STV Spreitenbach
Beste Defensive kassiert 25 Tore

Roman Geissmann
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Noch vor zwei Wochen konnte an dieser Stelle die vorzügliche Defensivleistung der Spreitenbacher Herren gelobt werden. Genau diese gilt es nach der zweiten Runde zu kritisieren. Das war gar nichts. Spreitenbach wird von Niederwil und Cazis ausgekontert und verliert zweimal hoch. In drei Wochen an der Heimrunde bevorzugten wir wieder das Defensiv-Gesicht der ersten Runde.

Drei Punkte und nur vier Gegentore (keines bei 3-gegen-3) – das war die stolze Bilanz der Playout-Teilnehmer aus Spreitenbach nach der ersten Runde. Mit entsprechend breiter Brust, aber leider mit einigen Absenzen (Topskorer Hürlimann, Defensiv-Leader Humbel und Coach Grubenmann fehlten unter anderem) reisten die Spreitenbacher nach Bäretswil. Dort trafen sie auf die Flying Penguins und auf Schweizermeister Cazis.

STV Spreitenbach vs F.P. Niederwil 4:9

Zum Auftritt in den ersten 20 Minuten gegen Niederwil (welches man im Vorjahr zweimal geschlagen hatte) passt nur ein Wort: Grottenschlecht. Die Aargauer waren nicht gewillt, die Zweikämpfe anzunehmen, verloren jedes Duell, waren nicht wach, liessen sich auf einfachste Art und Weise die Bälle abluchsen und liefen ein ums andere Mal in einen Konter. Niederwil sagte «dankeschön» und es wird gemunkelt, Goalie Zeindler (er spielte überragend) habe kaum die Maske angezogen, da stand’s schon 0:4. Guten Morgen!

In der zweiten Halbzeit fing sich Spreiti etwas und hielt nun dagegen. Schon bald einmal versuchte man es ohne Goalie und man kam auch tatsächlich nochmals etwas heran. Aber leider hatte man immer noch zu viele Ballverluste und – teilweise auch nach nicht geahndeten Regelwidrigkeiten – kassierte einige Tore ins verlassene Gehäuse oder auf Konter. Der Auftritt war insgesamt einfach zu pomadig, so reicht das nicht in der 1. Liga. Und die Niederlage mit den Absenzen zu erklären, wäre ebenfalls zu einfach. Schwache Leistung, verdiente Niederlage. Punkt.

STV Spreitenbach vs Blau-Gelb Cazis 4:16

Im zweiten Spiel wollte Spreitenbach den aktuellen Schweizermeister ärgern. Und tat dies auch! Das Schlussresultat von 4:16 lässt es zwar nicht vermuten, aber Spreiti spielte nicht schlecht und nahm den Kampf an! Cazis musste für ihre Tore arbeiten – mehr als gewünscht. Aber die grossen Stärken der Bündner in diesem Spiel waren gleichzeitig die grossen Schwächen der Spreitenbacher: Die Effizienz und die Präzision. Unglaublich, diese präzisen Zuspiele – und diese Kaltschnäuzigkeit – wow! Spreitenbach blieb nur das Staunen. Doch eben: Der Aussenseiter hielt durchaus dagegen, machte viel Tempo und kam ebenfalls zu vier Toren. So stand es „nur“ 4:9 bis ca. 10 Minuten vor Schluss, ehe Spreiti den Bündnern ins Messer lief. Man wollte beim Forechecking etwas zu viel und wurde ein ums andere Mal dafür bestraft. Lehrbuchmässig, wie Cazis sich aus Drucksituationen zu befreien wusste und dann vor dem Tor eiskalt vollendete – Chapeau! So stand’s dann plötzlich 4:16.

Mund abwischen. Einsatz und Einstellung stimmten gegen Cazis wieder und das ist, was zählt. In drei Wochen darf Spreiti zuhause antreten und trifft dort auf Tabellenführer Bäretswil und Unterkulm. Das Ziel ist klar: Punkte sollen her. Kommt also am 22. Oktober (15:25 & 17:15 Uhr) ins Seefeld! Vamos Spreiti! Zu wünschen wäre, dass die Defensivabteilung dann an die Leistung der ersten Runde und nicht an jene der zweiten Runde anknüpft. Denn ein Wort reicht, um die Defensivleistungen gegen Niederwil und Cazis zusammenzufassen: Ungenügend.

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