Langenthal
Mit 19 Millionen Franken zwei Häuser sanieren

19 Millionen Franken kosten die Gesamtsanierungen der Schulhäuser 1 und 4 im Schulzentrum Kreuzfeld. Mit diesen Begehren, geht der Gemeinderat in die Debatte im Stadtrat. Genehmigt dieser den Kredit, wird die Bevölkerung am 15. Mai darüber befinden.

Urs Byland
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Schulhaus Kreuzfeld 4 soll für zwölf Millionen Franken modernisiert werden. tg

Schulhaus Kreuzfeld 4 soll für zwölf Millionen Franken modernisiert werden. tg

Solothurner Zeitung

Langenthals Gemeinderat will die beiden Gebäude des Schulzentrums Kreuzfeld für 19 Millionen sanieren. Sieben Millionen sind fürs Schulhaus K1 und zwölf Millionen fürs Schulhaus K4 vorgesehen.

Vor anderthalb Jahren genehmigte der Stadtrat die Projektierungskredite für die Ausarbeitung eines Kostenvoranschlages der Gebäudesanierungen. Damals war neben den beiden Schulhäusern auch noch die Rede von den Räumlichkeiten der Oberaargauischen Musikschule. Das Projekt für die Musikschule wurde aber sistiert infolge offener Standortfragen. Diskutiert wird ein Umzug der Musikschule ins Silogebäude der Alten Mühle.

Aus den Unterlagen zur Stadtratsvorlage ist zudem ersichtlich, dass die Architekturarbeiten für beiden Sanierungsprojekte getrennt ausgeschrieben wurden und beide Male die Ducksch & Anliker Architekten AG den Zuschlag erhielt. Mit kleineren Anpassungen haben sich die vorberatenden Kommissionen positiv zu beiden Sanierungsprojekten geäussert.

Schulhaus K1 neu mit Lift

Das 1930 erstellte Schulhaus K1 ist mit seinen Kubaturen ein spezielles Gebäude, das im Bauinventar als erhaltenswertes Objekt aufgeführt wird. Das wird insbesondere bei der Bemalung des Gebäudes berücksichtigt werden. Grössere Eingriffe am Gebäude sind durch den Liftanbau zu erwarten, der das Gebäude rollstuhlgängig machen soll. Weiter wird eine Dämmung des Gebäudes einerseits den Energieverbrauch massiv reduzieren und andererseits auch zum Schallschutz beitragen.

Eingriffe sind durch den Einbau einer Lüftung zu erwarten, zudem soll die Abwartswohnung aufgehoben werden, damit zusätzliche Schulzimmer gebaut werden können. In den Pausenhallen wird pro Geschoss ein transparent gestalteter Gruppenraum entstehen. Dennoch werden, auch nach Abschluss der Sanierungsarbeiten im Schulgebäude K1 weiterhin zu wenige Gruppenräume vorhanden sein, schreiben die Autoren der Stadtratsvorlage.

Diese würden erst durch einen Neubau oder eine Erweiterung geschaffen werden können. Im Estrich soll neu die Haustechnik Platz finden. Die Räumlichkeiten werden alle mit den notwendigen EDV-Verkabelungen ausgestattet. Damit würden die entsprechenden Investitionsbeträge (420000 Franken) beim «ict»-Projekt wegfallen. Dieses muss noch einmal im Stadtrat diskutiert werden (wir berichteten).

Beinahe ein Jahr Bauzeit

Das Bauprogramm sieht sechs Bauetappen vor, wobei das Gebäude zuerst vertikal erschlossen und danach von oben nach unten saniert wird. Baubeginn ist im Juni 2012, wenn alle Bewilligungen vorhanden sind. Bauende ist für März 2013 geplant. Während der Sanierung beider Schulhäuser ist östlich der Schulhäuser K2 und K3 ein Provisorium mit Containern vorgesehen.

Die Finanzierung des Projektes soll mit eigenen Mitteln erfolgen. Von den Gesamtkosten von 7,1 Millionen Franken könnten 50000 Franken durch Bundesbeiträge (Dämmung der Gebäudehülle) finanziert werden.

Singsaal K4 erhält etwas Technik

Auch das Schulhaus K4 wird im Bauinventar als erhaltenswertes Objekt aufgeführt. Im Unterschied zum Schulhaus K1 hat das 1877 fertigt gestellte K4 bereits bedeutende Erweiterungen erfahren. 1930 erfolgt ein Anbau West, 1933 ein Anbau Ost und 1961 ein Anbau Westflügel. Auch bei diesem Schulhaus gilt: Sollte das Sanierungsprojekt genehmigt werden, entfällt beim verschobenen «ict»-Projekt der Investitionskredit für die Elektroinstallationen. Beim K4 wäre es ein Betrag von einer halben Million Franken.

Wie beim Schulhaus K1 bleibt die Art der Nutzung von Zimmern meistens dieselbe wie bisher. Die wichtigsten Massnahmen sind: Der nachträglich eingebaute Mittagsraum im Haupteingangsbereich wird zurückgebaut. Ein Aussenlift erschliesst das Haus mit Ausnahme des 3. Obergeschosses und der Sternwarte. Die Schüler erhalten Spind-Schränke. Im 2. Obergeschoss wird eine zusätzliche Behindertentoilette eingebaut. Der teilweise öffentlich genutzte Singsaal erhält eine minimale technische Grundausstattung. Natürlich erhält das Gebäude eine Wärmedämmung, eine neue Beleuchtung, eine neue Heizung und eine Lüftung. Zudem sind diverse weitere Massnahmen vorgesehen.

Stadt zahlt mit eigenem Geld

Das Terminprogramm sieht ein Start der Bauarbeiten im Juni 2013 vor. Die Sanierungsarbeiten, in
sieben Etappen gegliedert, dauern beim Schulhaus K4 zirka ein Jahr. Von den vorgesehenen Kosten von zwölf Millionen Franken übernimmt der Bund voraussichtlich 120000 Franken. Auch hier will die Stadt die Finanzierung der restlichen 11,88 Millionen Franken mit eigenen Mitteln bewerkstelligen.