Niederbipp
In Niederbipp wird Kunst ohne Grenzen präsentiert

Im Räberstöckli ist derzeit eine Ausstellung von Menschen mit einem Handicap zu sehen. Im Atelier von Edith Zwahlen entstanden Bilder, die in Serviettentechnik zu Collagen arrangiert wurden. Auch Naturelemente wurden integriert.

Nicole Roth
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Claudia Egger, Präsidentin des Vereins Freizeit- und Bildungsklub Thal Gäu.

Claudia Egger, Präsidentin des Vereins Freizeit- und Bildungsklub Thal Gäu.

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Der Freizeit- und Bildungsklub Thal Gäu organisiert bereits zum dritten Mal eine Ausstellung im Räberstöckli. Zum Motto «Kunst ohne Grenzen» stellen verschiedene Mitglieder ihre Werke aus. «Alle freuen sich auf diese Weise ihre Arbeiten zu zeigen oder sogar zu verkaufen», sagt Claudia Egger, Präsidentin des besagten Vereins. Es sei eine gute Erfahrung für alle, die hier vertreten seien. Und auch die Anerkennung für jeden Einzelnen sei eine wichtige Sache.
Claudia Egger hatte vor ihrer Tätigkeit als Präsidentin schon lange einen guten Einblick in das Kursangebot des Freizeit- und Bildungsklubs, da sie selber auch Kurse angeboten hatte. Diese sind vielfältig: Töpfern, Malen, Basteln, aber auch eine Theatergruppe oder sportliche Anlässe stehen zur Auswahl. Zudem gewann der Verein im Jahr 2011 den Anerkennungspreis des Kanton Solothurn.
Tierskulpturen und Deko-Objekte

Auch Erika Narquez hat mit ihrem Töpfer-Kurs im Wohnheim der Vebo etliche begeistert, ihre Kreativität in Ton auszudrücken. «Ich leite diesen wöchentlichen Kurs schon lange und es gefällt mir sehr.» Von Jung bis alt seien alle vertreten, ergänzt sie weiter. So zieren nun Gefässe, Tierskulpturen und weitere Deko-Objekte das Stöckli und warten auf einen Käufer oder eine Käuferin, die sich in eines davon verliebt.

Im Atelier von Edith Zwahlen entstanden Bilder, die in Serviettentechnik zu Collagen arrangiert wurden. Auch Naturelemente wurden integriert, so sitzen zum Beispiel die Eulen elegant auf einem Ast mit kleinen Tannenzapfen. Oder man lässt sich von den Seidengrüssen inspirieren, von bemalten Seidentüchern hinter Glas. Samuel Zuber hat eine ganze Etage zur Verfügung bekommen. So kommen seine Bilder gut zur Geltung. Samuel Zuber ist kein Zeichner, er ist Maler, Autodidakt und Weltbürger. So beschreibt er sich. Er sei reich an Farben und sparsam in Worten.

Gemeinsames Werk

An einer Wand fallen einem auch die Filzstift- und Farbstiftzeichnung von Alex aus der Wohngruppe Rainhubel in Matzendorf auf. Sie erinnern an die Art Brut. So liess sich Alex auch von einem Ausflug zum Hundertwasser Haus inspirieren und brachte die Gedanken auf das Papier vom «Hüseliblock». Ohni Hüseli geit nüt, und mit Kugelschreiber einige Konturen dazu, das muss einfach sein.
Im Obergeschoss kommt man um ein Schmunzeln nicht herum. Schon bei den ersten Zeichnungen von Heidi aus der Sonnmatt Langenbruck zieht es einem unweigerlich die Mundwinkel hoch. Sie sprechen für sich, die kleinen Wesen, die Heidi zu Papier bringt. Und wohl verstanden, immer auf dem gleichen quadratischen Papier. Fantasiewesen, Fabeltiere, die einem mit ihrer Art sofort ins Herz schlüpfen. Und irgendwie spürt man, dass sich dahinter ein Mensch verbirgt, der etwas zum Ausdruck bringt, das ihn im Innersten bewegt. Wer Heidis Bilder betrachtet, der wird aufgemuntert und angeregt zum näher treten und stehen bleiben.
Im kleinen Spycher vom Räberstöckli begegnet man dem Meer-Monster. Viele fleissige Hände mussten hier wohl am Werk gewesen sein, denn die zahlreichen Metallplättchen fielen wohl nicht einfach so vom Himmel. Etliche Stunden Arbeit stecken in dieser fabulösen Gestalt und laden dazu ein, sich seinen Gedanken hinzugeben. Die imposante Kreatur wurde ebenfalls in der Sonnmatt Langenbruck zum Leben erweckt.
Vernissage: Freitag, 8. Juni, 19 Uhr; Öffnungszeiten: 9. bis 24. Juni, Samstag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr