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Hoffnung für Diabetiker?

Mit einer Magenbypass-Operation lässt sich nicht nur Übergewicht bekämpfen, sondern auch Diabetes günstig beeinflussen, wie erste Untersuchungen zeigen.

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Gesundheit Aargau

In der Viszeral-Chirurgie des Kantonsspitals Aarau werden jährlich rund 150 Adipositas-Patienten mittels bariatrischer Chirurgie behandelt. «Wegen des zunehmenden Übergewichts in der Bevölkerung ist der Magenbypass ein Eingriff, den wir immer häufiger vornehmen», sagt Chefarzt Walter R. Marti.

Diabetes Typ 2 beeinflussbar

Wie jetzt Untersuchungen zeigen und was auch Marti selber festgestellt hat: Mit einem Magenbypass kann Diabetes mellitus Typ 2 offensichtlich günstig beeinflusst werden. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse zwar Insulin, jedoch nicht genügend – respektive, der Körper kann es nicht mehr wirksam verwenden, um Blutzucker in Energie umzuwandeln, schreibt die Schweizerische Diabetesgesellschaft (www.diabetesgesellschaft.ch). «Bei rund 60 Prozent der Diabetes-Patienten, die einen Magenbypass erhalten, normalisieren sich nach der Operation die Blutwerte – sogar noch bevor das Gewicht relevant abgenommen hat», so Marti. Der Grund dafür ist bis heute nicht bekannt. «Man geht davon aus, dass hormonelle Umstellungen, die durch die Umleitung des Nahrungsbreis im Dünndarm entstehen, verantwortlich sind.»

Wichtig zu wissen: Während die Kosten für einen Magenbypass bei stark übergewichtigen Patienten von der Krankenkasse übernommen werden, ist dies bei Diabetes-Patienten mit einem BMI unter 35 kg/m2 bisher nicht der Fall. «Magenband ist out» Apropos: Wie häufig wird heute noch ein Magenband eingesetzt? Marti: «Praktisch gar nicht mehr. Bei uns im KSA ist es out».» Warum? Das Magenband werde oft schlecht vertragen, müsse gelockert oder sogar wieder entfernt werden. Zudem: «Fast immer nehmen die Personen danach rasch wieder an Gewicht zu.»