Bundesliga

Werder Bremen erzwingt mit 6:1-Kantersieg die Barrage – Dortmund blamiert sich

Werders Yuya Osako (r) jubelt mit Milot Rashica und Marco Friedl (l) über sein Tor zum 5:0.

Werders Yuya Osako (r) jubelt mit Milot Rashica und Marco Friedl (l) über sein Tor zum 5:0.

Werder Bremen hat vorerst den Abstieg in die 2. Bundesliga verhindert. Die Norddeutschen retteten sich in der letzten Runde dank dem 6:1 gegen Köln noch auf Kosten von Düsseldorf auf den Barrage-Platz. Borussia Mönchengladbach spielt in der Champions League.

Bremen hatte sein Schicksal in der 34. Runde nicht mehr in den eigenen Händen. Fortuna Düsseldorf musste auch noch gegen Union Berlin verlieren, damit sich das Bremer Wunschszenario erfüllt. Aber fast unwahrscheinlicher als der Fehltritt des Konkurrenten schien der eigene Erfolg. Im heimischen Weserstadion hatte Werder seit Anfang Jahr in acht Liga-Partien nur einen Punkt geholt bei einem Torverhältnis von 1:16. Das ergibt ein Tor in 720 Minuten.

Gegen den 1. FC Köln machten die Bremer innerhalb von sieben Minuten drei Tore. Yuya Osako, Milot Rashica und Niclas Füllkrug trafen zwischen der 22. und 29. Minute. Danach spielten sie sich völlig entfesselt zum 6:1. Während in Bremen Treffer um Treffer musste sich Düsseldorf bei Union Berlin 0:3 geschlagen geben. Die Düsseldorfer, die letzte Saison als Aufsteiger mit dem 10. Platz überrascht haben, begleiten Paderborn in die 2. Bundesliga. Was Düsseldorf widerfahren ist, dürfte ein Warnung für Union Berlin sein. Die Mannschaft von Urs Fischer war in dieser Saison mit dem 11. Platz der starke Aufsteiger.

Bremen hat den Abstieg nach 40 Jahren Bundesliga nur vorerst verhindert. Auf die Mannschaft von Florian Kohfeldt warten am 2. und 6. Juli noch zwei Duelle gegen den Dritten der 2. Bundesliga, der nach momentanem Stand Heidenheim ist. Es könnte aber nach der letzten Runde am Sonntag auch der Hamburger SV sein.

Peinliches 0:4 für Dortmund

Dortmund büsst auf Meister Bayern München schlussendlich 13 Punkte ein, auch weil es sich zum Saisonabschluss mit der 0:4-Heimniederlage gegen Hoffenheim blamierte. Alle Tore schoss Andrej Kramaric.

Dank der vier Treffer des kroatischen Angreifers (8./30./48./50./Foulelfmeter) bleibt den Kraichgauern die Europa-League-Qualifikation erspart. Mit dem Coup bei der völlig indisponierten Borussia gelang dem Aussenseiter am letzten Saisonspieltag der Fussball-Bundesliga noch der Sprung auf Platz sechs, der den direkten Einzug in die Gruppenphase des kontinentalen Wettbewerbs garantiert.

Dagegen geht das Team von BVB-Trainer Lucien Favre mit einer denkwürdigen Niederlage in die Sommerpause, die neue Zweifel an der Charakterstärke des Teams schüren dürfte. Wie sehr die normalerweise inspirierende Atmosphäre des eigenen, vollen Stadions der Borussia fehlt, dokumentiert die ernüchternde Bilanz in den Geisterspielen seit der Corona-Pause. Drei der fünf Partien endeten mit einer Niederlage.

Erstmals nach Monaten rückte Mario Götze zumindest für kurze Zeit mal wieder in den Mittelpunkt - obwohl er erneut nicht im Kader stand. Es passte ins Bild von der zuletzt eher enttäuschenden Zusammenarbeit, dass der WM-Held von 2014 vor dem Spiel in der tristen Leere des grössten Bundesliga-Stadions ohne Emotionen von den Rängen verabschiedet wurde. Immerhin unterbrachen seine Mitspieler für kurze Zeit ihr Aufwärmprogramm und spendeten lauten Applaus.

Ob ein Spieler wie Götze den Fehlstart der Borussia in die Partie verhindert hätte, sei dahin gestellt. Anders als die Dortmunder liessen die Hoffenheimer von Beginn an erkennen, dass es für sie noch um etwas geht. Gleich der erste vielversprechende Angriff bescherte die Führung: Nach Zuspiel von Pavel Kaderábek traf Kramaric sehenswert von der Strafraumgrenze zum 1:0.

Der frühe Rückstand zeigte beim BVB Wirkung. Von der spielerischen Finesse, mit der das Favre-Team noch vor einer Woche beim 2:0 im Spitzenspiel bei RB Leipzig überzeugt hatte, war nichts mehr zu sehen. Zudem offenbarte die Abwehr bedenkliche Schwächen. Und das nutzte Kramaric erneut aus. Nach einem Schussversuch von Robert Skov beförderte der Kroate den Ball aus kurzer Distanz über die Linie und bestrafte den BVB zum zweiten Mal für eine bis zur Halbzeit indiskutable Vorstellung.

Auch der Versuch von BVB-Coach Fave, mit den Einwechslungen von Achraf Hakimi und Jadon Sancho für eine Wende zu sorgen, konnte sein Team nicht von der Lethargie befreien. Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff beseitigte Kramaric mit seinem dritten Treffer alle Zweifel am Sieg seiner Mannschaft. Der Elfmetertreffer des Kroaten zum 4:0 nach Foul von Mats Hummels an Munas Dabbur sorgte beim BVB für endgültige Resignation. Nahezu ohne Gegenwehr ergaben sich die Dortmunder in ihr Schicksal und entgingen nur mit Glück einer noch höheren Niederlage. 

Embolo und Vargas treffen

Die zweite noch fällige wichtige Entscheidung vor dem letzten Spieltag kam weniger spektakulär zustande. Borussia Mönchengladbach verteidigte dank dem 2:1 gegen Hertha Berlin seinen Platz in den Top 4 der Liga und bestreitet nächste Saison zum dritten Mal die Gruppenphase der Champions League. Eine Niederlage gegen Hertha Berlin verbunden mit einem Sieg von Leverkusen gegen Mainz hätte den Gladbachern in der letzten Runde die Europacup-Millionen gekostet.

Leverkusen ging zwar beim 1:0-Sieg gegen Mainz nach weniger als zwei Minuten in Führung, doch die Antwort der Borussen keine 50 Kilometer entfernt fiel prompt und dank Breel Embolo. Der Basler Stürmer setzte sich im gegnerischen Strafraum mit viel Einsatz gegen zwei Gegenspieler durch und lieferte Torschütze Jonas Hofmann die perfekte Vorlage zum 1:0 nach sieben Minuten. In der 78. Minute machte Embolo mit seinem achten Saisontreffer alles klar. Leipzig verteidigte seinen 3. Platz dank dem 2:1 in Augsburg. Neben zweimal Timo Werner für die Leipziger, traf auch der Innerschweizer Ruben Vargas für die Augsburger (6. Saisontor).

Für Bayern München ging es im letzten Spiel um nichts mehr. Der Meister bewies aber mit dem 3:0 in Wolfsburg, dass er in der Bundesliga eine Klasse für sich ist. Dank den Toren von Kingsley Coman, Mickael Cuisance, Thomas Müller und Robert Lewandowski erhöhten die Münchner ihre Torausbeute in dieser Saison auf 100. Mehr als ein Drittel ging auf das Konto von Torschützenkönig Robert Lewandowski (34 Treffer).

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