Handball NLB
Nach fünf Jahren heisst es wieder: Wer ist die Nummer 1 in der Region?

NLB Handball. Gute vier Jahre war er abwesend, nun ist der HS Biel zurück in der zweithöchsten Liga der Schweiz. Der TV Solothurn ging letztes Jahr schon mal vor. Und so kommt es, nach mehreren Duellen in der Erstliga, wieder einmal zu einem Derby auf NLB-Niveau.

Gaudenz Oetterli
Drucken
Teilen
Die Solothurner (in rot) konnten die Badener stoppen. Können sie sich auch gegen Biel beweisen?

Die Solothurner (in rot) konnten die Badener stoppen. Können sie sich auch gegen Biel beweisen?

Alexander Wagner

Der Begriff Derby bezeichnet eine Austragung im Mannschaftssport, bei der zwei rivalisierende Sportvereine aufeinandertreffen. Der Engländer spricht es «Darby» aus, der Schweizer meistens «Dörbi». Die Essenz dieser sportlichen Duelle liegt meistens in der geographischen Nähe der beiden Vereine, die oft eine Lokalrivalität zu Tage fördert. So ist es auch zwischen dem TV Solothurn und dem HS Biel. Seit mehreren Jahrzehnten treffen sich die beiden Vereine immer wieder in verschiedenen Ligen. Bereits in den Neunzigern duellierten sich die beiden ersten Mannschaften in der NLB, danach kam es desöftern in der Erstliga zum Kräftemessen.

Die letzten Derbies auf nationalem Niveau fanden vor fünf Jahren statt. Beide Male ging damals der HS Biel als Sieger vom Platz. Dennoch waren es am Ende der Saison die Seeländer, die den Gang in die Erstliga antreten mussten. Die Solothurner hatten zum Schluss gleich viele Punkte, aber die bessere Tordifferenz, und verblieben noch für ein Jahr in der NLB.

Starker Aufsteiger gegen starken Vorjahres-Aufsteiger

Mit dem Abstieg Solothurns kam es, dass die Affiche TV Solothurn gegen HS Biel in zwei Erstliga-Saisons wieder im Spielplan stand. Aber ein Derby in der Erstliga, die von sich aus schon einen recht regionalen Charakter hat, ist halt nicht dasselbe wie ein Kräftemessen in der NLB. Alle vier Spiele entschieden dort übrigens die Ambassadoren für sich und schlossen die Meisterschaft jeweils auf dem ersten Rang ab. Biel wurde beide Male undankbarer Dritter und musste den Wiederaufstieg lange vertagen. Erst im letzten Jahr gelang es Ihnen, wieder auf die nationale Handballbühne zu treten.

Und auf dieser Bühne muss sich der Bieler Handballsport nicht verstecken. Fünf Runden sind gespielt und die Seeländer liegen mit vier Punkten auf dem siebten Rang. Zwei Siege stehen drei Niederlagen gegenüber. Wobei man sagen muss, dass die drei Niederlagen gegen die stärksten Mannschaften der Liga erfolgten. Der RTV Basel, Baden und die Kadetten Espoirs erwiesen sich als zu stark. Untergegangen sind die Bieler dabei jedoch nie, im Gegenteil, sie verloren die Partien nur knapp. Für den TV Solothurn heisst es also aufgepasst. Was die Aarestädter im letzten Jahr vollbracht haben – als Aufsteiger vorne mitmischen – das zeigen dieses Jahr im Ansatz auch die Seeländer. Nicht zuletzt dank einer ausgewogenen Mannschaft, die nur wenige Schwächen hat.

Spannende Ausgangslage

Denn der Aufstieg war für Biel nicht das Ende des Wegs. Sportchef Daniel Etter bediente sich noch am Abend eines bekannten Sepp-Herberger-Zitats: «Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.» Er meinte damit, dass sich Biel im Hinblick auf diese Saison noch verstärken muss. Und das haben sie getan. Neben Beni Steiger (Ex-BSV Bern), der bereits in der Erstliga für Biel spielte, werden diese Spielzeit auch ein neuer Kreisläufer und ein neuer Rückraum links für Biel auflaufen. Beide sind Slowaken, ersterer spielt sogar in der Nationalmannschaft.

Der TV Solothurn sollte also gewarnt sein, denn ein Selbstläufer wird das Spiel in Biel sicherlich nicht. Zumal bei den Ambassadoren noch nicht definitiv klar ist, wer von den vielen angeschlagenen Spielern am Samstag denn tatsächlich auflaufen kann. Für die Truppe von Trainer Kurth heisst es für das Derby noch einmal auf die Zähne beissen und eventuell auch die kleinen Blessuren zu vergessen. Denn nach dem Spiel gegen Biel pausiert die Meisterschaft für zwei Wochen (Nationalmannschafts-Pause) und den Spielern bleibt Zeit für die Erholung. Vorher geht es aber noch um die Vorherrschaft am Jurasüdfuss.

Aktuelle Nachrichten