Parkhotel Langenthal
Auch eine Beschwerde bremst Gasser nicht

Die Umnutzung der ehemaligen Tennishalle in Langenthal stockt. Das kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) muss über ein Beschwerde gegen die Umnutzung befinden. Trotzdem sind bereits weitere Neuerungen geplant.

Tobias Granwehr
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Die frühere Tennishalle beim Parkhotel Langenthal soll zur Eventhalle umfunktioniert werden. Der Entscheid liegt bei der kantonalen Baudirektion. tg

Die frühere Tennishalle beim Parkhotel Langenthal soll zur Eventhalle umfunktioniert werden. Der Entscheid liegt bei der kantonalen Baudirektion. tg

Solothurner Zeitung

Im vergangenen Jahr wurde das Parkhotel Langenthal an der Weststrasse auf Vordermann gebracht. Ein neues Restaurant wurde eröffnet, der Eingangsbereich saniert, ebenso die frühere Tennishalle. Diese wurde so umgestaltet und eingerichtet, dass Anlässe aller Art durchgeführt werden können. Doch genau da liegt momentan das Problem: Das Parkhotel reichte ein Baugesuch zur Umnutzung der Tennishalle in eine Eventhalle mit gesellschaftlicher, kultureller und sportlicher Nutzung ein. Dagegen gab es eine Einsprache. Im Oktober 2010 erteilte das Regierungsstatthalteramt Oberaargau dennoch die Bewilligung für die Umnutzung. Dieser Entscheid wurde vom Einsprecher an die nächste Instanz weitergezogen. Nun liegt der Fall bei der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE).

Heidi Wiestner, Leiterin des BVE-Rechtsamtes, sagt zum Fall Parkhotel Langenthal: Voraussichtlich Ende Februar werde ein Entscheid zum Beschwerdeverfahren fallen. Die Beschwerde richte sich explizit gegen die Umnutzung des Gebäudes zu einer Eventhalle. «Wir müssen entscheiden, ob dort Events durchgeführt werden dürfen oder nicht», sagt Wiestner. Weitere Details könne sie zu diesem laufenden Verfahren nicht nennen.

«Wir wollen zufriedene Mieter»

Einsprecher ist die Constivita-Immobilien-Anlagestiftung, die zur Personalvorsorge-Stiftung des Gastrounternehmens SV Group gehört. Die Anlagestiftung hat im Dreilinden an der Weststrasse das an das Hotel angrenzende Grundstück des Tennisclubs Langenthal erworben. Dort, wo früher die Tennisbälle flogen, will die Constivita Mehrfamilienhäuser bauen. «Bevor wir bauen, müssen wir abklären, ob ausgeschriebene Projekte in der Nachbarschaft rechtlich korrekt ablaufen», sagt Roland Küttel von der Constivita-Immobilien-Anlagestiftung zur Einsprache. Die Grundeigentümerin will spätere Lärmbelästigungen ihrer Mieterschaft durch Veranstaltungen in der Eventhalle verhindern. «Wie alle Vermieter möchten auch wir zufriedene Mieter haben, wenn unsere Häuser gebaut sind», sagt Küttel.

Hotelleiterin Alexandra Stierli nimmt das Beschwerdeverfahren gelassen. Im Moment könne sie nichts tun ausser abzuwarten, sagt Stierli. Sie hoffe, der Kanton urteile mit Vernunft und entscheide so wie bereits das Regierungsstatthalteramt. Das Parkhotel befindet sich seit 2007 im Besitz des Unternehmers Adrian Gasser, dem zahlreiche weitere Betriebe gehören, darunter das Race-Inn in Roggwil und weitere Gebäude auf dem Gugelmann-Areal.

Bis zum BVE-Entscheid kann das Parkhotel trotzdem Veranstaltungen durchführen. Sie könnten jeweils Einzelbewilligungen einholen, sagt die Hotelleiterin. So wie das unzählige Leute für andere öffentliche Anlässe tun. Stierli weist jedoch darauf hin, dass die frühere Tennishalle schon immer für öffentliche Anlässe genutzt worden sei. Seit bald 30 Jahren gebe es dort Feste, Autoausstellungen oder sonstige Veranstaltungen.

Nun werde die Halle einfach nicht mehr für Tennis genutzt, weil es keinen Bedarf mehr dafür gebe. Bezüglich Lärmbelästigungen in der Nachbarschaft zeigt Stierli ebenfalls kein Verständnis: «Es gibt in unserer Halle keine Discos oder Technopartys. Das entspricht nicht unserer Kundschaft.» Das Parkhotel sei ein Business- und Seminarhotel; die Eventhalle sei gedacht für Firmenanlässe, den kürzlich durchgeführten Silvesterball, das Weihnachtskonzert mit Jeff Turner oder ähnliche Veranstaltungen. «Wir richten uns nicht an ein junges Publikum. Dafür ist innerhalb unseres Betriebes das Gugelmann-Areal gedacht», so Stierli.

Gassers Plan: Kapazität verdoppeln

Von den rechtlichen Hindernissen lässt sich Gasser ohnehin nicht bremsen: Laut der Hotelleiterin sind bereits für diesen Sommer die nächsten Neuerungen im Parkhotel Langenthal geplant. «Wir wollen ein Baugesuch für eine Zimmerrenovation einreichen», sagt sie.

Dabei sollen die Fassade und die Fenster erneuert sowie die Isolation verbessert werden. Parallel dazu liefen auch die Arbeiten für die Änderung der Überbauungsordnung «Dreilinden», so Stierli. Dies ist nötig, weil Gasser sein Hotel aufstocken und von bisher knapp 40 auf knapp 80 Zimmer ausbauen will. Das dürfte aber noch ein langer Weg werden. Die Überbauungsordnung muss noch öffentlich aufgelegt werden. Danach braucht es die Zustimmung des Stadtrates und des Kantons.

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