Liestal
Kanton will Sporttag streichen: Nun wehren sich die Gymi-Schüler dagegen

Die Schüler wehren sich dagegen, den Sporttag am Gymnasium Liestal aus Spargründen zu streichen, wie es das Entlastungsprogramm der Baselbieter Regierung vorsieht. Nun wollen sie ein Alternativprogramm auf die Beine stellen.

Oliver Maurer
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Gemeinschaftsarbeit: Die Schülerorganisation vom Gymnasium Liestal wehrt sich gegen Sparmassnahmen des Kantons. Archiv

Gemeinschaftsarbeit: Die Schülerorganisation vom Gymnasium Liestal wehrt sich gegen Sparmassnahmen des Kantons. Archiv

Vor zwei Wochen wurde klar: Der Sporttag am Gymnasium Liestal wird im Rahmen des Entlastungspaketes weggespart. Jetzt machen die betroffenen Schüler ihrem Ärger Luft: «Wir akzeptieren nicht, dass die Lehrer auf Druck der Regierung zu solchen Mitteln greifen müssen», schreibt die Schülerorganisation des Gymnasium Liestal (SO) in einer Medienmitteilung.

Weiter heisst es: «Dass es nun von der Regierung und gewissen Landräten heisst, so wäre diese Einsparung nicht gemeint gewesen, zeugt leider nicht von Weitsicht und Verständnis.»

Es gibt eine Alternative zum Sporttag

Vorstandsmitglied der SO Silvan Degen ist enttäuscht: «Der Sporttag ist uns wichtig.» Denn man habe die Möglichkeit, Schüler aus anderen Klassen kennenzulernen. Ausserdem mache die ganze Schule etwas gemeinsam. Deshalb nahmen die Schüler die Planung selbst in die Hand: «Die SO wollte tatsächlich die Organisation des kompletten Sporttages übernehmen», erzählt Martin Münch, Leiter der Fachschaft Sport.

Dies hätte aber die Möglichkeiten der SO bei weitem überschritten, nehmen doch rund 1000 Kinder und Jugendliche am Sommersporttag teil. Damit dieser aber nicht komplett ausfällt, hat die Schulleitung mit der SO ein Alternativprogramm ausgearbeitet. «Ich unterstützte es grundsätzlich sehr, wenn sich Schüler für ihre Sache einsetzen», sagt Rektor Thomas Rätz. So seien sie dem Wunsch der SO zum grossen Teil nachgekommen. Am Vormittag soll es Klassenausflüge und Wanderungen geben.

«Am Nachmittag organisieren wir eines freiwilliges Spielturnier», sagt Degen. Laut Rektor Rätz wäre im Gegensatz zu einem normalen Sommersporttag der Aufwand ziemlich klein. Trotzdem tragen die Schüler einen Teil zu den geforderten Entlastungsmöglichkeiten bei.

Andere Gymnasien müssen auch sparen

Die Sportlehrer haben sich zur Streichung des Sporttages entschieden, um damit einen Teil der 80 Lektionen pro Lehrer einzusparen, wie es das Entlastungspaket fordert. «Ich bin stolz, dass unsere Schüler derart aktiv und engagiert sind», sagt Rätz: «Es zeugt davon, dass ihnen der Sporttag am Herzen liegt.»

Lektionen einsparen müssen auch die anderen Gymnasien im Kanton. Am Gymnasium Münchenstein etwa wird deshalb in den nächsten drei Jahren mehr gearbeitet. «Wir haben lange diskutiert und sehen keine Einsparmöglichkeiten, ohne einen substanziellen Bildungsabbau», sagt Gabriel Hänggi, Rektor des Gymnasium Münchenstein. Denn es käme für die Lehrer nicht infrage, ergänzende Angebote wie Lager oder Schulreisen zu streichen. «Damit bestraft man nur die Schüler», sagt Hänggi.

Auch am Gymnasium Oberwil arbeiten die Lehrer mehr. «Ausserdem haben wir uns dazu entschlossen, in den nächsten drei Jahren auf unseren Schulentwicklungsschwerpunkt zu verzichten», erklärt Werner Baumann, Rektor am Gym Oberwil.