Oltner Kabarett-Tage
Alfred Dorfer über neuen Cornichon-Preisträger: «Sieber kennt die Gegner von innen»

Der Deutsche Christoph Sieber erhielt am Mittwochabend den Schweizer Kabarett-Preis Cornichon, die Laudatio hielt Vorgänger Alfred Dorfer.

Fabian Muster
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Oltner Kabarett-Tage 2017: Cornichon-Preisverleihung
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Christoph Sieber mit seinem Programm "Hoffnungslos optimistisch" beim Cornichon 2017. Christoph Sieber, Cornichon 2017, "Hoffnungslos optimistisch"
Christoph Sieber mit seinem Programm "Hoffnungslos optimistisch" beim Cornichon 2017. Christoph Sieber, Cornichon 2017, "Hoffnungslos optimistisch"
Christoph Sieber mit seinem Programm "Hoffnungslos optimistisch" beim Cornichon 2017. Christoph Sieber, Cornichon 2017, "Hoffnungslos optimistisch"
Hanspeter Müller-Drossaart bei der Preisübergabe an Christoph Sieber. Christoph Sieber, Cornichon 2017, "Hoffnungslos optimistisch"
Die Künstler und das abtretende Kabarett-Tage-Führungsduo (von links): Gesamtleiter Claude Schoch, Cornichon-Preisträger Christoph Sieber, künstlerische Leitung Christa Hirschi sowie Laudator und letztjähriger Preisträger Alfred Dorfer.
Die Politiker: (v. l.): Kantonsratspräsident Urs Huber, Landammann Remo Ankli, Oltner Gemeindeparlamentspräsident Matthias Borner und Oltner Stadtpräsident Martin Wey.
Die Kabarettmacher (v.l.): Leipziger Lachmesse-Mitbegründer Arnulf Eichhorn (l.) sowie der Schweizer Schauspieler und Kabarettist Hanspeter Müller-Drossaart, der gestern als Moderator durch den Abend führte.
Die Wirtschaftsleute (v. l.): Geschäftsführer Max Berger von der Elektro Fürst AG, Ex-Baloise-Bank-SoBa-Leiter Walter Rickenbacher und der Oltner Immobilienplayer Marc Thommen.
Die Kulturmacherinnen (v. l.): Pia Fassbind vom Kulturhof Hinter Musegg in Luzern, Leiterin Barbara Ellenberger vom Theater Miller’s in Zürich und Geschäftsführerin Anne Jäggi vom nationalen Interessenverband für die darstellenden Künste KTV.

Oltner Kabarett-Tage 2017: Cornichon-Preisverleihung

Bruno Kissling

Die 30. Auflage der Oltner Kabarett-Tage startete am Mittwochabend im Stadttheater mit einer Überraschung: Dass der Deutsche Christoph Sieber den Schweizer Kabarett-Preis erhält, war zwar seit einigen Wochen bekannt. Doch unter Verschluss gehalten wurde bis Mittwochabend, dass der Vorjahressieger, der Österreicher Alfred Dorfer, die Laudatio für seinen Kollegen halten wird.

Trinationale Aufgabenteilung

Diese spezielle Konstellation hat Dorfer denn auch gleich in seiner Lobrede aufgenommen: «Christoph Sieber ist Deutscher, der Preis ist schweizerisch, der Laudator ist aus Österreich. Das klingt ziemlich international. Man könnte auch sagen, das ist typisch: Die Schweiz zahlt, der Deutsche spricht und der Österreicher buckelt.» Gute Satire beginne zwar oft mit Klischees, ende aber nicht damit. Und Sieber sei ein hervorragendes Beispiel dafür.

Auch sonst geizte Dorfer nicht mit Lob: Sieber sei kein Autodidakt wie viele seiner Kollegen, sondern könnte dank seiner Pantomimenausbildung «mit einer kleinen Geste ganze Welten erschaffen». Er sei zudem «immer famos wechselnd zwischen reiner Satire, Poesie und Sequenzen, die das Lachen verunmöglichen» und kenne die Gegner als Sohn eines Bürgermeisters von innen. Und ferner, ergänzte Dorfer, sei Sieber «ein sympathischer, sehr humorvoller Mensch». Das sei in dieser Branche nicht selbstverständlich. Denn es gebe «viele humorlose Satiriker, die im Privaten langweiliger sind als jene, die sie kritisieren».

Viel Prominenz fand den Weg nach Olten

Beim vorgängigen Apéro zeigte sich, dass Olten nicht nur auf dem Weg zur «Kabarett-Hauptstadt der Schweiz» ist (Zitat Gesamtleiter Claude Schoch), sondern auch Anziehungspunkt für viele hochrangige Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft. Neben dem fast gesamten Regierungsrat samt Staatsschreiber, Solothurner National- und Oltner Stadträten waren auch diverse Kulturleute von kantonaler Ebene, aber auch aus der ganzen Schweiz angereist. Dazu kamen Geschäftsleitungsmitglieder der Festivalpartner. Das war auch der Grund, wieso der abtretende Gesamtleiter Claude Schoch seine Rede auf Hochdeutsch hielt.

Ebenfalls dem Publikum näher brachte Schoch in seiner Begrüssungsrede den Quai Cornichon, der diesen Samstag mit Kurzauftritten bisheriger Preisträger eingeweiht wird. Das Original in Los Angeles habe über 2600 gleich aussehende Sterne auf dem Boden. «Wir in Olten haben 30 individuell gestaltete Platten von Kabarettisten, die mit dem wichtigsten Satire-Preis der Schweiz ausgezeichnet worden sind», windete er dem ebenfalls anwesenden Künstler Werner Nydegger ein Kränzchen. Der Unterschied lag für Schoch auf der Hand: «Quantität in Los Angeles versus Qualität in Olten», wagte er einen Seitenhieb auf das berühmte Vorbild des Oltner Walk of Fame.

Vor der Preisverleihung zeigte der neue Cornichon-Preisträger Christoph Sieber die Gurkerl-Version seines Programms «Hoffnungslos optimistisch». Durch den Abend führte der Schweizer Schauspieler und Kabarettist Hanspeter Müller-Drossaart.