Langenthal
Das «Mahnmal» findet keine Mehrheit

Die vom Aktionskomitee lancierte Statue hätte in der Bevölkerung kaum eine Chance. Das zeigt eine Umfrage. Die Gegner bilden da die stärkste Gruppe. Stattlich ist aber auch die Zahl derer, die in dieser Frage gespalten sind.

Felicitas Muralt
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Das «Mahnmal»

Das «Mahnmal»

Solothurner Zeitung

Das Thema Mahnmal wird in Langenthal und Umgebung heiss diskutiert. Die Minarett-Abstimmung vom letzten Jahr ist noch nicht vergessen. Aber, ob eine Statue das Richtige sei, um die Abstimmungsergebnisse in Erinnerung zu rufen, daran zweifeln die meisten Befragten. Viele erinnert die Statue an eine Kerze.

Insgesamt wurden 76 Personen befragt. 30 sind gegen das Mahnmal, 22 sind hin- und hergerissen und 24 Personen befürworten den Bau der Statue.

Die kerzenförmige Statue soll gemäss dem Aktionskomitee «Stopp Minarett» den Muslim daran mahnen, dass die Schweiz eine Demokratie ist und die Entscheidungen des Stimmvolkes zu respektieren seien. Gleichzeitig soll die Statue an die rund 200 Millionen Menschen erinnern, die vom Islam weltweit verfolgt würden. Das Modell wurde letzte Woche von Daniel Zingg, Sprecher Aktionskomitee, enthüllt.

Auch Standort umstritten

Auch bei der Standortfrage, vorgeschlagen wird der Kreisel Ringstrasse/Thunstettenstrasse, gingen die Meinungen auseinander. Die einen begrüssen die sieben Meter hohe Statue an einem Ort, an dem sie viele Menschen betrachten können. Andere finden, dass dadurch die Menschen angegriffen werden, die für das Minarett sind.

Der Glaube ist ein ebenso breites Thema. Einerseits soll sich der Islam in der Schweiz nicht verbreiten. Andererseits sind viele Leute der Meinung, dass jeder Mensch das Recht hat, seinen eigenen Glauben zu pflegen. Viele Befragte haben Bedenken gegenüber dem Islam. Es wir immer wieder erwähnt, dass Frauen diskriminiert und unter Druck gesetzt werden. Die Religion sei zu radikal. Auch ein Thema ist, dass in der Schweiz der islamische Glaube zwar akzeptiert werde, aber die Verbreitung, zum Beispiel mit Moscheen oder Minaretten, den Menschen zu denken gebe. Dennoch ist eine starke Mehrheit der Meinung, dass ein Mahnmal unnötig ist. (Mitarbeit: uby)

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