Women's Super League
Am Ende folgt das «Zückerli» für die FCB Frauen

Die FCB Frauen um Vanesa Hoti wollen ihre gute Hinrunde mit einem Heimsieg gegen die FCZ Frauen krönen.

Riccardo Ferraro
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Am Sonntag schnürt Vanesa Hoti die Schuhe gegen ihre Ex-Kolleginnen.

Am Sonntag schnürt Vanesa Hoti die Schuhe gegen ihre Ex-Kolleginnen.

Nicole Nars-Zimmer

SMS-Kontakt hatte Vanesa Hoti mit ihren Ex-Kolleginnen nicht und eine Wette läuft auch nicht. «Die Spielerinnen sollen sich von den Gegnerinnen fernhalten», sagte ihre Trainerin Danique Stein und lacht. Im Vorfeld des Meisterschaftsspiels gegen die FCZ-Frauen herrscht bei den zweien eine lockere aber konzentrierte Stimmung.

Vor der Winterpause und nach einem dreiwöchigen Nationalmannschaftsunterbruch noch ein Spiel zu absolvieren, tönt nach einer unliebsamen Pflichtaufgabe. Vanesa Hoti verneint das jedoch. Für sie ist Fussballspielen allgemein ein Dürfen und keine Pflichtaufgabe. Sie und ihre Kolleginnen freuen sich auf das letzte Spiel der Vorrunde. Ihre Chefin, Danique Stein, sieht die Pause gar als Vorteil. Sie sagt:

«Wir hatten zwei Wochen Zeit, die Spannung aufzubauen und haben dabei zwei Testspiele absolviert.»

Gegen die Jungs der Kickers Basel (2:5) und gegen die SC Freiburg Frauen (1:1) hat sich das Team auf das intensive Spiel am Sonntag vorbereitet.

Fünf Punkte trennen die Baslerinnen von der Tabellenspitze. Rechnen will Stein jedoch nicht. Sie will – ganz der Profi – grundsätzlich jedes Spiel gewinnen und die bestmögliche Leistung abrufen. «Dann können wir für eine Überraschung sorgen», sagt sie. Überraschungen, die es in dieser Liga ab und zu Mal gibt.

Die FC Aarau Frauen beispielsweise konnten die Zürcherinnen im Oktober schlagen. Und auch den Sieg ihres Teams gegen GC bezeichnet Stein als Überraschung. Sie findet:

«Es wäre fahrlässig von uns, wenn wir gegen den FCZ zehn Prozent motivierter und gegen andere Teams weniger motiviert wären.»

Immer eine tolle Motivation hingegen sei es, wenn ihr Team wie am Sonntag zuhause spielen darf.

Der Frauen-Klassiker findet am Sonntag um 14:00 Uhr auf dem Nachwuchs-Campus statt. Keine 500 Meter weiter spielt das Herrenteam zeitgleich gegen Lausanne. Ein Fakt, der bei den Frauen doch auf etwas Unverständnis stösst. «In Zukunft wird da möglicherweise mehr Rücksicht genommen. Mir ist jedoch grundsätzlich wichtig, dass beide Teams drei Punkte holen», sagt Stein.

Vanesa Hoti hat das Duell von beiden Seiten erlebt

Vanesa Hoti kennt die FCZ-Frauen besonders gut. In der Saison 2019/20 spielte die Baslerin für den FCZ. Der im Burgfelder-Quartier Aufgewachsenen war klar, dass sie irgendeinmal eine fussballerische Veränderung brauchen wird. Da kam das Angebot des FCZ gerade richtig. «Ich wurde dort gut aufgenommen und die Leute waren offen», erklärt Hoti. Umgekehrt wurde sie schon komisch angeschaut, wenn sie in Basel mit den FCZ-Kleidern gesehen wurde.


Die aktuelle Rangliste

  1. Zürich 21 Punkte
  2. Grasshoppers 19 Punkte
  3. Servette 18 Punkte
  4. Basel 16 Punkte
  5. St. Gallen 14 Punkte
  6. YB 10 Punkte
  7. Luzern 8 Punkte
  8. Aarau 8 Punkte
  9. Yverdon 3 Punkte
  10. Lugano 1 Punkt

Nach einer Saison kehrte Hoti jedoch schon wieder zu ihrem Heimatklub zurück. «Beim FCB gab es einen Trainerwechsel und ich nahm das Rückkehr-Angebot aus sportlicher Sicht an», sagt sie. Zum Spiel gegen ihre Ex-Kolleginnen sagt Hoti:

«Ich kenne die Spielerinnen zwar, aber ich gehe jedes Spiel gleich an.»

Nicht nur in der Tabelle sind die Zürcherinnen spitze. Mit Fabienne Humm, die jedoch verletzt ist, und Meriame Terchoun stehen gleich zwei Spielerinnen des FCZ in der Torschützenliste zuoberst. Zudem sind die FCZ-Spielerinnen überdurchschnittlich gross. Doch nicht nur das hat Stein bei der Gegnerinnen-Analyse erkannt.

Auch der Ehrgeiz der FCZ-Frauen sei besonders gross. Das liegt gemäss Stein auch an der deutschen Trainerin Inka Grings. «Die FCZ-Spielerinnen wissen, was es braucht, um erfolgreich zu sein. Wenn sie nicht alles geben werden sie von der Trainerin aufgefressen», erklärt sie. Stein legt den Fokus jedoch lieber auf das eigene Team und sagt mit einem Augenzwinkern:

«Auch meine Spielerinnen wissen unterdessen, dass das bei mir ganz ähnlich ist.»

Nach dem letzten Vorrundenspiel am Sonntag beginnt für Danique Stein die Zeit, zurückzublicken. «Als ich im Juli startete, hatten wir elf Verletzte. Nach und nach sind dann Leistungsträgerinnen zurückgekommen. Wenn wir aus dem Vollen schöpfen können, haben wir ein sehr interessantes Team», resümiert Stein. Die Spiele, die sie gewinnen wollten, konnten sie gewinnen.

Einzig das Spiel gegen St. Gallen, in welchem kurz vor Schluss der Ausgleich fiel, nagt noch an ihr. «Ich freue mich auf den weiteren Prozess. Mit dem neuen Playoff-Modus wird erst ganz am Schluss abgerechnet», meint die Trainerin.

In der Winterpause dürfen die Spielerinnen einige freie Tage geniessen. Viele arbeiten oder haben Abschlussprüfungen. Die Rückrunde startet im Februar. Vorerst gilt jedoch der volle Fokus auf das Spiel gegen die Tabellenführerinnen aus Zürich. Dort soll die gute Vorrunde mit dem «Zückerli», wie Stein das Abschlussspiel zuhause gegen den FCZ nennt, abgerundet werden.

Women’s Super League
Lugano – St. Gallen Sa, 14 Uhr
Luzern – Servette Sa, 16 Uhr
Aarau – Yverdon Sa, 18.30 Uhr
Basel – Zürich So, 14 Uhr

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