STV Spreitenbach
„…Dann fehlen uns aber die Eier“

Roman Geissmann
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Von Cedric Heer

Am Sonntag, 30. Oktober stand die 3. Runde der 1. Liga KF, Gruppe 2 auf dem Programm. Mit lediglich zwei Punkten aus vier Spielen verlief der Saisonstart für Spreiti zwar punktemässig nicht nach Wunsch, spielerisch konnte man mit den Gegnern aber zumeist mehr als nur mithalten. In der dritten Runde warteten mit dem Vize-Meister aus Cazis und dem Meister von 2012 aus Lengnau zwei weitere harte Brocken.

Im ersten Spiel traf man auf Blau-Gelb Cazis. Die Devise für die Partie war klar: Spreiti wollte zu seinem schnörkellosen Tempospiel zurückfinden sowie Gegner und Ball laufen lassen. Man wollte ohne Respekt vor dem mit ehemaligen Nationalliga-Spielern gespickten Kader auftreten und die eigenen Chancen eiskalt nutzen. Die Realität sah leider etwas anders aus. Bereits nach wenigen Minuten sah sich Spreiti mit einem 0:3-Rückstand konfrontiert. Zwar war man versucht, den verschlafenen Start auf die frühe Anspielzeit zu schieben, doch die Probleme liegen offensichtlich wo anders. Wie schon des Öfteren in dieser Saison schaffte es Spreiti nicht, direkt nach dem Anpfiff mental bereit zu sein. Dennoch fand Spreiti besser ins Spiel und erzielte den zwischenzeitlichen 1:3-Anschlusstreffer. Es folgte der erwartete Abnützungskampf, bei dem die Aargauer dem starken Körperspiel des Gegners grösstenteils Paroli bieten konnten. Was aber wie so oft fehlte, war die letzte Konsequenz im Abschluss sowie die ununterbrochene Kommunikation in der Verteidigung. Oder wie es Coach Grubenmann nach der Partie ausdrückte: "Wir machen bis zu einem gewissen Punkt alles richtig, dann fehlen uns aber die Eier!" So konnte Cazis das Skore kontinuierlich erhöhen und es resultierte zum Ende eine 3:8-Niederlage.

Mit der Leistung im ersten Spiel durfte man trotz der Niederlage insgesamt zufrieden sein. Selbstverständlich schmerzt jede Niederlage, gegen ein solches Top-Team muss man aber in erster Linie Erfahrungen sammeln. Wir befinden uns in einem Lernprozess, in dem jede Spielsituation unser eigenes Spiel weiter verbessern kann. Wichtig ist, den Kopf nicht hängen zu lassen und weiter auf das eigene Spiel zu vertrauen.

Dementsprechend gross waren die Ambitionen gegen das schlecht in die Saison gestartete Lengnau. Mit nur einem Punkt aus vier Spielen verkaufte sich "White Horse" bisher klar unter Wert. Anders als in der ersten Partie verlief der Start für Spreiti dann auch wunschgemäss. Man hatte viel Ballbesitz und konnte den Gegner laufen lassen. In der Folge schlichen sich aber immer wieder Ungenauigkeiten im Aufbauspiel ein, woraus (zu) einfache Gegentore und eine allgemeine Verunsicherung resultierten. Diese Fehler zogen sich durch die gesamte Partie, die Folge war eine 2:10- Kanterniederlage. Spreiti zeigte seine wohl schlechteste Saisonleistung und wurde dafür gnadenlos abgestraft.

Punktemässig gab es also wiederum keinen Zuwachs auf dem Spreitenbacher Konto. Wichtig ist, dass wir nun die richtigen Schlüsse aus den vergangenen, äusserst lehrreichen Partien ziehen können und uns auch von kurzweiligen Rückschlägen nicht mehr derart verunsichern lassen. Nach dem harten Anfangsprogramm folgen sechs Spiele, in denen der Grundstein für den Ligaerhalt gemacht werden muss. Spreiti steht momentan auf dem vorletzten Tabellenrang und ist gewissermassen bereits unter Zugzwang. Allerdings beträgt der Abstand auf Rang 5 lediglich drei Punkte und die bisherigen Partien haben gezeigt, welch Potential in der Mannschaft schlummert. Nun gilt es, die eigenen Fehler abzustellen, positiv zu bleiben und das nötige Wettkampfglück auf seine Seite ziehen zu können. Hopp Spreiti!

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