FC Aarau

Wut nach Cup-Blamage: FCA-Präsident Schmid feiert mit Constantin in Gränichen – statt beim Team zu sein

Während Sion-Präsident Constantin Tele M1 ein Interview gibt: Alfred Schmid steigt die Vip-Tribüne in Gränichen hinunter.

Während Sion-Präsident Constantin Tele M1 ein Interview gibt: Alfred Schmid steigt die Vip-Tribüne in Gränichen hinunter.

Die blamable Niederlage des FC Aarau gegen den unterklassigen FC Echallens verärgert die Fans. Doch in Rage bringt sie, dass ihr Präsident Alfred Schmid mit Sion-Amtskollege Christian Constantin in Gränichen feierte. Jetzt rechtfertigt sich Schmid.

Die Verletzungsnachricht von Mittelfeldspieler Miguel Peralta kurz vor dem Wochenende war nur der Auftakt eines rabenschwarzen Wochenendes für den FC Aarau. Am Sonntag verlor der Challenge-League-Club gegen den 1.-Ligisten FC Echallens mit 1:2. Das bedeutete das Aus in der ersten Runde des Schweizer Cups. Die Fans sind wütend.

Der Tweet von Joël Müller vergleicht den Aargau ironisch mit dem deutschen Bundesligisten Hamburger SV, der ebenfalls gegen einen Unterklassigen aus dem DFB-Pokal ausschied.

Doch damit war schon fast fertig lustig.

Der FC Aarau postete auf seiner Facebook-Seite angesichts der bitteren Niederlage den Kommentar: "Ohne Worte". 

Die Fans aber, die waren um Worte nicht verlegen. Sie kommentierten den Post zahlreich – und wütend. 

So dieser Fan, der vom Untergang des FC Aarau schreibt.

Zur Wut gesellte sich Ratlosigkeit: "Das schönste Wappen auf der Brust, aber was soll das?", schrieb ein FCA-Anhänger. Ein anderer meint: "Wieso seit ihr eigentlich Berufsfussballer, wenn ihr keine Freude am Fussball habt?"

Die Fans gehen mit dem Vorstand, den Spielern, ja dem ganzen FC Aarau hart ins Gericht. Von "Loosern" ist da die Rede, von "ihr Amateuren", von "Pfeifen", von "Schande" und "Scham". Eine Anhängerin schreibt: "Ihr seid der peinlichste Club der ganzen Schweiz."

Es wird der Rücktritt von so jedem Verantwortlichen gefordert, der für den FCA tätig ist, namentlich Sportchef Raimondo Ponte oder Vizepräsident Roger Geissberger.

Der abwesende Präsident

Öl ins Feuer goss der Umstand, dass der FC-Aarau-Präsident Alfred Schmid am Cup-Spiel des FC Gränichen gesehen wurde, der am Sonntag um 13 Uhr den FC Sion und seinen charismatischen Präsidenten Christian Constantin empfing. Sion siegte souverän 9:1. Um 15:30 Uhr nahm das Verhängnis dann in Echallens VD seinen Lauf – fernab des Präsidenten. 

Dass Präsident Schmid seinem Verein in der bitteren Stunde nicht zur Seite gestanden hatte, das blieb aufmerksamen Fans nicht verborgen.

Dieses Bild zeigt Alfred Schmid wie er während des TeleM1-Interviews mit Sion-Präsident Constantin die Treppe der Vip-Tribüne in Gränichen heruntersteigt:

Während Sion-Präsident Constantin Tele M1 ein Interview gibt: Alfred Schmid steigt die Vip-Tribüne in Gränichen hinunter.

Während Sion-Präsident Constantin Tele M1 ein Interview gibt: Alfred Schmid steigt die Vip-Tribüne in Gränichen hinunter.

Natürlich hat auch Schmid den Ärger mitbekommen, den seine Abwesenheit während der blamablen Niederlage ausgelöst hat. Gegenüber der az erklärt er sich so: Der FC Aarau und der FC Gränichen seien seit Jahren freundschaftlich verbunden. So habe der FCA auf dem Kunstrasenplatz in Gränichen tainieren dürfen. Schmid selbst wohnt im Ort.

Als bekannt geworden sei, welch attraktiver Gegner dem 2.-Ligisten zugeteilt worden sei, habe ihn sein Präsidentenkollege Samuel Keppler zum Spiel eingeladen, das als Fest zelebriert wurde.

Bildreportage vom Cup-Spiel Gränichen-Sion:

Angesichts der FCA-Niederlage kommt Schmid aber etwas ins Grübeln: "Vielleicht habe ich die Aufgabe gegen den FC Echallens etwas unterschätzt." Doch habe er angesichts des unterklassigen Gegners davon ausgehen dürfen, dass sein Club gewinnt.

Ponte vor Ort

Schmid sagt aber auch, dass mit Sportchef Ponte die Führungscrew vertreten gewesen sei. Und doch bleibt die Frage im Raum: Hätte der Präsident nach dem schlechten Saisonstart seines Vereins mit zwei Unentschieden und zwei Niederlagen nicht an die Seite seiner Mannschaft gehört – statt an jene des Walliser Sonnenkönigs Constantin?

Cup-Knaller: FC Sion – FC Gränichen

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Den Spielball liess der FC Gränichen mit dem Helikopter auf die Zehndermatte einfliegen. Die Hoffnung auf eine Cupüberraschung war nicht von Dauer.

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