Fussball
In Langenthal findet die grosse Revanche zu «Der Match» statt

Promis gegen Altstars spielten in der TV-Serie «Der Match» gegeneinander. Nun wollen Stefan Wolf, Thomas Bickel und Andy Egli eine Revanche - und zwar auf der Langenthaler Rankmatte.

Urs Byland
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Stefan Wolf, Andy Egli und Thomas Bickel (rechts) werden im Spiel gegen Baschi & Co. abräumen. uby

Stefan Wolf, Andy Egli und Thomas Bickel (rechts) werden im Spiel gegen Baschi & Co. abräumen. uby

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Stefan Wolf, Thomas Bickel und Andy Egli sind Namen, die Fussballerherzen höherschlagen lassen. Gestern versammelten sich die Drei zusammen mit Funktionären des FC Langenthal und berichteten von ihrem Vorhaben: einem Promispiel zwischen einem Team mit Schweizer Legenden und einem All-Star-Team mit Prominenten - quasi einer Revanche zu jenem Spiel, das als Finale der Fernsehserie «Der Match» im Schweizer TV Kultstatus errang.

Wie gerne wurde damals über die schwitzenden Promis geschmunzelt, die unter der Fuchtel des furchtsam gescheitelten Gilbert Gress am Ende keine Chance gegen die filigrane Technik der ehemaligen Schweizer Internationalen hatten.

Nun versuchen es die Prominenten, angeführt von Dauerläufer Baschi, Stürmer Renzo Blumenthal oder The Tank Werner Günthör erneut. Spielfeld ist die Rankmatte. Gespielt wird am Samstag 9. Juni um 16 Uhr. Vielleicht gelingt dieses Mal das Wunder. Denn verstärkt werden die Promis von echten Meistern, wenn auch nur in B-Format. Die Hockeyspieler Stefan Tschannen, Marc Eichmann und Noël Guyaz schnüren für einmal nicht Hockeystiefel, sondern Fussballschuhe.

Erstmals in eigener Regie

Es ist das erste Spiel, das Club Suisse 4 Football in eigener Regie durchführt. Der Verein vereinigt Alt-Internationale. Vizepräsident Andy Egli vermeldet 140 Mitglieder von 220 möglichen. Der Zweitjüngste hat Jahrgang 1980 und ist mit Remo Meyer in der Region kein Unbekannter. Der Älteste ist Thomas Preiss mit Jahrgang 1924, der Ende 40er-, Anfang 50er-Jahre zwei Länderspiele als Torhüter absolvierte. «Der erste Versuch von Club Suisse 4 Football soll eine Fortsetzung haben und zur Tradition werden», sagt der frühere Mittelfeldstar Thomas Bickel.

Bisher konnte man eine Vereinsauswahl, sozusagen eine Nationalmannschaft, einfach für ein Spiel buchen, für ein Vereinsjubiläum oder ein Galaspiel oder eine Klubhauseinweihung. Der aktuelle Spielplan (www.4football.ch) sieht beispielsweise morgen Samstag ein Spiel gegen eine Sarganserländer-Auswahl vor. Grund ist das 75-Jahr-Jubiläum des FC Sargans. Nach dem Spiel in Langenthal folgen Spiele gegen eine Jura-Auswahl zum 50-Jahr-Jubiläum des FC Lugnez-Damphreux, ein Spiel gegen den EHC Olten oder ein Spiel gegen den FC La Neuveville-Lamboing zur 700-Jahr-Feier der Stadt La Neuveville. Bisher hat Club Suisse 4 Football 13 Spiele ausgetragen.

Laut Statuten bezweckt der Verein den Austausch und Kontakt unter den Vereinsmitgliedern. Ein dynamischer Andy Egli, auch schon Trainer des FC Langenthal, stellt aber auf der Rankmatte klar: «In erster Linie wollen wir etwas dem Breitensport zurückgeben.» Da gehe es nicht darum, eine halbe Stunde vor dem Spiel aufzukreuzen und nach der Dusche wieder heimzugehen. «Nein, die ehemaligen Spieler der Nationalmannschaft reissen sich um die Jobs und bleiben auch länger im Festzelt sitzen.

Man kann mit ihnen ganz ungezwungen diskutieren. Sie machen das gerne.» Dann klopft er seinem Nachbarn, dem gertenschlanken Thomas Bickel, aufmunternd auf die Schulter, und holt sich ein unterstützendes «Ja, stimmt» ab. Unnahbar sei etwas anderes. Für die Tingeltour über die Schweizer Fussballfelder sind sich die «Cracks», wie Egli seine Kollegen nennt, nicht zu schade, im Gegenteil. «Wir haben es immer lustig und mussten für die Auswahl der Spieler einen speziellen Modus einführen.»

«Zuerst wollten wir in Zürich bei der Fifa spielen. Aber das wurde zu kompliziert», berichtet Egli, der Sekretär des Vereins. Dann standen noch Grenchen und Langenthal zur Auswahl. «Hier habe ich viele Kontakte, kenne das Umfeld und hatte schon wunderschöne Spiele vor vielen Zuschauern erlebt», sagt Andy Egli. Zudem liege Langenthal «im Zentrum der Schweiz», und der FC Langenthal sei von Beginn an mit Begeisterung dabei gewesen, begründet er die Wahl.

Egli ist seit Tagen in Langenthal unterwegs. «Klinken putzen» lautet die Sponsorensuche im Fachjargon. Und er hat Erfolg. «Unser Budget beträgt 40 000 Franken.» Damit die Rechnung stimmt, brauche es nicht mehr viele Zuschauer. Aber wer nicht kommt, verpasst an diesem Tag nicht nur das Spiel der Promis gegen die Legenden. Kinder bis 16 Jahre geniessen Gratiseintritt. Neben einem Festzelt wird auch ein Vergnügungspark mit Fussball-Spielen aufgebaut. Die an diesem Tag stattfindenden EM-Fussballspiele werden live übertragen. Und ein allfälliger Überschuss wird in einen Fonds gelegt, mit dem Defizitgarantien für die Breitensportanlässe des Vereins gesprochen werden.

Dann werden Präsentation und Notizblock weggelegt. Denn mit der Wahl von Martin Rueda zum YB-Trainer gab es gestern genug zum Fachsimpeln. Auch darin sind die Legenden Cracks.

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