Am Ende der regulären Spielzeit hatten die unbeeindruckten SHV-Vertreter in der gefüllten Halle der Einheimischen ein 27:27 erreicht, die Verlängerung endete 33:33. Im Penaltyschiessen hielt die von Nationalcoach Rolf Brack und Nachwuchs-Trainer Michael Suter geführte Mannschaft dem Druck stand.

Der Erfolg gegen die Uni-Equipe des neunfachen Asienmeisters ist angesichts der bereits jahrelangen Stagnation der Schweizer auf A-Team-Ebene zwar bemerkenswert, aufgrund der markanten Fortschritte auf Junioren-Level allerdings nicht als völlig überraschend zu werten.

Bereits mit der prominenten Besetzung der Teamleitung hatte der Verband seine Ambitionen signalisiert, internationale Imagepflege zu betreiben. Entsprechend positiv ist der Output der perfekt vorbereiteten und betreuten Equipe ausgefallen. Von sechs Partien hat sie nur jene gegen den nachmaligen Champion Portugal verloren und vor dem Exploit am letzten Spieltag bereits das deutlich höher taxierte Ungarn 29:25 besiegt.

"Die Jungs haben hier wirklich etwas gerissen", kommentierte Ingo Meckes das vorzügliche Ergebnis. Der Leistungssportchef des SHV betonte, dass alle Nationen der vorderen Tableauhälfte "mit fünf bis sechs Nationalspielern" angetreten seien. "Israel sogar mit zwölf!" Lew Woronin, der frühere Handball-Olympiasieger und in Korea Taktgeber der sechstplatzierten Russen, habe ihm gegenüber die hohe Qualität der achttägigen Veranstaltung bescheinigt.

Das Gros des Universiade-Dritten gehört zum Stamm der Schweizer Landesauswahl, die zuletzt in der EM-Ausscheidung sieg- und chancenlos gescheitert war und sich seit 1995 vergeblich um eine weitere WM-Teilnahme bemüht. In Asien deuteten diverse Spieler nun aber an, dass mit ihnen womöglich auch auf einer grösseren Bühne doch noch zu rechnen ist.

Allen voran Nicolas Raemy überzeugte während des gesamten Turniers. Der brillante Linkshänder von Wacker Thun markierte 41 Treffer und erreichte in Ranking der besten Skorer hinter dem Partizan-Hoffnungsträger Vanja Ilic Position 2. Der 23-jährige Rückraum-Künstler gilt nach wie vor als Versprechen für die nahe Zukunft.