Langenthal
Anlagestiftung plant 38 neue Wohnungen im Dreilinden

Wo an der Weststrasse einst Filzbälle übers Netz flogen, herrscht seit langem Totenstille. Eine Anlagestiftung plant auf dem ehemaligen Gelände des Tennisclubs Langenthal zwei Mehrfamilienhäuser. Jetzt liegt das Baugesuch öffentlich auf.

Tobias Granwehr
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Die Tennisplätze sollen Wohnungen weichen. Hier befände sich die Einfahrt zur Tiefgarage.

Die Tennisplätze sollen Wohnungen weichen. Hier befände sich die Einfahrt zur Tiefgarage.

tg

Die frühere Tennisanlage des Tennisclubs Langenthal (TCL) gehört mittlerweile einer Personalvorsorgestiftung und soll überbaut werden. Seit gestern liegt das entsprechende Baugesuch auf dem Stadtbauamt auf. Noch in bester Erinnerung ist die Suche des TCL nach einem Grundstück für eine neue Anlage. Das sorgte in der Stadt für viel Gesprächsstoff. Nachdem ein Projekt im Hard gescheitert war, wurde der Club letztlich in Lotzwil fündig (wir berichteten mehrfach).

Vier Meter hohe Lärmschutzwand

Das Land im Dreilinden verkaufte der TCL 2009 für 2,2 Millionen Franken der Constivita Immobilien Anlagestiftung. Diese gehört zur Personalvorsorgestiftung des national tätigen Gastrounternehmens SV Group. Ein Augenschein zeigt: Ein Teil der Tennisplätze, die sich in schlechtem Zustand befinden, liegt noch unter einer dünnen Schneedecke – die Anlage liegt brach. Womöglich sind die Plätze im Dreilinden bald Vergangenheit. Gemäss dem aufgelegten Baugesuch sollen ein Erdwall, eine Doppelgarage, die Tennisanlage, die Ballfanggitter und die Beleuchtungsmasten abgebaut werden. Danach will die Constivita Immobilien Anlagestiftung zwei Mehrfamilienhäuser mit unterirdischer, zusammenhängender Einstellhalle bauen. Ebenfalls geplant sind zwei gedeckte Velounterstände und auf der Seite der Bern-Zürich-Strasse eine vier Meter hohe Lärmschutzwand.

Die Zufahrt zur Einstellhalle und den beiden Häusern erfolgt über die Weststrasse, gleich neben dem Parkhotel Langenthal. Die Wohnüberbauung ist jedoch auch zu Fuss über den Dreilindenweg erreichbar. Haus A ist parallel zur Kantonsstrasse geplant und beinhaltet 24 Wohnungen. Haus B steht im rechten Winkel zum anderen Haus und hat 14 Wohnungen. Angrenzend an die frühere Tennishalle des Hotels, wo heute Anlässe durchgeführt werden, ist von der Constivita Immobilien Anlagestiftung ein 770 Quadratmeter grosses Spielfeld geplant.

Familienfreundliche Überbauung?

Das lässt darauf schliessen, dass die Wohnungen und das gesamte Areal familienfreundlich geplant werden. Ob dem so ist, war gestern bei der Constivita Immobilien Anlagestiftung allerdings nicht zu erfahren. Es war niemand zu einer Stellungnahme bereit. Auch wie gross die insgesamt 38 Wohnungen werden sollen, war nicht in Erfahrung zu bringen. Weiter ist unklar, ob die Constivita Immobilien Anlagestiftung Miet- und/oder Eigentumswohnungen plant, ob es bereits Interessenten gibt und wann im Optimalfall mit dem Bau begonnen werden kann. Interessant wird auch sein, ob sich Parkhotel-Besitzer Adrian Gasser gegen das Projekt wehren wird, denn: Die Constivita Immobilien Anlagestiftung wehrte sich vor über einem Jahr gegen die Pläne des Unternehmers, die ehemalige Tennishalle in eine Eventhalle umzunutzen. Ob Gasser nun Rachepläne hegt?

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