Gansingen

«Überrissene Gebühren für Bestattung»

«Überrissene Gebühren für Bestattung»

«Überrissene Gebühren für Bestattung»

Kritik an Beerdigungskosten von 7000 Franken – «Wucher», sagen die Hinterbliebenen.

«Die Verstorbene hat 96 Jahre in Gansingen gewohnt und war selbst dann noch dort angemeldet, als sie sich zuletzt im Alterszentrum in Laufenburg befand. Bekanntlich kann das Sterben grosse Unkosten verursachen, aber die überrissenen Gebühren, welche die Gemeinde Gansingen für eine Bestattung im Gemeinschaftsgrab erhebt, ist unverschämt», wandten sich Placi und Irmgard Schmid aus Laufenburg an die az Aargauer Zeitung.

Eine Angehörige sei Mitte Juni gestorben und wunschgemäss im Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof Gansingen beigesetzt worden. Kurz danach habe die Erbengemeinschaft von der Gemeinde Rechnungen für die Einsargung des Leichnams durch das Bestattungsinstitut, die Überführung zur Kremation, für das Grabkreuz, die Bestattung und anderes erhalten – ein Totalbetrag von über 7000 Franken.

«Für Beschwerde weder Zeit noch Geld»

«Sauer aufgestossen ist uns insbesondere, dass die Angehörigen für eine Urnenbeisetzung auf dem Gemeinschaftsgrabfeld einen angemessenen Unkostenanteil für die Gestaltung und den Unterhalt am Gemeinschaftsgrab von 1500 Franken an die Gemeinde zu entrichten haben. Wir fragen uns, weshalb die Erben für die Gestaltung des Grabes und den Unterhalt der Rasenfläche aufkommen müssen. In absehbarer Zeit erwirtschaftet die Gemeinde so Einnahmen von über 100000 Franken, mit denen das ganze Friedhofareal unterhalten werden kann. Ist dies der Zweck eines Gemeinschaftsgrabes?»

Da die Gemeinden autonom seien und ein Friedhofreglement in die Zuständigkeit der Gemeinde falle, sei eine Anfechtung der Bestimmungen nur mit grossem Engagement und finanziellem Aufwand durchzusetzen: «Für ein Beschwerdeverfahren mit Kostenrisiko haben wir weder Zeit noch Geld», so Placi Schmid.

«Wir zweifeln aber sehr daran, ob das Gansinger Friedhofreglement überhaupt gesetzeskonform ist, und deswegen haben wir uns an diverse Institutionen und Behörden gewandt, und diese finden auch, die Gebühren seien unverhältnismässig.»

Man habe sich bei verschiedenen Gemeinden in und ausserhalb des Kantons Aargau, inklusive der Stadt Zürich, über Reglemente und Verordnungen zum Bestattungswesen erkundigt, erwähnte Placi Schmid. «Bei allen diesen Gemeinden sind Beisetzungen von in den betreffenden Gemeinden wohnhaften Personen unentgeltlich. Sämtliche Leistungen, wie der Aufwand des Bestattungsinstituts, die Administration, Kremation, Holzkreuz inklusive Beschriftungen, Zuverfügungstellung eines Grabes, Aufwand des Bauamts und anderes werden von den Gemeinden vollumfänglich übernommen.» Placi und Irmgard Schmid betonen: «Widersinnig ist Paragraf 11 des Gansinger Friedhofreglements, wo es heisst, die Gemeinde übernimmt die Kosten für die Zurverfügungstellung eines Reihen- oder Urnengrabes, Beisetzung, Herrichten und Einfüllen des Grabes. Hätten wir dies vorher gewusst, wäre die Verstorbene gebührenfrei in einem Urnengrab beigesetzt worden.»

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