Langenthal
Bundesanwaltschaft kündigt Anklage gegen Sikh-Gönner an

Mehr als sechs Jahre nach Eröffnung des Verfahrens will die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen Langenthaler Geschäftsmann und Gönner der Sikh-Religionsgemeinschaft erheben. Sie bestätigte am Mittwoch entsprechende Angaben der «Berner Zeitung».

Drucken
Interreligiöser Sikh-Gottesdienst 2005 in Lotzwil bei Langenthal (Symbolbild)

Interreligiöser Sikh-Gottesdienst 2005 in Lotzwil bei Langenthal (Symbolbild)

Keystone

«Die wesentlichen Anklagepunkte werden vorderhand Betrug und betrügerischer Konkurs sein», erklärte eine Sprecherin. «Mehr kann im jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden.»

Der Mann verkaufte in der Schweiz Telefonkarten für günstiges Telefonieren ins Ausland. Die Bundesanwaltschaft nahm Ermittlungen auf, weil er auf Plakaten für seine Prepaid-Karten mehr Gesprächsminuten versprochen haben soll, als er tatsächlich verkaufte. Er hat die Vorwürfe stets bestritten.

Mit einer Beschwerde ans Bundesstrafgericht verlangte er einerseits, sämtliche Beschlagnahmen von sichergestellten Vermögenswerten aufzuheben. Anderseits wehrte er sich gegen die lange Dauer des Verfahrens.

Das Bundesstrafgericht wies die Beschwerden im September ab. Der Sikh-Gönner wandte sich danach ans Bundesgericht; ein Entscheid der Richter in Lausanne ist noch hängig.

Der Langenthaler ist einer der wichtigsten Gönner der Sikhs, einer Religionsgemeinschaft mit Wurzeln in Indien. Die Sikhs haben in Langenthal 2006 ihren ersten Tempel in der Schweiz eröffnet.

Aktuelle Nachrichten