Handball NLB
Hier regiert der TV Solothurn – er gewinnt das Derby gegen den Lokalrivalen HS Biel

Der TV Solothurn erwischt im Derby gegen den HS Biel einen Sahnetag und dominiert das Duell gegen den Lokalrivalen über die gesamte Spieldauer. Mit dem klaren Sieg in Höhe der Solothurnerzahl klettern die Ambassadoren in der Tabelle auf einen Podestplatz.

Gaudenz Oetterli
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Martin Beer: Was der 1.97-Meter-Hühne diese Saison in der Solothurner Hintermannschaft leistet, ist schlicht Extraklasse.

Martin Beer: Was der 1.97-Meter-Hühne diese Saison in der Solothurner Hintermannschaft leistet, ist schlicht Extraklasse.

Marcel Bieri

200 Sekunden, oder anders gesagt 3 Minuten und 20 Sekunden! In dieser Zeit schafft es das Licht, die Erde 1500 Mal zu umrunden und so lange dauert es ungefähr, ein Funksignal von der Erde zum Mars zu schicken. Und exakt so lange war am Samstag auch die durchschnittliche Wartezeit des HS Biel bis zum nächsten Treffer.

Im Endeffekt ergibt das lediglich 18 erzielte Tore und diese Zahl verdeutlicht, was den TV Solothurn zurzeit so stark macht. Insgesamt hat Solothurn die zweitbeste Verteidigung der NLB, nur gerade der TV Möhlin lässt hinten weniger zu. Im Derby gegen Biel war genau diese Abwehr vor allem in der Anfangsphase gefordert und sie wurde den Erwartungen gerecht.

Starke Abwehrleistung

An dieser Stelle muss man einem TVS-Spieler ein Kränzchen winden, der sonst nicht so im Rampenlicht steht, da er nicht mit Toren glänzt: Mit Abwehrchef Martin Beer hat Solothurn den zurzeit vermutlich besten Abwehrspieler der Nationalliga B in seinen Reihen.

Was der 1.97-Meter-Hühne diese Saison in der Solothurner Hintermannschaft leistet, ist schlicht Extraklasse. Das Sahnehäubchen auf dem sonst schon süssen Solothurner Kuchen lieferte er nun im Derby gegen Biel ab. Zusammen mit seinen Nebenmännern hatte Beer die starke Bieler Angriffsachse um Beni Steiger (Ex-BSV Bern) und den slowakischen Nationalspieler Erik Loch nicht nur im Griff, die beiden wurden schlicht neutralisiert.

Nur gerade drei Tore gelangen dem ehemaligen NLA-Spieler und dem Kreisläufer aus der Slowakei. Im Stile eines Didier Dinart organisierte Verteidigungsminister Martin Beer den Solothurner Abwehrwall und räumte in der Mitte alles weg, egal ob Kreisläufer, Rückraum oder einlaufende Flügel. Und dies abgesehen von der gelben Karte immer mit fairen Mitteln.

Hinten dicht, vorne immer effizienter

Trotz der starken Defensivleistung war die Anfangsphase der Partie hart umkämpft und alles andere als deutlich. Der HS Biel zeigte einmal mehr, wieso er als starker Aufsteiger gilt. Die läuferisch starken Seeländer zeigten variantenreiche Angriffe und gingen nicht unüberlegt in den Abschluss. Es war in dieser Phase, in der die Gäste aus Solothurn mit mehreren Fehlwürfen ein schnelles Wegziehen verpassten, nicht zuletzt auch Torwart Rados Dukanovic zu verdanken, dass Biel die Führung nicht an sich reissen konnte.

Zusammen mit seinen Vorderleuten rund um Martin Beer stellte der Keeper seinen Kasten zu. «Ich denke, ein erster Kick im Spiel zu unseren Gunsten gab es Mitte der ersten Halbzeit, als wir uns in der Verteidigung so richtig gefunden haben und im Angriff angefangen haben, zu treffen», analysiert Abwehrrecke Martin Beer nach der Partie.

Dort gelang es den Ambassadoren, die knappe Ein- oder Zweitore-Führung auf komfortable fünf Treffer auszubauen. Diese Differenz resultierte auch zur Pause. Und: Ende der ersten Halbzeit hat der Abwehrverbund rund um Martin Beer nur gerade sieben Gegentore zugelassen, ein Spitzenwert.

Zwischenspurt zur Vorentscheidung

Auch nach dem Pausentee waren die Aarestädter die vifere Truppe. Die Bieler waren zwar bemüht, die 5-Tore-Lücke möglichst schnell zu verkleinern. Schnell war jedoch klar, dass dies gegen einen TV Solothurn in dieser Form ein unmögliches Unterfangen ist. So schwoll der Rückstand des Heimteams bis zur 40. Minute gar auf neun Treffer an (10:19), was gleichzeitig die Vorentscheidung bedeutete.

Im Gegensatz zu anderen Spielen, in denen sich Solothurn während der Partie die eine oder andere Auszeit gönnt, waren die Spieler von Marco Kurth im Duell gegen Biel nämlich von Anfang bis zum Schluss hoch konzentriert und leisteten sich keinen Einbruch. Den Schlusspunkt per Siebenmeter zum 29:18 setzte der erst 18-jährige Max Freiberg (BSB Bern U19 Elite), der heute zu seinem ersten NLB-Einsatz kam.

Nach dem vielumjubelten Sieg gegen den Lokalrivalen HS Biel folgt nun eine zweiwöchige Meisterschaftspause. Danach folgen für den Tabellendritten TV Solothurn die schwierigen Spiele gegen die Jungkadetten, die Co-Leader Möhlin und RTV Basel und die Lakers Stäfa. Aufgaben, bei denen die Solothurner Abwehrreihe wieder extrem gefordert sein wird.

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