Lediglich die hinter Bäumen und Sträuchern leicht versteckte Langeten plätschert ihr ewiges «Lied» in die prächtige Landschaft hinaus. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein und dort, wo der dichte Blätterwald hin und wieder einen flüchtigen Blick auf den Langetenlauf freigibt, wird das Bild zur wahren Idylle.

Doch leider hat dieses ungetrübte Bild an Glanz verloren. «Das Langetenwasser hat vielen Fischen längst den Garaus gemacht», sagt Matthias Schreier mit einem sorgenvollen Blick. Ihm liegt diese Langeten am Herzen. Er schwärmt von einem «einzigartigen Naherholungsgebiet» hier im Oberaargau.

Hilfe von 40 Schülern

Doch als Pächter eines Teils des Langetenlaufs weiss er nur zu gut, dass es mit vielem in und an der Langeten leider nicht gut bestellt ist. «Manchmal», so der passionierte Fischer, «frage ich mich schon, warum der Mensch zur Natur nicht mehr Sorge trägt.» Eine Katastrophe sei es, was die Leute achtlos wegwerfen, ereiferte er sich und meinte dann, dass es manchmal an den Uferpartien wie in einer Kehrichtgrube aussehe. Dabei wies er auf die eben eingesammelten 20 Säcke voller Unrat hin.

Denn Jahr für Jahr säubert Matthias Schreier zusammen mit einigen Oberaargauer Fischerkameraden die Langeten und ihre Uferpartien von Rohrbach hinunter bis zum Kleinkraftwerk in Lotzwil. Und diese Strecke wurde auch diesmal einer gründlichen Reinigungsaktion unterzogen, wobei er neben Augustin und Philipp Schreier sowie Peter Schüpbach auf die tatkräftige Hilfe von 40 Schülerinnen und Schülern von zwei Langenthaler Schulklassen der Lehrer Marc Äschimann und Nik Schär zählen konnte.

Eine halbe Tonne Kehricht

Bereits zum vierten Mal wurde diese Putzaktion mit Schülern durchgeführt. Dabei ging es aber nicht «nur» um das Einsammeln des Kehrichts; vielmehr benutzten die Initianten die Gelegenheit, den Kindern zu zeigen, was mit achtlos weggeworfenem Abfall geschieht. Ihnen oblag es auch, den Kindern nicht nur die Schattenseiten zu zeigen, sondern auch das, was da so alles im und am Wasser schwimmt und kriecht und dabei auf sauberes Wasser angewiesen ist. «Natürlich wollen wir nicht nur von der Arbeit der Schüler profitieren, sondern ihnen auch zeigen, wie wichtig eine intakte Natur ist», sagte Schreier.

Er lobte zudem auch das eingespielte Organisationsteam. «Die Schule macht jedes Jahr freudig mit, die Firma Thomi spendete 100 Paar Handschuhe, die Baumschule Anderegg lieferte die leeren Torfsäcke und die Gemeinde Madiswil entsorgt sachgemäss die gefüllten Kehrichtsäcke», sagte Schreier, der als Dank die treuen Helferinnen und Helfer zu der von den Initianten offerierten Grillparty in die Fischerlodge bei Weinstegen einlud. Hier zeigten sich die Schüler beeindruckt von diesem erlebten Naturkundeunterricht und von den mit rund einer halben Tonne gefüllten 20 Kehrichtsäcken. «Wir erschraken, was da alles und in welchen Mengen achtlos weggeworfen wird», war die einhellige Meinung der jungen Leute.