Handballclub
Frick mit Kampf zum Sieg

Im Fricktaler Erstliga-Derby setzten sich die Handballer von Frick gegen Möhlin mit 26:23 (13:11) durch. Die Gastgeber hatten diese traditionsgemäss emotionsgeladene Partie mit wenigen Ausnahmen im Griff, während Möhlin mit angezogener Handbremse agierte.

Marcel Siegrist
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Es sprach im Vorfeld so viel für einen Sieg des TV Möhlin. Die Mannschaft spielte bis jetzt sowohl in der Meisterschaft als auch im Cup solide und zuverlässlich. Sie leistete sich zwar regelmässig in jeder Partie eine kurze Schwächeperiode, doch konnte sie sich daraufhin stets wieder steigern. Doch dieses Mal nicht. Frick unterdrückte ein Aufbäumen geschickt, spulte sein Pensum mit grossem Siegeswillen im Hinterkopf ab und holte sich verdient die beiden Punkte. Parat auf diese Begegnung war nur eine Mannschaft und das war Frick, welches in diesem Heimspiel unbedingt seinen zweiten Saisonsieg feiern und dazu Moral tanken wollte für weitere Prüfungen.
3:0 führte der TVM noch nach fünf Minuten gegen einen Gegner, der zunächst sehr unkonzentriert und nervös wirkte. Doch dies änderte sich bald. Nach dem guten Start schlichen sich beim TVM technische Fehler ein, und erneut kassierte man hinten sogenannt einfache, aber umso ärgerliche Tore. Und im Angriff bissen sich die Spieler an der starken und kompakten gegnerischen 6:0-Abwehr die Zähne aus. Frick holte auf, schöpfte viel Selbstvertauen, währenddessen Möhlin zusehends verunsichert und führungslos wirkte. Hinzu kam auf Seiten von Möhlin, dass nach zehn Minuten die beiden Mannschaftsstützen Florian Hürbin (Fussverletzung) und Igor Deric (Kniebeschwerden) ausfielen und die Mitspieler fortan wie paralysiert weiter spielten. Nach einer Viertelstunde war die Wende definitiv eingetreten, und Frick liess nur gerade noch dreimal den Ausgleich zu, ansonsten hatten sie den Gegner fest im Griff.
Zur Pause führten die Gastgeber 13:11. Danach legten sie, nach den eindringlichen Pausenworten von Trainer Davide Cubito, nochmals zu und vergrösserten den Abstand immer mehr. Möhlin konnte in keinster Weise agieren, nur noch reagieren, und das war gegen diesen motivierten Gegner eindeutig zu wenig. Einzig, nach kurz 40 Minuten, schien sich Möhlin zu besinnen, als Frick aufgrund von drei Zweiminuten-Strafen nur noch mit vier Feldspielern spielen durfte. Die Gäste konnten um drei Tore auf 18:15 verkürzen. Doch diese wenigen Minuten konnten die Wende auch nicht herbei führen. Frick brachte den Sieg schliesslich sicher nach Hause.

Freud und Leid
Der Jubel danach war grenzenlos, fast so, wie wenn die Aufstiegsspiele schon erreicht worden wären. „Für mich ist es ein Sieg wie jeder andere auch", stapelte Cubito, der während des Spiels mit viel Worten und Gesten sein Team von der Bank aus lautstark dirigierte, tief. „Aber für meine Mannschaft ist er schon etwas ganz besonderes. Wir haben stark und konzentriert gespielt und den Sieg verdient." Sein Team habe das Spiel einerseits durch den Kampf gewonnen, „andrerseits hab ich sehr viel Wert auf die Abwehr gelegt. Meine Spieler haben die in sie gesteckten Aufgaben gut gelöst." Aber am allerwichtigsten ist Cubito neben der Verteidigung, dass „meine Mannschaft Freude am Handballspiel zeigt und einen ungemeinen Drang nach vorne hat." Sicher lebt Frick von seinen Goalgettern Juan Mourino (7 Tore), Roger Hasler (6) und Roman Sutter (6). Dennoch wirkte das Team homogen, denn auch die Mitspieler trugen Verantwortung und waren omnipräsent. Ganz im Gegensatz zu den Möhlinern.
Möhlin konnte die Niederlage kaum fassen, die Ausgangslage sprach eindeutig für den TVM. Doch ein Spiel wird bekanntlich nicht auf dem Papier und nach der Statistik gewonnen. „Wir haben den Kampf gegen das motivierte Frick nicht angenommen", so ein geschlagener Trainer René Hüsser. „Vielleicht ist uns der Start mit der schnellen 3:0-Führung auch zu einfach gefallen. Wir werden das intensiv zusammen besprechen." Der TVM war gut eingestellt auf die Stärken von Frick, doch viel wurde schliesslich auf dem Spielfeld vergessen. Die Art und Weise so zu verlieren tue weh, „weil wir unser Potential nicht abgerufen haben. Keiner konnte die Führung übernehmen, alle gaben die Verantwortung weiter." Das wirkte äusserst hilflos. Diejenigen, welche sich noch am wenigsten aus der Ruhe bringen liessen, waren Fredi Lampe (10 Tore) und Philipp Schmid (4). Doch bei aller Kritik darf nicht vergessen werden, dass mit Kreisläufer Hürbin und Aufbauspieler Deric zwei nicht zu verachtende Motivatoren ausfielen. „Wir werden an unseren Fehlern arbeiten", verspricht Hüsser. Diese Niederlage sei zwar sehr ärgerlich, doch von dieser Mannschaft dürfe eben noch kein Siegeszug erwartet werden. Möhlin liess sich vom kämpferischen und aggressiven Spiel von Frick für einmal zu sehr beeindrucken. Das wird so schnell nicht wieder passieren. (vkr)

TSV Frick - TV Möhlin 26:23 (13:11)
Ebnet. - 400 Zuschauer. - SR: Korqai/Selimi. - Torfolge: 0:3, 2:4, 4:5, 6:6, 7:6, 8:7, 11:9, 13:10, 13:11; 15:11, 18:12, 18:15, 19:16, 21:18, 24:19, 25:20, 25:23, 2623. - Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Frick, 5-mal 2 Minuten gegen Möhlin.
Frick: Mattmüller, Riner; Adler (1), Stadelmann, Jäger (1), Schweizer (2), Mourino (7/1), Vollenweider, Kläusler (2), Hasler (6), Cubito, Schwaller (1), Sutter 6/2).
Möhlin: Vogel, Wenger; Schmidhalter, Huber (1), Haxhimusa (1), Schmid (4), Hürbin, Soder (2), Jaja, Zeqai (2), P. Kern (1), Deric (1), Lampe (10/3), Lesic (1).
Bemerkungen: Frick ohne Reinle, Hüsser und Biaggi (alle abwesend), Möhlin ohne T. Kern und Meier (nicht im Aufgebot). - 9. Hürbin scheidet mit Fussverletzung aus, 12. Deric scheidet ebenfalls verletzt aus (Knie). - 22. Vogel hält einen Penalty von Mourino, dieser trifft aber im Nachwurf (8:8). (vkü)

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