Ohne Headset am Ohr sieht man ihn um diese Zeit des Jahres kaum: Benno Krämer schreitet geschäftig das CIS-Areal ab, wo ein Messezelt der schneidenden Bise zum Trotz allmählich Form annimmt. Hier nämlich geht von Donnerstag bis Sonntag die zwölfte Auflage der Eigenheim-Messe über die Bühne, die er zusammen mit seiner Ehefrau Monika organisiert.

Rund 160 Aussteller bieten in drei Hallen, in einem Messezelt und auf einem Aussengelände auf total 6000 Quadratmetern abermals alles für Haus- und Liegenschaftsbesitzer, oder für jene, die es noch werden wollen. Im Zentrum stehen wie jedes Jahr alle Fragen rund um die Baufinanzierung, die Bauplanung, die Bauausführung selbst, weiter aber auch Fragen um die Ausstattung des Eigenheims oder um die Gestaltungs- und Sanierungsmöglichkeiten für bereits bestehende Bauten.

Sanieren hoch im Kurs

Wie eh und je bildet das Rahmenprogramm der Eigenheim-Messe auch jeweils die Trends der Baubranche ab. Zum Beispiel Werterhaltung: «Es wird aktuell weniger neu gebaut, aber mehr saniert, sowie um- oder ausgebaut», stellt Krämer fest. Auf diese Schwerpunkte ist auch das Gros der Fachpräsentationen der Messe ausgerichtet: Hier stehen Sanieren und Energieeffizienz im Fokus. Und um Energieeffizienz geht es – neben dem alljährlichen Kompetenzzentrum – auch bei der integrierten Sonderschau: Im Zentrum steht dort der Verein Minergie, der 2018 sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Ein ansonsten zukunftsträchtiges Thema rückt dafür heuer eher in den Hintergrund: Smart Home, das Schlagwort, hinter dem sich die umfassende Digitalisierung der Haussteuerung verbirgt, hat weniger Konjunktur. Aus Kostengründen, so Krämers Einschätzung, würden viele auf «Digitalisierung light» setzen, das heisst, lediglich auf Überwachungskameras oder Beschallungssysteme, die nur minime und kostensparende Eingriffe in die Bausubstanz erforderten.

Im Bereich Neubau dürfte vor allem das Stockwerkeigentum herausstechen. «Vor allem Mehrfamilienhäuser sind im Kurs», sagt Monika Krämer. Nicht zuletzt das dominierende Thema der Raumplanung – das verdichtete Bauen – unterstreicht dieses Interesse. Darüber hinaus profitiere die Branche von einem weiterhin tiefen Zinsniveau.

Personeller Ausbau

Während die Ausstellung bis auf den letzten Quadratmeter an seine Wachstumsgrenzen stösst, bewährt sie sich als regionale Fachmesse in einem sonst eher rückläufigen Messeumfeld – und wächst personell: Seit dieser Durchführung wurde das Kernteam von Benno und Monika Krämer erweitert. Neu ist Karin Burn als Messespezialistin mit an Bord. Sie ist bereits in der Messeleitung der Thuner HausBau ImmoMesse, der Schwestermesse der Eigenheim-Messe. Die Ausstellung bleibt mittelfristig zwar weiterhin in Krämers Händen. Allerdings denkt das Ehepaar schon heute laut über eine Nachfolgelösung nach: «Ich bin bald 62», sagt Benno Krämer, «und wir wollen die Kontinuität der Ausstellung sicherstellen.»

Entwickelt hat sich die Eigenheim-Messe in den vergangenen Jahren vor allem in Richtung Digitalisierung: mit App, Online-Ticketing oder einem für alle Endgeräte angepassten Webauftritt. Neu werden auch interne Abläufe digitalisiert, wie Krämer ausführt. So können sich Aussteller online anmelden. Auch andere Prozesse wie Fakturierung oder Kommunikation laufen auf digitalem Weg. «Das bedeutet eine Zeitersparnis für beide Seiten.»

Eigenheim-Messe und das CIS

Von den Sanierungsproblemen und dem Konkurs der CIS-Muttergesellschaft Dinett spüren Krämers indes nicht viel: «Wir pflegen ein gutes Verhältnis sowohl zur Geschäftsführung, als auch zum Verwaltungsrat des CIS», sagt Benno Krämer. Und: Die Infrastruktur des Sportzentrums sei mittlerweile auf Vordermann gebracht – gerade auch für die anstehenden Messe: Die Dachluken lassen sich wieder öffnen und schliessen, das Flachdach ist saniert und damit abgedichtet. Und bis zum Start soll auch das Säli im Gastrobereich noch aufgefrischt werden.

Nur vereinzelt seien Krämers von Ausstellern auf den Medienrummel rund um die finanziell serbelnde CIS Solothurn AG konfrontiert worden. Ansonsten sei aber auch gerade durch Notlösungen für den Konkursfall eine Durchführung der Eigenheim-Messe im CIS nie auf der Kippe gestanden. Und: «Die Aussteller, von denen viele schon lange dabei sind, vertrauen uns, dass wir die Messe nicht unter unsicheren Bedingungen durchführen würden.»