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Goalies machten den Unterschied

Die Möhliner Handballer besiegten im Erstliga-Spitzenkampf auswärts die HSG Leimental mit 30:29 und positionieren sich auf dem zweiten Tabellenrang. Ein Vor-Weihnachtsgeschenk in eigener Sache.

Marcel Siegrist
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Diese Begegnung war nichts für schwache Nerven, sehr wohl aber für Zuschauer, die attraktiven, umkämpften Handball mögen. Beide Mannschaften gaben alles für den Sieg. Möhlin schliesslich war um einen Wimpernschlag besser. Den Unterschied machte Goalie Michi Vogel, der souverän hielt, während seine Antipoden unter ihren Möglichkeiten agierten.
Doch das Spiel begann für Möhlin nicht wunschgemäss, denn bald lagen die Fricktaler mit 1:4 zurück. Die Abwehr-Recken konnten die hohen Zuspiele auf den gegnerischen Kreisläufer einfach nicht unterbinden. Der Wechsel von der 6:0- auf die 5:1-Abwehr zeigte Wirkung, denn Möhlin legte auf 10:8 vor. In dieser Phase kam es dem TVM auch zu gute, dass sich Leimental ein paar Strafen zu viel leistete. Zur Pause lagen die Gäste mit 17:15 vorn.
In der zweiten Halbzeit war das Möhliner Angriffsspiel nicht mehr so flüssig, aber mit Kampf und grossem Willen blieben die Fricktaler vorn. Es war vor allem immer wieder Ramon Schweizer mit seinen erfolgreichen Schlenzern aus rund zehn Metern, der Leimental zum Verzweifeln brachte.
15 Sekunden vor dem Schlusspfiff lag Möhlin mit 30:29 vorn und vergab eine ausgezeichnete Chance um den „Sack zu zu machen". Dies erlaubte wiederum Leimental, einen letzten erfolgreichen Konter zum Ausgleich zu lancieren. Möhlin aber wusste den Gegner abzudrängen, und die Zeit war vor dem Wurf abgelaufen.
„Erst als Michi Vogel den zweitletzten Angriff von Leimental mit einer weiteren schönen Parade zunichte machte", strahlte Trainer Adi Amsler, „dachte ich, dass wir den Sieg heimbringen würden." Erleichterung und Freude zeigten die Möhliner nach der Partie. Der Sieg war eine geschlossene Mannschaftsleistung: Als die Kräfte von Ramon Schweizer, der einen Super-Tag fürs Handballspielen erwischte, nachliessen, ersetzte ihn in der Abwehr Maurice Meier nahtlos. Von Thomas Kern kamen erneut die entscheidenden Impulse, und sowohl Sandro Soder als auch Premtim Zeqai sorgten für ordentlich Druck. Bruno Stadelmann schliesslich, der aufgrund der Handverletzung von Therry Schmidhalter während 60 Minuten zum Einsatz kam, legte die Konter auf der linken Seite - ansonsten die grosse Stärke Leimentals - schlicht und einfach lahm. „So gab jeder sein Bestes", sagte ein zufriedener Amsler.
Das Resultat ist knapp, die Partie war stets ausgeglichen. Nuancen entschieden für Möhlin. „Da muss ich sicherlich die Goalies erwähnen, wo wir enttäuschten", so Leimentals Trainer Marco Lüthi. Zudem hatte Leimental zwei Pfostenwürfe zu beklagen, dann auch „ein, zwei Strafen und einige technische Fehler zu viel. Das reicht halt dann einfach nicht, ein Team wie Möhlin zu besiegen." Dennoch hätte sein Team nicht schlecht gespielt.
Möhlin jubelt. Seit sechs Spielen ist es unbesiegt, und hat sich unterdessen den zweiten Rang erobert. Es läuft wie geschmiert, aber jetzt kommt die lange Spielpause. „Wir wären schon bereit, weiter zu machen", meint Amsler. „Aber die Spieler haben nach den intensiven Spielen und harten Trainings eine Pause verdient." Er habe keine Angst, dass seine Mannschaft das Handballspiel über die Feiertage verlernen würde. „Wichtig ist, dass wir nun wissen, wie unser Spiel aussieht, und jeder sich im klaren ist, was er zu leisten imstande ist." Möhlin ist anfangs Februar zu Gast beim Leader Pratteln. (vkr)

HSG Leimental - TV Möhlin 29:30 (15:17)
Spiegelfeld Binningen.-100 Zuschauer.-SR: Brianza/Lämmler.-Torfolge: 2:0, 4:1, 4:3, 8:8, 8:10, 15:17; 15:18, 18:19, 19:23, 23:23, 29:30.-Strafen: 8-mal 2 Minuten gegen Leimental, 5-mal 2 Minuten gegen Möhlin.
Leimental: Thomas Braun/Gutekunst; Bösch, Philipp Braun (4), Brugger, Brunner, Furrer (3), Glaser (5), Käser, Lüthi, Renggli (2), Ryhiner (7/3), Schläpfer (4), Wittlin (4).
Möhlin: Vogel/Bürgi/Wenger; Carrard, Haxhimusa, Jäger (2), Peter Kern (6), Thomas Kern (5), Meier, Schmid (1), Schweizer (7), Soder, Stadelmann (1), Zeqaj (8).

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