Diesmal haben sich die Linksmähder vergeblich gewehrt. Die antennenlose Zeit geht auch in ihrem Dorf bald zu Ende. Das Regierungsstatthalteramt Oberaargau erteilte der Swisscom am Dienstag die Bewilligung für eine Natel-Antenne auf einem Mehrfamilienhaus am Untergässli.

Gemäss dem Berner Amt für Wirtschaft (beco) erfülle die Antenne alle Bestimmungen der Verordnung über nicht ionisierende Strahlung (NISV) und sei daher bewilligungsfähig, schreibt Regierungsstatthalter Martin Sommer in seiner Medienmitteilung. Auch die kantonale Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) habe diesmal keine grundsätzlichen Einwände.

Anrecht auf die Bewilligung

Die Bedenken der Einsprecher und der Einwohnergemeinde bezüglich der Auswirkungen der Strahlung habe er ernsthaft geprüft, hält Martin Sommer fest. Sie seien aber aus baurechtlicher Sicht nicht relevant. Deshalb habe die Swisscom Anrecht auf die Baubewilligung.

Rolf Ledermann, einer der ursprünglich 26 Einsprecher, reagierte nicht überrascht, aber enttäuscht auf den Entscheid. Man habe den Einsprechern bereits bisher wenig Hoffnung gemacht. Er habe auch den Eindruck gehabt, dass sich die Gemeinde bisher weniger engagiert habe als beim Gesuch von Orange im letzten Jahr. Trotzdem wird Ledermann den Eindruck nicht los, dass es bei den Natel-Antennen vor allem um die Macht und den Gewinn grosser Konzerne geht, denen einzelne Anwohner wenig entgegensetzen können.

Nicht nachvollziehbar ist für ihn auch, dass eine Antenne in einem gesichtslosen Industriegebiet hinter dem Bahnhof aus Ortsschutzgründen verhindert werden konnte, während man in einem Wohngebiet mitten im Dorf keine Handhabe dagegen haben soll.

Alle Fachgutachten positiv

Hanspeter Hofer, Bauverwalter von Madiswil, hat den Entscheid des Regierungsstatthalters so erwartet. Die Fachgutachten hätten beim Gesuch der Swisscom alle positiv gelautet, während bei der Orange-Antenne die OLK sich dagegen ausgesprochen habe, «und sie hat Gewicht». Deshalb habe die Gemeinde dort auch mehr Möglichkeiten gesehen, die damals rund 70 Einsprecher zu unterstützen.

Dass auch die Einsprecher selbst ihre Chancen realistisch einschätzten, liest der Bauverwalter auch daraus ab, dass sich mehr als drei Viertel von ihnen nach der Einspracheverhandlung zurückzogen, respektive ihre Einsprache in eine Rechtsverwahrung umwandelten. Nur sieben hielten sie aufrecht.

Froh über den positiven Entscheid zeigte sich Annina Merk, Mediensprecherin der Swisscom. Swisscom sei zuversichtlich gewesen, dass die Bewilligung erteilt werde, da der Standort in Madiswil sehr gut und dort eine Antenne nötig sei. Nun hoffe man, dass das auch so bleibe und der Entscheid nicht angefochten werde. Während Hofer einen Weiterzug ausschloss, konnte Ledermann dazu noch nichts sagen, da er noch nicht im Besitz des Entscheids war.