führen können. Häufige Ursachen sind Gelenkveränderungen wie Arthrosen oder Veränderungen an der Lendenwirbelsäule mit Druck auf Nerven, die ins Bein führen. Veränderungen an der Lendenwirbelsäule müssen nicht zwingend einen lokalen Kreuzschmerz auslösen. Besonders bei älteren Personen kommt es nicht selten zu Verengungen im Nervenkanal der Wirbelsäule. Typische Beschwerden sind dann ein- oder beidseitige Beinschmerzen, die bereits nach kurzen Gehstrecken auftreten können und beim Stehenbleiben und Hinsetzen wieder verschwinden. Für die Behandlung der Wadenkrämpfe mit unklarer Ursache gibt es keine allgemeingültigen Empfehlungen. Bei vielen hat sich Magnesium bewährt; andere profitieren von muskelentspannenden Medikamenten oder Chinin (z. B. in Tonic Water).