Handball
Gelungene 4Nations-Trophy: Der TV Endingen blickt auf ein erlebnisreiches Turnier zurück

Auch der dritte Tag dieses internationalen Turniers ist nun vorbei. Der TV Endingen hat Geschichte geschrieben. Ein kleiner Handballverein, der ein hochkarätiges dreitägiges Turnier organisatorisch stemmen konnte, hat von den teilnehmenden Mannschaftsverantwortlichen nur Lob erhalten.

Catherine Schindler
Merken
Drucken
Teilen
Erfolgreiches Team: Nach drei vergangenen Spieltagen darf sich Dukla Prag als Turniersieger feiern lassen.

Erfolgreiches Team: Nach drei vergangenen Spieltagen darf sich Dukla Prag als Turniersieger feiern lassen.

Catherine Schindler

Am letzten Spieltag wurden die beiden Endpartien ausgetragen. Bei Dukla Prag – SK Hawks spielten die Tschechen um den Turniersieg. Die Europäer hielten den Druck konstant hoch, so dass die Südkoreaner nicht in ihren Spielfluss kamen.

Er wurde als bester Keeper ausgezeichnet: Lee Changwoo von den SK Hawks freut sich über seinen Turnierpreis.

Er wurde als bester Keeper ausgezeichnet: Lee Changwoo von den SK Hawks freut sich über seinen Turnierpreis.

Catherine Schindler

In der ersten Spielhälfte konnte SK Hawks sich noch kurzzeitig aufbäumen, dann waren die Spieler mit ihren Kräften am Ende. Dukla Prag drehte komplett auf und setzte die Gegner immer mehr unter Druck. So holte sich Dukla in eindrücklicher Manier mit einem 32:26 den verdienten Turniersieg.

Als Abschluss trat das französische Team von US Dunkerque gegen den TV Endingen an. Die Endinger zeigten viel zu viel Respekte vor dem Bollwerk aus Frankreich. Die Surbtaler bemühten sich redlich, konnten aber nicht genügend Druck nach vorne aufbauen.

Mit Patzel Vojech stellt Turniersieger Dukla Prag auch den Torschützenkönig.

Mit Patzel Vojech stellt Turniersieger Dukla Prag auch den Torschützenkönig.

Catherine Schindler

Bereits nach 17 Minuten war die Partie gelaufen, denn die Endinger fanden kein Mittel im Angriff. Youngster Noah Hitz durfte mittun, auf Karlo Ladan erhielt eine lange Spielzeit, doch die Endinger mussten viel Lehrgeld zahlen. Bei brütender Hitze in der Halle waren alle Spieler beim Endstand von 19:31 erledigt.

Auszeichnungen

Turniersieger: Dukla Prag

Torschützenkönig: Patzel Vojech, Dukla Prag

Bester Keeper: Lee Changwoo, SK Hawks

Der TV Endingen hat sich mit den Trainern der Gäste kurz unterhalten

Vaclav Vrany, Assistenz-Trainer bei Dukla Prag

Dukla Prag ist zum zweiten Mal beim Turnier des TV Endingen dabei gewesen. Vielen Dank für die Treue, aber warum seid ihr wiedergekommen?

V. Varny: Wir sind sehr gerne hier. Für uns ist das die perfekte Vorbereitung für die Saison. Wir können uns mit unterschiedlichsten Mannschaften messen. Wir haben gegen Topmannschaften gespielt, konnten uns vergleichen und andere Spielauslegungen erfahren.

Was hat sich zur ersten Austragung verändert?

Es sind andere Mannschaften. Die Organisation ist hier top. Wir haben zwar einen langen Weg zurückgelegt, doch dieser hat sich gelohnt. Der koreanische Handball ist ein bisschen anders. Es ist schwer gegen ein solches Team zu spielen. Es waren physisch sehr anstrengende Spiele.

Wir wünschen der Mannschaft eine sehr erfolgreiche, möglichste verletzungsfreie Saison, welche Ziele hat sich Dukla Prag gesteckt?

Wir möchten uns verbessern und mindestens einen Titel oder einen Pokal holen. Das hat letztes Jahr nicht geklappt. International möchten wir im Challenge Cup so weit wie möglich kommen.

Patrick Cazal, Chef-Trainer von US Dunkerque

US Dunkerque ist die Mannschaft mit den erfahrensten Spielern in diesem Turnier. Sind sie mit den spielerischen Leistungen ihrer Spieler zufrieden?

P. Cazal: Wir sind zuerst einmal zufrieden mit der Organisation des Turniers, mit allen Helfern, die sich eingesetzt haben. Wir konnten unter sehr guten Bedingungen arbeiten. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft nicht immer zufrieden gewesen. Wir haben ab und zu unsere Aggressivität auf das Niveau unseres Gegners herunter gefahren. Wir hätten unser Ding durchziehen sollen. Wir haben das aber nicht in jedem Match erlaubt und auch nicht während des ganzen Spiels.

Es ist im Turnier nicht immer nach Wunsch gelaufen, warum?

Wir sind nach einer langen, anstrengenden Aufbauphase hier angekommen. Ich möchte zwar immer jedes Spiel gewinnen, doch es muss nicht immer mit den besten Spielern sein. Jeder Spieler hat Zeit auf der Platte erhalten, um sich individuell zu verbessern. Wir hatten sehr gute Gegner und so konnten nicht alle Spieler gleich viel Punkte machen. Das Turnier war mit den unterschiedlichen Spieltypen genial.

Dieses Turnier war Bestandteil eurer Saisonvorbereitung, welche Ziele habt ihr euch gesteckt?

Wir möchten uns im guten Mittelfeld etablieren, so um den siebten Platz herum. Ich habe zum Teil sehr junge Spieler, die wir erst seit letzter Saison am Aufbauen sind. So hoffen wir auf eine sichere Saison.

Hyunsung Rayn Choi, Marketing Manager bei SK Hawks

Das Team hat einen weiten Weg unternommen, von Südkorea in die Schweiz ans Turnier zu kommen. Hat sich der Aufwand gelohnt?

H.R. Choi: Ja. Wir sind nicht nur in die Schweiz gekommen, sondern wir waren zuvor noch in Deutschland und haben dort unter anderem gegen Gummersbach gespielt. Wir sind ungefähr 20 Tage hier in Europa. In der Schweiz konnten wir gegen Muri Bern und Pfadi Winterthur spielen. Wir haben in Südkorea im kommenden Monat noch ein Vorbereitungsturnier, dann sind wir gut vorbereitet auf den Saisonstart bei uns im November. Wir haben den Eindruck, dass hier alles ein wenig leichter genommen wird. Bei uns zählt immer der direkte Vergleich. Mein Kapitain hat mich gefragt, wie es sein kann, dass hier alles so ruhig, so friedlich, so langsam abläuft. Vielleicht tut es uns gut, dass wir hier anderen Handball kennenlernen. Es ist für den Handballsport in Korea das erste Mal, dass ein Team zur Vorbereitung nach Europa fährt.

Die koreanischen Spieler sind mit viel Sicherheit in diesem Turnier aufgetreten. Sie hatten keinerlei Mühe den Vergleich gross-klein zu scheuen. Wie konnten sie das vorbereiten?

Die Spieler haben mir alle erzählt, dass sie sich sehr auf das Turnier gefreut haben und dass ihnen die Erfahrung sehr gut getan hat. Unsere Nationalmannschaft hatte schon Erfahrung und hat diese unseren Spielern weitergegeben. Unser Chefchoach hat rund acht Jahre selber in der Schweiz Handball gespielt. Er konnte der Mannschaft viel weitergeben.

Ihr habt einen europäischen Spieler in eurem Spiel. Ist das in Südkorea oft der Fall, dass sich die Mannschaften mit Europäern ergänzen?

Nein, wir haben Vuk Lazovic letztes Jahr in Rumänien entdeckt. Er hat sich in der letzten Saison sehr gut im Team integriert. Er ist der einzige Europäer, den wir in der koreanischen Handballliga haben. Unser Team versucht ständig neue Wege zu gehen und sich weiter zu entwickeln.

Wir wünschen euch dabei weiterhin viel Erfolg.