Kantonale Abstimmung
Breite Allianz von links bis rechts gegen freie Schulwahl

Eine breite Allianz von links bis rechts bekämpft im Kanton Zürich die Volksinitiative «Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse». Die Initiative, über die am 17. Juni abgestimmt wird, sei «unehrlich, unbezahlbar, undurchführbar und unnötig».

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Das Volksbegehren will die freie Schulwahl für Schüler ab der vierten Klasse ermöglichen.

Das Volksbegehren will die freie Schulwahl für Schüler ab der vierten Klasse ermöglichen.

Chris Iseli

Bei der freien Schulwahl handle es sich um eine Mogelpackung, sagten Vertreter des «Komitees für unsere starke Volksschule» am Dienstag an einer Medienkonferenz in Zürich. Die freie Schulwahl stehe im Widerspruch zu den Bemühungen, die Bildung schweizweit zu harmonisieren, stellte FDP-Kantonsrat Beat Walti fest.

Es brauche zwar durchaus mehr Freiheiten und Flexibilität im Bildungssystem. Dafür seien aber Lösungen innerhalb der staatlichen Schule zu suchen statt das ganze System, das sich bewährt habe, auf den Kopf zu stellen.

Für eine starke Volksschule

Für Julia Gerber Ruegg, SP-Kantonsrätin und Präsidentin des Zürcher Gewerkschaftsbundes, führt die freie Schulwahl zu mehr Separation. Letztlich profitiere nur eine dünne Schicht von privilegierten Eltern, während die Bildungsqualität für alle verschlechtert werde.

Auch Martin Arnold, SVP-Katonsrat und Geschäftsführer des kantonalen Gewerbeverbandes, sprach der staatlichen Volksschule das Wort. Das duale Bildungssystem basiere auf einer starken Volksschule. Werde diese geschwächt, werde auch das duale Bildungssystem gefährdet.

Das «Komitee für unsere starke Volksschule» ist breit abgestützt. Darin vertreten sind SVP, SP, FDP, CVP, Grüne, EVP, BDP, GLP und AL, der Verband Zürcher Schulpräsidenten, der Verband der Schulleiter, der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband, der VPOD und die Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich.