Theatergruppe
Ein fast sympathischer Sozialschmarotzer

Roland Marti
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Bilder zum Leserbeitrag

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Heinz Marti, hier mit seiner Bühnenpartnerin und Vereinspräsidentin Theres Hediger, steht Ende April wieder in Gränichen auf der Bühne.

Heinz Marti, hier mit seiner Bühnenpartnerin und Vereinspräsidentin Theres Hediger, steht Ende April wieder in Gränichen auf der Bühne.

Kurt B. ist nicht auf den Kopf gefallen, benötigt aber in seiner Arbeitslosigkeit dringend finanzielle Unterstützung. Und so lässt er das Sozialamt, die Krankenkasse und weitere soziale Einrichtungen als Geldquelle sprudeln. Kurt B. heisst mit richtigem Namen Heinz Marti - und der Rest stammt aus dem Theaterstück «Rente gut - alles gut!» des Autors Michael Cooney.

Seit 2003 steht der Aarwanger Heinz Marti jährlich in Gränichen auf der Bühne. Die nächsten Aufführungen der Theatergruppe Improvisorisch finden am 26., 27. und 28. April statt. In der Komödie «Rente gut - alles gut!» verkörpert er einen ausgefuchsten «Sozialschmarotzer», der mit allerlei windigen Tricks ein kleines Vermögen ergaunert. Im richtigen Leben verdient er sich seinen Lebensunterhalt - ganz seriös - als Architekt in Langenthal. Mindestens einmal pro Woche fährt er derzeit aber ins Wynental zur Probe. Nicht zum ersten Mal spielt Marti in Gränichen die Hauptrolle. Rund 400 Einsätze gilt es bis zu den Aufführungen auswendig zu lernen.

Vor zehn Jahren war Heinz Marti auf Wunsch seines Bruders Roland, der selber seit 1986 in Gränichen auf der Bühne steht, kurzfristig eingesprungen. Seither gehört der 43-Jährige zum Ensemble der Theatergruppe. Die windigen, zuweilen aber durchaus liebenswerten Rollen sind ihm irgendwie auf den Leib geschrieben, wenngleich er früher auf verschiedenen Bühnen im Oberaargau und während des Studiums in Zürich durchaus auch in ernsteren Rollen zu überzeugen wusste.

In «Rente gut - alles gut!» hat Heinz Marti, alias Kurt B. alle Hände voll zu tun, um sein kompliziertes Lügengebilde unbeschadet durch die strenge Prüfung einer Sozialamts-Angestellten zu jonglieren. Dabei werden immer mehr Personen, mehr oder weniger freiwillig, in die Geschichte verstrickt. Ob es gelingt, die Sozialwerke weiterhin fleissig zahlen zu lassen, sei an dieser Stelle nicht verraten. Das Publikum wird aber - trotz oder vielleicht gerade wegen des brandaktuellen Themas - viel zu lachen haben.

Infos: www.improvisorisch.ch - Aufführungen am 26. und 27. April, 20 Uhr sowie am 28. April, 14 Uhr. Platzreservationen: 079 650 02 48