SAC Homberg
Eine Kletterwoche über der Göscheneralp

Urs Kyburz
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6 Bilder
In den Hüttenplatten Klettern auf den Gletscherschliffplatten unterhalb der Hütte.
Auf dem Grat des Hochschijen Die Kletterei auf dem Hochschijengrat bietet eine schöne Aussicht.
In der Wand des Bergseeschijen Eindrückliche Kletterei in der Wand des Bergseeschijen
Am letzten Stand vor dem Gipfel Nur noch kurz über den Grat, dann steht auch er auf dem Gipfel des Bergseeschijen.
Klettern vor eindrücklicher Kulisse Auch am letzten Tag wird nochmals alles gegeben im Klettergarten, da lohnt sich der Halt während des Abstiegs von der Hütte.

Die Bergseehütte über der Göscheneralp bildete eine Woche lang das Basislager für 14 Junge und Junggebliebene des SAC Homberg. Das Gebiet ist bekannt für seine Klettereien in bestem Urner Granit und bot allen etwas, ob Sportkletterer, Anfänger oder Alpinkletterer.

Vor dem Vergnügen steht bekanntlich der Schweiss, so musste die Gruppe erst einen zweistündigen Aufstieg von der Göscheneralp zur Bergseehütte hinter sich bringen, die schweren Rucksäcke machten das Unterfangen auch nicht leichter. Nachdem dies geschafft war, wollte der Bergführer die Gruppe auf dem Kletterlernpfad prüfen. Doch kaum gestartet, setzte Regen ein, Abbruch der Übung.

Am nächsten Tag stand zuerst Kartenkunde und Einführung in GPS auf dem Programm, bevor sich die Gruppe in den Klettergarten unterhalb der Hütte aufmachte - nur um gleich wieder umzukehren, weil wieder Regen einsetzte. Im zweiten Anlauf klappte es dann. Die folgenden zwei Tage teilten sich die Bergsteiger auf, die einen kletterten an der Kleinen Ostwand des Bergseeschijen, die anderen über den Hochschijen. Eine schöne, klassische Gratkletterei mit viel Tiefblick zwischendurch und Abseilstellen erfreute die Kletterherzen. Die Kletterei endete auf einem Gipfel, der etwas eng war für acht Personen. Windig war es zudem, der Föhn machte den Aufenthalt nicht angenehmer, so dass die SACler schnell abseilten und später eine Pause genossen. Auch die andere Gruppe liess es sich gut gehen und kletterte zwei Routen in der Ostwand.

Die Wand hoch

Von der Bergseehütte her sticht sie einem sofort ins Auge: Die mächtige Südwand des Bergseeschijen. Unmöglich, dass man da hoch kommt, denkt man. Die Wand ist aber von mehreren Routen durchzogen, die erst noch relativ einfach sind. So machte sich am Donnerstag die ganze Schar auf, dem Bergseeschijen auf vier verschiedenen Routen aufs Haupt zu steigen. Die Wand entpuppte sich tatsächlich als nicht so abweisend, wie sie von weitem aussah. Schöne Genusskletterei führte die Kletterer Seillänge um Seillänge höher. Die Aussicht wurde immer besser, die Gletscherriesen Dammastock und Galenstock grüssten von der anderen Talseite. Zwei Seillängen vor dem Gipfel kommen alle Routen zusammen, ein Grat führt zum Ausstieg. Geschafft! Der Jüngste, zwölfjährig, war geschafft, freute sich aber wie ein Maikäfer. Zehn Seillängen sind schliesslich nicht nichts. Der Himmel verdüsterte sich zunehmend, der Bergführer mahnte zum Aufbruch. Die Kletterer stiegen zur Bergseeschijenlücke ab, die nochmals die volle Aufmerksamkeit verlangte, denn der Weg führte steil durch die Felswand und war mit einem Drahtseil gesichert.

Der letzte ganze Klettertag wurde genutzt, um einfache Routen am Vorbau des Bergseeschijen zu klettern. Aber auch der Klettergarten am See unterhalb der Hütte wurde rege benutzt, um noch die letzte Kraft aus den Armen zu pumpen. Beim Abstieg von der Hütte am Abreisetag wurde nochmals ein Halt in einem Klettergarten eingelegt, bevor sich die Hombergler-Schar wieder ins Flachland verabschiedete. Und sich auf die Tourenwoche im nächsten Jahr freut.

Auf der Seite www.in-der-natur-unterwegs.ch gibt es einen ausführlichen Bericht mit vielen Bildern.

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