Bannwil
Lösung für Abwasser-Verband soll nicht teurer werden

Die Abwasserreinigungsanlage ARA soll stillgelegt werden, weil sie den heutigen Anforderungen längst nicht mehr entspricht. Nun informierte der Abwasserverband Bannwil-Graben-Berken über die Zukunft.

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Interessierte informieren sich auf den Plänen nach dem Verlauf der Leitungen.

Interessierte informieren sich auf den Plänen nach dem Verlauf der Leitungen.

Irmgard Bayard

«Ich danke Ihnen für das Interesse an etwas, das man sonst runterspült und vergisst.» Mit diesen Worten begrüsste Hans Friedli, Präsident der ARA-Kommission Bannwil-Graben-Berken (Bagrabe) die rund 30 Personen, die sich über die Zukunft der Abwasserentsorgung informieren liessen. Denn die Ende 1975 in Betrieb genommene Abwasserreinigungsanlage ARA soll stillgelegt werden, weil sie den heutigen Anforderungen längst nicht mehr entspricht (az berichtete).

«Bereits 2007 hat sich die Kommission Gedanken über die Zukunft der ARA gemacht. Dabei wurde schnell klar, dass eine Sanierung rund drei Millionen Franken kosten würde. Das ist zu teuer», sagte Friedli. Also streckte die Kommission die Fühler aus. Für den Fremdanschluss blieben nach diversen Abklärungen noch zwei Partner übrig: die Zala (Zusammenschluss Abwasserregion Langetental) in Aarwangen und der GAWW (Gemeindeverband ARA Wangen-Wiedlisbach) in Wangen an der Aare.

Zala übernimmt kostenlos

«Bei der Zala würde der Verband Bagrabe zum Abwasservolumen zwei Prozent beitragen», so Friedli. «Beim GAWW wären es rund zehn Prozent.» In Wangen wäre eine sofortige Vollmitgliedschaft möglich, bei der Zala erst ab 2018. «Bis zu diesem Zeitpunkt ist dort keine Aktienspaltung erlaubt», begründete Friedli diesen Termin. Er machte keinen Hehl daraus, dass «sein Bauch» den GAWW favorisiert, weil dieser eine Verbrennung des Klärschlamms zur Wärmegewinnung vor Ort plant. «Die Zala führt ihren Schlamm immer noch nach Bern», sagte Friedli.

Ausschlaggebend für die Kommission und die Gemeinderäte, der drei Gemeinden, den Gemeindeversammlungen Mitte Jahr die Zala als Partner vorzuschlagen, waren schliesslich die Kosten. «Der GAWW verlangt von uns für die Übernahme der Leitungen und Sonderbauwerke 600 000 Franken, die Zala übernimmt sie gratis.» Die jährlich wiederkehrenden Kosten sind hingegen bei beiden Anbietern etwa gleich und werden sich voraussichtlich im Mittel von heute 163 000 Franken auf 130 000 Franken (über 25 Jahre gerechnet) leicht senken.

Keine Luxuslösung

Für die neu zu bauende Pumpstation auf dem ARA-Gelände rechnet Hans Friedli mit Kosten von etwas über einer Million Franken. 55 Prozent davon werden vom Kanton subventioniert, rund 300 000 Franken könnte aus dem Werterhaltungsfonds bezahlt werden. Friedli plädiert dafür, die ARA nicht völlig rückzubauen, sondern nur einzuzäunen. Einer der Gründe: Die WC-Anlagen sind bereits vorhanden und müssten somit nicht neu gebaut werden. «Zudem hätten wir so Platz für ein Depot.»

Die Frage aus dem Publikum, ob die Einwohner künftig mehr für das Abwasser bezahlen müssten, verneinte Friedli. «Die Kosten bleiben im heutigen Rahmen.» Genau seien sie allerdings noch nicht eruierbar. «Sie berechnen sich aus verschiedenen Faktoren und setzen sich in jeder Gemeinde anders zusammen.» Diese lägen im kantonalen Vergleich im Mittelfeld, beruhigte Reto Battaglia vom Amt für Wasser und Abfall (AWA). «Sie erhalten eine gute, aber keine Luxuslösung.»

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