Aarwangen
Jetzt nimmt Aldi einen zweiten Anlauf

Nachdem das erste Projekt in der Anfangsphase gescheitert war, reichte nun der Grossverteiler Aldi ein Baugesuch für einen Lebensmittelladen an einem anderen Standort ein.

Irmgard Bayard
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Solothurner Zeitung

Nachdem das erste Projekt in der Anfangsphase gescheitert war, reichte nun der Grossverteiler Aldi ein Baugesuch für einen Lebensmittelladen an einem anderen Standort ein. Dieser befindet sich allerdings nur einige Meter vom ersten entfernt im Industriequartier Hard. Das Projekt wurde etwas abgespeckt. Die Unterlagen liegen in der Bauverwaltung auf.

Bereits am 9. September 2009 fand in der Aula in der Sonnhalde in Aarwangen ein Informationsanlass zum ersten Aldi-Projekt statt. Geplant war ein Laden mit 1689 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Zusätzliche 1536 Quadratmeter waren für Fremdnützer und Fahrzeugabstellplätze vorgesehen. Der Laden hätte im Industriequartier an der Bützbergstrasse gebaut werden sollen.

Viel Skepsis

Vorwiegend Anwohner waren vor zwei Jahren im Saal. Sie machten sich vor allem Sorgen in Bezug auf den Mehrverkehr. Von rund 1600 Personenwagen und zwei bis vier Lastwagenfahrten pro Tag war die Rede. Ebenso problematisch zeichneten die Anwohner die Ein- und Ausfahrt. «Wenn Aldi wirklich bauen will, so muss die Zufahrt vorgängig geregelt werden», war eine Forderung.

Christopher O’Neill, Leiter Filialentwicklung Aldi Suisse, zeigte sich dazu «grundsätzlich bereit» und betonte, «an einer guten Lösung interessiert» zu sein. Aufgrund der Probleme mit der Erschliessung musste Aldi die Abstimmung zur Überbauungsordnung (ÜO) «Erschliessung Oberhard» abwarten. «Falls die ÜO abgelehnt wird, suchen wir wohl in der Nähe einen anderen Bauplatz», sagte damals Sven Bradke, Sprecher der Aldi Suisse, darauf angesprochen.

Keine Geduld mehr

Die Überbauungsordnung wurde zwar an der Gemeindeversammlung vom 23. Juni 2010 angenommen, vom Kanton aber nur unter Vorbehalten genehmigt. Speziell was die Verkehrserschliessung anbelangt, seien «Anpassungen» nötig, hiess es von dieser Seite.

Aber Aldi wollte offenbar nicht mehr länger warten und sah sich wie angekündigt nach einem anderen Standort um, der besser zu erschliessen ist.

«Die Verkehrsführung wird wohl wieder ein Knackpunkt sein», sagt Stefan Janzi, Bauverwalter in Aarwangen. Das Baugesuch werde nun von der Gemeinde geprüft. «Ich gehe aber davon aus, dass es bewilligungsfähig ist», so Janzi.

«Die Verkehrsfragen sind Bestandteil einer Baueingabe», sagt dazu Sven Bradke. Wie genau die örtlichen Verhältnisse seien, wisse er aber leider nicht. Dafür beschreibt er das Baugesuch. «Es wurde mit einer Bruttogeschossfläche von 1608 Quadratmetern eingegeben. Davon werden knapp 500 Quadratmeter als Verkaufsfläche benutzt», erklärt er. «Der Rest sind eigene Lager- und Nebenräume.» Das Gebäude wird 5,6 Meter hoch, das Volumen umfasst etwas über 9000 Kubikmeter. Das sei die übliche Standardgrösse. Zudem sind 69 Park- und über 40 überdachte Veloplätze geplant. Die Investitionen belaufen sich auf rund 3,2 Millionen Franken. Gemäss Sven Bradke bietet Aldi etwa zehn Personen eine Arbeitsstelle.

Aldi ist optimistisch

Um das Gelände entsprechend nutzen zu können, werden ein altes Wohnhaus und die Nebengebäude an der Langenthalstrasse abgerissen. Bradke zeigt sich zuversichtlich, was die Bewilligung des Baugesuchs betrifft. «Wenn wir ein Gesuch einreichen, so sind wir immer optimistisch. Denn wir klären kritische Punkte jeweils vorher ab.» Er würde sich denn auch freuen, den Laden bald möglichst eröffnen zu können. «Dies hängt aber in erster Linie vom Bewilligungsverfahren ab», weiss Bradke und fügt an: «Sobald wir mit den Baggern auffahren dürfen, ist eine solche Filiale in einem halben Jahr fertiggestellt.»

Das Baugesuch liegt bis zum 7. November in der Bauverwaltung in Aarwangen auf.

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