Wangen an der Aare
Italienischer Charme am Oldtimertreffen in Wangen an der Aare

Die «Italiauto» geht am 6. Mai mit vielen Ferraris und einem Markt für regionale Produkte in die fünfte Runde. Der Oldtimer-Experte Urs Vogel organisiert das Treffen und zeigt seine Vorfreude.

Christoph Neuenschwander
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Oldtimer-Experte Urs Vogel (links) und Ivan Meyer, Reiseunternehmer, vor dem «Best of Show» des letztjährigen Oldtimertreffens Italiauto. zvg

Oldtimer-Experte Urs Vogel (links) und Ivan Meyer, Reiseunternehmer, vor dem «Best of Show» des letztjährigen Oldtimertreffens Italiauto. zvg

Im Autocenter Vogel in Wangen a/A wird fleissig gewerkelt und geschraubt. Auf dem Parkplatz und in der Garage stehen zahlreiche Oldtimer herum – manche auf Hochglanz poliert, andere quasi in Einzelteile zerlegt. Urs Vogel kommt aus der Werkstatt, an seinen Händen klebt noch etwas Karrenschmiere. Als er beginnt, von der nächsten «Italiauto» am 6. Mai 2012 zu erzählen, sind seine Begeisterung für alte Automobile und die Vorfreude auf die Veranstaltung deutlich zu spüren.

Zum fünften Mal organisiert der Oldtimer-Experte gemeinsam mit Reiseunternehmer Ivan Meyer das Treffen für italienische Klassiker und den dazugehörigen «Concorso d’Eleganza» im und ums Wanger Salzhaus. Heuer warten zwei ganz besondere Leckerbissen auf die Zuschauer: Erstens wird der Ferrari Owners’ Club Switzerland als Gastklub (je nach Wetter) mit etwa 40 Exemplaren der italienischen Kultmarke aufkreuzen, zweitens wird in diesem Jahr erstmals ein Markt mit 14 italienisch anmutenden Ständen das Treffen stimmungsvoll ergänzen.

Regional und selbst gemacht

«Wichtig ist uns dabei, dass auf dem Markt nur selbst gemachte Produkte von regionalen Herstellern angeboten werden», sagt Vogel. Zudem habe man darauf geachtet, dass vor allem Leute, die kein eigenes Geschäft haben, am Markt verkaufen können, ergänzt Ehefrau Sonja Vogel. So wird man an der fünften Italiauto nicht nur Karosserien und Motoren bestaunen, sondern auch Galloway-Trockenfleisch aus Attiswil, Bauernhofglace aus Berken, Bier aus Wangenried und preisgekrönten Ziegenkäse aus Wangen erwerben können.

«Was wir hier machen ist hauptsächlich Standortmarketing», sagt Urs Vogel (siehe auch Kontext). Ebenfalls mit von der Partie ist die Stiftung Schlossmatt, die Kerzen und Holzbündeli anbieten wird und auch sonst einen engen Bezug zum Autocenter hat: eine der betreuten Personen packt regelmässig in der Werkstatt mit an.

Publikum darf nun auch küren

Wegen des Marktes und der Anwesenheit des Ferrariklubs, der heuer sein 40. Jubiläum feiert, rechnet Vogel mit mehr Besuchern als sonst. Doch auch in den vergangenen Jahren war der Oldtimertreff im Städtli mit 1500 bis 2000 Besuchern aus der ganzen Schweiz nicht gerade eine kleine Veranstaltung. Rund 100 mindestens 30-jährige Autos sind (nebst den Fahrzeugen des Gastklubs) offiziell angemeldet und werden am Concours teilnehmen. Dazu kommen erfahrungsgemäss etwa 200 nicht angemeldete Young- und Oldtimer, denen (solange Vorrat) ein separater Parkplatz zugewiesen wird. Das erfordert einiges an Organisation.

«Nach dem letztjährigen Event hat eigentlich schon die Planung für den nächsten Event begonnen», erzählt Vogel. «Man will sich ja auch laufend verbessern und neue Ideen einfliessen lassen.» So wird heuer nebst dem Markt ein weiteres Novum präsentiert: der Publikumspreis. «Wir haben eine neunköpfige Jury, die aus 13 Kategorien jeweils ein Auto prämiert und zudem einen Wagen zum ‹Best of Show› kürt. Das sind absolute Profis, die ihre Wahl aufgrund eines grossen Hintergrundwissens treffen», erklärt Vogel. «Der eine oder andere Zuschauer wird sich aber wohl fragen: Wieso hat jetzt dieses Auto gewonnen, wenn daneben doch ein viel schöneres steht? Deshalb kann nun auch das Publikum per Talon über seinen Favoriten abstimmen und so einen Publikumspokal vergeben.»

Helfer gegen Verkehrschaos

Zurück zur Organisation: «Wir gestalten das Heft, in dem alle am Concours teilnehmenden Autos mit Bild aufgeführt sind, wir bereiten den Teilnehmerapéro, die italienisch ausgerichtete Gastronomie und neu die Marktstände vor», zählt Vogel auf. Und ungeheuer viel Arbeit sei mit der Verkehrsregelung verbunden. Denn während der «Italiauto» machen die offiziellen Teilnehmer und der Gastklub eine kurze Ausfahrt durch die Region, bei der im Städtli der Verkehr geregelt werden muss. Und zudem gilt es, den Besuchern Parkplätze zuzuweisen, um ein Chaos zu vermeiden. «Dafür stehen ungefähr 30 freiwillige Helfer im Einsatz», so Vogel.

«Das Ganze steht und fällt aber mit dem Wetter», sagt er und schmunzelt. «Das ist das einzige, das wir nicht organisieren können. Aber da wir in den vergangenen vier Jahren immer schönes Wetter hatten, gehen wir davon aus, dass Petrus wohl Ferrari-Fahrer war und uns auch heuer freundlich gesinnt sein wird.»

5. Italiauto: Sonntag, 6. Mai von 8 bis 16 Uhr, Salzhaus in Wangen a/A.

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