Wimbledon
Roger Federer steht im Achtelfinal und spricht erstmals vom Titel: «Ich fühlte diese Ruhe und Gelassenheit»

Roger Federer bezwingt den Briten Cameron Norrie (25, ATP 34) mit 6:4, 6:4, 5:7, 6:4 und steht in Wimbledon bereits zum 18. Mal in den Achtelfinals. Dort trifft er auf den Italiener Lorenzo Sonego (ATP 27).

Simon Häring
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Roger Federer steht in Wimbledon in den Achtelfinals.

Roger Federer steht in Wimbledon in den Achtelfinals.

EPA

Vor Wochenfrist sagte Roger Federer, sein Ziel sei es, in Wimbledon die zweite Turnierwoche zu erreichen, «und mit jedem Spiel, das vergeht, glaube ich mehr an meine Möglichkeiten», sagte er. Nun steht Federer in Wimbledon nach einem hart erkämpften 6:4, 6:4, 5:7, 6:4 gegen den Briten Cameron Norrie (26, ATP 27) zum 18. Mal mindestens in den Achtelfinals.

Mitte des ersten Satzes gewinnt Federer 12 Punkte in Folge und realisiert beim Stand von 3:3 das entscheidende Break. Im zweiten Satz legt Federer mit einem Break zum 2:0 den Grundstein. Ausgeglichen verläuft der dritte Durchgang, in dem Federer beim 5:5 zwei Breakchancen nicht nutzt, und danach erstmals seinen Aufschlag und den Satz abgeben muss. Im dritten Durchgang geht er mit Break 3:2 in Führung, gibt den Vorsprung aber wieder aus der Hand. Beim Stand von 4:4 gelingt Federer erneut ein Break. Danach serviert er zum Matchgewinn aus. Federer sagt:

«Ich bin sehr erleichtert. Das war eine grosse Schlacht. Ich habe jede Minute genossen. Es ist eine grosse Freude, noch immer Tennis spielen zu dürfen. Ich hoffe, es steckt noch etwas in mir.»
Roger Federer überzeugt in Wimbledon weiter.

Roger Federer überzeugt in Wimbledon weiter.

EPA

Die Erleichterung war Federer nach verwandeltem Matchball anzusehen. Den Erfolg gegen Cameron Norrie, der beim Rasenturnier in Queen's den Final erreicht hatte, stuft Federer noch höher ein als jenen gegen Gasquet, über den er gesagt hatte, es habe sich «wie früher» angefühlt. «Ich fühle mich komplett anders als zu Beginn des Turniers. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Einstellung. Es war vielleicht das erste Mal, dass ich ich mich auf dem Platz richtig wohl gefühlt habe. Es ist das grosse Bild, das zählt. Ich bin ruhig und entspannt. Und genau so möchte ich mich fühlen.»

Federer jubelt über den Achtelfinal-Einzug in Wimbledon

Federer jubelt über den Achtelfinal-Einzug in Wimbledon

Alastair Grant / AP

Angereist war Federer mit vielen Fragezeichen, doch diese liessen sich «wegkämpfen, wenn du Spiele gewinnst», sagte er. Und erstmals sprach er von der Möglichkeit, das Turnier gewinnen zu können, als er bemerkte: «Man kann Wimbledon in der ersten Woche nicht gewinnen, aber verlieren. Deshalb bin ich froh, bin ich so gut durchgekommen. Körperlich und mental fühle ich mich gut.» Mit acht Siegen ist Federer in Wimbledon Rekordsieger, 2019 trennte ihn im Final gegen Novak Djokovic zwei Mal nur ein Punktgewinn vom neunten Titel. Das war allerdings bevor sich der bald 40-jährige Federer zwei Mal hatte am Knie operieren lassen müssen.

Federer nächster Gegner ist der 26-jährigen Italiener Lorenzo Sonego (ATP 27), der in Wimbledon erstmals in den Achtelfinals steht, und auf dem Weg dorthin nur einen Satz hat abgeben müssen. Auf Rasen fühlt sich Sonego besonders wohl: 2019 gewann er in Antalya sein erstes ATP-Turnier auf Rasen, in Woche vor Wimbledon stand er in Eastbourne im Final.

Lorenzo Sonego ist Roger Federers Gegner in den Achtelfinals.

Lorenzo Sonego ist Roger Federers Gegner in den Achtelfinals.

Bild: Alastair Grant / AP

Sonego steht bei 13 Siegen auf Rasen – weniger, als Federer auf seiner bevorzugten Unterlage Titel gewonnen hat: 19. Das bisher einzige Duell zwischen den beiden fand allerdings auf Sand statt: 2019 setzte sich Federer in der ersten Runde der French Open in drei Sätzen durch.

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