Als alles schon entschieden war, durfte Thomas Häberli auch noch auf den Platz. Am 4. September 2004 wurde der damals 30-Jährige in der 75. Minute beim Stand von 6:0 gegen die Färöer-Inseln zum ersten Mal für das Schweizer Nationalteam eingewechselt. Alexandre Rey und Johan Vonlanthen hatten zum Start der WM-Qualifikation zuvor für die Schweiz je drei Tore geschossen. Sie waren zum Zug gekommen, weil viele Offensivspieler verletzt oder gesperrt fehlten.

Im nachfolgenden Spiel gegen Irland wurde Häberli von Trainer Köbi Kuhn noch zum Einlaufen geschickt, eingesetzt wurde er aber trotzdem nicht, und später nie mehr aufgeboten.

Traurig darüber, dass nach dem Färöer-Spiel kein zweites Länderspiel dazu kam, ist Häberli heute nicht. «Ich freue mich, dass ich überhaupt mal für die Schweiz spielen durfte», sagt er. Ein bisschen enttäuschend fand er es lediglich, dass er für die Heim-EM 2008 trotz toller Torquote für YB (18 Tore, 14 Assists in der Saison 2007/08) nicht aufgeboten wurde.

Fast 15 Jahre nach seinem einzigen Länderspiel debütiert Häberli morgen als Cheftrainer zum ersten Mal international. Im Hinspiel der Europa-League-Qualifikation trifft der FCL auf ein Team von den Färöer-Inseln: KÍ Klaksvík. «Es gibt ja keine Zufälle im Leben, aber diese Geschichte ist schon ein bisschen gesucht», meint er schmunzelnd. «Doch es ist sicher speziell, dass es für mich zweimal gegen ein Team von den Färöer-Inseln geht. Deshalb habe ich aber keinen grösseren Bezug zu diesen Inseln.» Für Häberli soll es diesmal sowieso nicht wie bei den Länderspielen bei einer einmaligen Angelegenheit blieben. Er ist überzeugt:

Wenn es nach ihm geht, auch nicht der letzte in diesem Jahr. «Ein Weiterkommen gegen Klaksvik ist für uns Pflicht.» Um sich über den unbekannten Gegner schlau zu machen, hat der FC Luzern Gegner Klaksvik intensiv beobachtet. An beide Spiele der vorherigen Qualifikationsrunde gegen Riteriai (Litauen) hat er Beobachter geschickt. «Natürlich ist der Aufwand in der Vorbereitung deutlich grösser als bei einem Meisterschaftsspiel, bei dem man den Gegner bereits davor schon gut kennt», so Häberli.

Man habe auch mit Videomaterial arbeiten können, aber: «Am Besten ist es, wenn man den Gegner live beobachten kann.» In der Analyse hat Häberli Klaksvik als sehr physischen Gegner ausgemacht. «Es wird nicht einfach. Wenn man gesehen hat, wie sie sich über das Weiterkommen gefreut haben, sieht man, wie speziell es für sie ist. Sie werden voller Leidenschaft spielen.» Die FCL-Spieler müssen sich zudem auf eine harte Gangart des Gegners gefasst machen. Zudem ist das Team von Klaksvik laut Häberli sehr organisiert, taktisch gut geschult und agiert defensiv.

Bereits seit Montag bereiten sich die Färinger in Nottwil auf das kommende Spiel vor. Sie wollten sich akklimatisieren, da die Temperaturen auf den Färöer-Inseln deutlich tiefer sind als in der Schweiz. Heute trainiert das Halb-Profi-Team zudem erstmals in der Swisspor Arena.