Nach einer halben Stunde erzielte der 23-Jährige mit einem wunderbaren Scherenschlag aus sieben Metern das 2:1. Steffen konnte sein Glück kaum fassen, herzte erst jeden Teamkollegen, der ihm in die Nähe kam, kletterte dann den Sicherheitszaun beim Gästeblock hoch und liess sich von den Fans der Berner feiern. Sekunden später sprintete der Torschütze in Richtung Uli Forte und klatschte mit dem YB-Trainer ab. 

(Quelle: Youtube.com)

YB-Spieler Renato Steffens Traumtor gegen den FC Aarau

Himmel voller Geigen
YB führte gegen den FC Aarau nach 30 Minuten also mit 2:1. Für Steffen hing der Himmel voller Geigen. Anderthalb Stunden später glich der junge Mann aus Erlinsbach einem Häuflein Elend. «Natürlich war das 2:1 ein Traumtor», sagte er. «Aber im Endeffekt ist dieser Treffer für die Katze. Er nützt uns nichts. Wir haben ein Spiel verloren, das wir nie und nimmer aus den Händen hätten geben dürfen. Schliesslich hatten wir genug Chancen, um vor der Pause den dritten Treffer erzielen zu können. Das 3:1 wäre mit Sicherheit die Entscheidung gewesen. So aber hielten wir den FC Aarau im Spiel.»

Frust statt Lust
Und weil der FC Aarau in der zweiten Halbzeit dank Tugenden wie Herzblut und Leidenschaft aus dem 1:2 ein 3:2 machte, war für Steffen im Endeffekt Frust statt Lust angesagt: Dabei hätte sich der im Alter von 15 Jahren beim Verein vom Brügglifeld in Ungnade gefallene Junior sehnlichst einen Erfolg gewünscht. «Wir waren nahe dran, müssen uns aber selbst an der Nase nehmen», übte Steffen Selbstkritik. «YB hat wie schon so oft in dieser Saison zwei Gesichter gezeigt. Am Anfang war alles gut, am Schluss war alles schlecht.»
Und wie ist dieses Auf und Ab der Berner zu erklären? «Wenn wir das wüssten, dann wären wir einen entscheidenden Schritt weiter», sagt Steffen mit einem Kopfschütteln. «Ich bin jedenfalls ratlos. Wir gewinnen gegen Slovan Bratislava und den FC Zürich und verlieren gegen Buochs und Aarau. Das soll mir mal einer erklären.» Auch Steffens Trainer Forte sucht nach einer Erklärung. Zum Beispiel für das 2:2. «Es kann nicht sein, dass ein kleiner Spieler wie Andrist gegen unsere Hünen ein Kopfballtor erzielt.»