Überbauung
Entwicklung des Wuhrquartiers abgeschlossen

Die Wohnungen sind fast alle vermietet oder verkauft – die Gewerbeflächen sind dagegen noch frei. Bereits die untere Marktgasse veränderte er das Stadtbild Langenthals massgebend.

Tobias Granwehr
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Hanspeter Bärtschi

«Eine Stadt ist nie fertig gebaut», sagte Architekt Kaspar Angst bei der offiziellen Einweihung der Überbauung Wuhr. Das scheint auch das Credo von Architekt und Unternehmer Stephan Anliker zu sein. Bereits mit der von ihm initiierten Überbauung Untere Marktgasse veränderte er das Stadtbild massgebend.

Das Gleiche gilt nun für die von der ABG baugroup realisierten Überbauung Wuhr. Und der Mitinhaber der Langenthaler Totalunternehmung, die zur Ducksch & Anliker Architekten AG gehört, hat noch nicht genug: Im Stadtzentrum gehört Anliker noch das Bütschli-Haus, das eines Tages ebenfalls einem Neubau weichen soll. Zudem plant Ducksch & Anliker über 100 Wohnungen in elf Häusern am Rankmattweg. Zur Einweihung der neuen Überbauung auf dem Wuhrareal sagte Anliker: «Es ist ein toller Stadtteil entstanden.» Dabei vergass er auch nicht, den neuen Wuhrplatz zu erwähnen. Dieser sei gut für die Überbauung. Das vorderste der fünf neuen Gebäude bildet nämlich den Abschluss des Platzes und die Trennung zum Parkplatz im hinteren Bereich des Areals. Die Stadt investiere in die Zukunft, sagte er lobend.

Suva als Investorin

Investiert hat nicht nur die Stadt, sondern auch die Unfallversicherung Suva. Diese kaufte nämlich einen grossen Teil der neuen Überbauung. Die Suva müsse jedes Jahr Rückstellungen bilden, sagte Franz Fischer vor den zahlreichen Gästen, unter denen sich auch viele Bewohner der neuen Überbauung befanden. 200 bis 300 Millionen Franken pro Jahr investiert die grösste Schweizer Unfallversicherung deshalb in Immobilien. Das Immobilienportfolio der Suva betrage etwa 400 Milliarden Franken, so der Bereichsleiter Portfoliomanagement. Die Vermietung der Wohnungen verlief äusserst zufriedenstellend: Nur noch zwei der 47 Mietwohnungen seien frei, teilten die Verantwortlichen der Suva und der ABG baugroup mit.

Architekt Kaspar Angst war vor über 20 Jahren an der Erarbeitung einer Überbauungsordnung (ÜO) beteiligt. Diese ebnete schliesslich den Weg zur Weiterentwicklung des Areals. Ziel sei gewesen, eine zentrumsnahe Stadtüberbauung zu realisieren. Bis auf eines seien alle in der ÜO vorgesehenen Vorhaben realisiert worden. Die Überbauung bilde somit den vorläufigen Abschluss der Quartierentwicklung.

Bald folgt das nächste Grossprojekt

Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) freute sich über die Einweihung der neuen Überbauung. Es sei für die Stadt eine Bereicherung. Langenthal sei dadurch urbaner geworden. Rufener erinnerte daran, dass die Stadt 20 Jahre lang fast gleich viele Einwohner hatte. In den vergangenen fünf Jahren seien dann etwa 1000 Einwohnerinnen und Einwohner dazu gekommen. Zudem hätten auch Investoren die Stadt entdeckt, sagte Rufener in Anspielung auf die Investition der Suva.

Noch nicht vermietet sind in der neuen Überbauung die Büro- und Ladenflächen von knapp 700 Quadratmeter. Das brauche etwas Zeit, erklärte Unternehmer Anliker. «Die ganze Gegend muss jetzt erst etwas belebt werden. Das ist schliesslich nicht die Bahnhofstrasse in Zürich.» Positiv sei jedoch, dass die Wohnungsvermietung und der Verkauf der zehn Eigentumswohnungen gut gelaufen seien. «Das spricht sich in der Immobilienszene herum.» Die Überbauung war das bisher grösste Projekt von Ducksch & Anliker in Langenthal. Noch grösser wird allerdings das nächste Projekt in der Rankmatte. Anliker möchte wenn möglich nächstes Jahr mit dem Bau beginnen. «Man weiss nie, wann sich die Konjunktur abschwächt.» Zurzeit laufen Verhandlungen mit der Implenia. Das Bauunternehmen hatte bereits die Baubewilligung für die Überbauung, zog sich allerdings zurück. Anliker will davon profitieren, was letztlich eine Frage des Preises sein dürfte.

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