Unihockey
Wilers-Ersigen: Feinjustierung vor der «Crunch-Time»

Nach dem dreiwöchigen Meisterschaftsunterbruch geht es für Leader Wiler Ersigen darum, in den verbleibenden Spielen vor den Playoffs die Feinjustierung für die «crunch-time» vorzunehmen. Der Meister tritt noch einmal zuhause an und zwar diesen Samstag gegen Chur (19.00 im Sportzentrum Zuchwil- Ticketing) und am darauffolgenden Weekend folgt eine Auswärts-Doppelrunde beim HCR und Uster.

Marcel Siegenthaler
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Gegen Zug stand Joel Krähenbühl Mitte Oktober 2017 letztmals im Einsatz

Gegen Zug stand Joel Krähenbühl Mitte Oktober 2017 letztmals im Einsatz

HUM

Der angestrebte zweite Rang als Mindestziel ist ja bereits Tatsache und so wird es nicht ganz einfach werden, den Fokus auf eine bestmögliche Performance zu legen. Die Gegner, welche im Falle von Winterthur noch um eine bessere Platzierung oder gar um die Playoffs-Quali fighten (Chur/Uster), sind mental naturgemäss auf einem anderen Level als der SVWE, dessen Highlights mit dem Cupfinal (24. Februar) und den Playoffs (Start mit einem Heimspiel am Mittwoch 28. Februar) schon fixiert sind. Die Berger-Truppe weist also eine ganz andere Spannungskurve auf als die Gegner. Eine zusätzliche Herausforderung für den Staff mit dem jungen Team.

Krähenbühl in der «Chrischi-Rolle»

Dieses vermisst schon seit Mitte Oktober mit Joel Krähenbühl einen der wenig übrig gebliebenen Routiniers. Der Rückkehrer, der nach sechs Jahren Tigers so motiviert zum SVWE zurück wechselte, um seiner Karriere nochmals einen „Kick“ zu geben, laboriert an einer kleinen, aber umso schmerzhaften Verletzung.

Im Heimpsiel gegen Zug (15.10) passierte es, verletzte sich der 32jährige in einem Zweikampf am kleinen Zeh. Nur eine Prellung dachte Jöggu und hoffte auf rasche Besserung. Doch auch in der dreiwöchigen Natipause wurden die Schmerzen nicht kleiner. Ein MRI ergab dann die Diagnose Kapselriss. Normalerweise heisst dies ca. 3 Monate Pause.

Die Verletzung ist mittlerweile auch ausgeheilt, doch die Schmerzen sind aufgrund einer Knochenmark-Reizung immer noch da. «Es ist zum Verzweifeln», zeigt sich Krähenbühl frustriert. «Es geht so langsam vorwärts und die Zeit wird hinsichtlich der Playoffs immer knapper.»

Den Cupfinal hat er schon abgeschrieben, dabei würde er in der Linie um Matthias Hofbauer so dringend gebraucht. Vor seiner Verletzung war diese Formation in einer tollen Verfassung, Jöggu erreichte beinahe schon die Skorerwerte aus seinen besten SVWE-Jahren, glänzte gar mit einem Zaubertor gegen GC.

Jetzt wird Krähenbühl schmerzlich vermisst. Getestet wurden auf seine Position mit Rentsch, von Pritzbuer, Dudovic, Affolter und zuletzt Alder bereits 5 Spieler, «gematcht» hat noch keiner so richtig. Vor allem für Routinier Matthias Hofbauer ist die Situation nicht einfach.

Aus der erhofften Rückkehr von seinem Bruder Christoph (gab unlängst wegen einem Knorpelschaden im Knie seinen Rücktritt) wurde nichts und jetzt droht auch noch ein ähnlichen Schicksal mit Joel Krähenbühl.

«Ich kann Chrischi nun in etwa nachfühlen. Es ist eine frustrierende Situation, wenn eine Verletzung kaum oder nur ganz langsam auskuriert werden kann. Einerseits weil man selber unbedingt rasch möglichst spielen will, aber auch gegenüber dem Team ist es nicht einfach. Alle erkundigen sich nach einem und man kann kaum etwas sagen.»

So bleibe man dem Team fast lieber fern und fühle sich dadurch irgendwie nicht mehr richtig integriert. Dafür findet man sich unvermittelt in der Rolle des Live-Stream-Kommentators, Kameramanns oder dem Ticketkoordinator für den Cupfinal wieder. Das hatte sich Krähenbühl wirklich anders vorgestellt.

Immerhin, eines scheint schon klar zu sein: «So will ich nicht aufhören. Wenn ich gesund werde und immerhin das hat mir der Arzt garantiert, dann werde ich eine Saison anhängen.» Das freut die Wiler-Verantwortlichen, hatte Krähenbühl doch vorerst nur für eine Saison zugesagt gehabt.