Rohrbach
Grosser Umbau: Aus einem Coop wird ein Volg und drei Wohnungen

In einem Jahr wird der Coop in Rohrbach umgebaut. Das Haus wird aufgestockt: Es entstehen drei Wohnungen. Dort wo bis an hin Coop hauste, wird 2013 ein neuer Volg seine Pforten öffnen.

Jürg Rettenmund
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In Rohrbach stehen bereits die Bauprofile.

In Rohrbach stehen bereits die Bauprofile.

Beim Coop-Laden in Rohrbach stehen Bauprofile. Es ist allerdings nicht der Grossverteiler, der dort bauen will, sondern Harry A. Licht aus Zürich, wie der Baupublikation im Anzeiger entnommen werden kann. Im Internet findet man diesen als Textilkaufmann. «Das war einmal», erklärt er am Telefon: «Wir waren die Nummer eins bei Brautkleidern in Europa.» Heute ist Licht im Ruhestand.

Vorbild für andere Dorfläden

Vor vier Jahren kaufte der Zürcher das einstöckige Ladenlokal in Rohrbach von Coop. Jetzt plant er eine Aufstockung: Auf dem bestehenden Erdgeschoss sollen ein zweites Geschoss mit zwei Wohnungen sowie ein Dachgeschoss mit einer weiteren Wohnung erstellt werden.

Im Erdgeschoss ist allerdings ebenfalls mehr als eine Pinselrenovation vorgesehen. «Wir planen einen sehr schönen Laden, der für andere Dorfläden zum Vorbild wird», erklärt der Besitzer. Er arbeitet dafür jedoch nicht mehr mit Coop zusammen, sondern mit Volg. «Wir planen auf der bestehenden Ladenfläche von 180 Quadratmetern einen komplett neuen Laden», bestätigt Reinhard Wolfensberger, Leiter Kommunikation von Volg. Einen entsprechenden Mietvertrag hat Volg mit Harry Licht ab 2013 abgeschlossen.

«Richtiger» Volg

Volg fasst damit wieder in Rohrbach Fuss, wo er bereits während rund zwei Jahren den Dorfladen beliefert hatte. Doch dieser musste ebenso schliessen, wie die beiden Metzgereien und Bäckereien im Dorf.

Der neue Laden wird allerdings mit dem Dorfladen nicht vergleichbar sein, wie Reinhard Wolfensberger betont: «Dort haben wir einen unabhängigen Detaillisten beliefert, der uns bloss eine Mindestablademenge abnehmen musste. Den neuen Laden werden wir selbst betreiben, gemäss unserem bewährten Konzept.» Das heisst, dass er auch die «Märkli» und die anderen Treueangebote sowie die Aktionen von Volg anbieten will.

Volg sei auf andere Ladenformate ausgerichtet als Coop, begründet Reinhard Wolfensberger seine Zuversicht, in Rohrbach erfolgreich sein zu können. «Wir bauen nicht auf der grünen Wiese, sondern möglichst mitten im Dorf. «Unser durchschnittlicher Laden hat eine Fläche von 170 Quadratmetern. Rohrbach wird also ein typischer Volg-Laden.»

Es ist denn auch nicht das erste Mal, dass Volg im Langetental einen Laden von Coop «erbt»: 2006 geschah das bereits in Lotzwil. Kürzlich wurden Pläne bekannt, dass die Landi Koppigen ihren neu gebauten Laden in Seeberg an Volg überträgt – inklusive Postagentur, die die Poststelle Grasswil ersetzt (az Langenthaler Tagblatt berichtete).

Bereits fünf Standorte

Volg ist ursprünglich ein Ostschweizer Unternehmen. Gemäss Reinhard Wolfensberger fasste die zur Fenaco-Gruppe gehörende Ladenkette in den 1990er Jahren mit einer Filiale in Mühlethurnen erstmals im Bernbiet Fuss. Einen entscheidenden Durchbruch brachte die Übernahme des Grossisten Usego im Jahr 2005, obschon viele Usego-Detaillisten damals zurückhaltend reagierten.

Anlässlich der letzten Bilanz-Medienkonferenz im Frühjahr 2011 zählte Volg bereits 50 Standorte im Kanton Bern. Fünf davon befinden sich im Oberaargau (Aarwangen, Eriswil, Huttwil, Lotzwil und Melchnau), drei in den angrenzenden Gebieten entlang der Emme (Aefligen, Koppigen, Wynigen).

«Aufstockung wird LAden nicht beeinträchtigen»

Seit vergangenem Mai betreibt Volg zudem in Oberbipp eine Verteilzentrale für Frischprodukte. 28 Millionen Franken wurden dort investiert, beliefert werden sämtliche Läden westlich des Baregg-Tunnels.

Bevor Volg den Laden in Rohrbach übernimmt, soll nun also auch dort gebaut werden. Dadurch sollen die Rohrbacherinnen und Rohrbacher beim Einkaufen aber möglichst wenig eingeschränkt werden. «Die Aufstockung wird den Laden nicht beeinträchtigen», verspricht Harry Licht. Der Mietvertrag mit Coop laufe denn auch noch bis Ende 2012. Weiter hofft er nur, «dass die Rohrbacher den neuen Laden dann auch möglichst rege benutzen».

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