Schweiz
Schweiz nach Remis in Lettland weiter auf WM-Kurs

Leiden in Lettland: Die Schweiz geriet auf ihrem WM-Kurs arg ins Schleudern. Aber dank dem Ausgleichstreffer von Eren Derdiyok hat das Team von Ottmar Hitzfeld den angestrebten «goldenen» Punkt geholt. Der Weg zum Gruppensieg ist auch dank moldawischer Schützenhilfe zum Greifen nah.

Drucken
Schweizer Nati

Schweizer Nati

Keystone

Felix Bingesser, Riga

Veni, vidi, vici, Eren wie einst Julius. Man schrieb die 80. Minute, Eren Derdiyok war Momente zuvor für Gelson Fernandes aufs Feld gekommen. Captain Alex Frei trat einen Eckball und der Mann von Bayer Leverkusen schraubte sich in die Höhe und traf mit seinem wuchtigen Kopfball zum 2:2-Ausgleich.

Ein Treffer von monumentaler Bedeutung. Denn nach dem 1:1 der Griechen in Moldawien muss die Schweiz nun auswärts Luxemburg bezwingen und in diesem Fall würde bereits ein Unentschieden im Heimspiel gegen Israel zum Gruppensieg und zur WM-Qualfikation genügen. Oder um es in der Bildsprache zu formulieren: Die Schweiz hat «eingecheckt, sitzt im Flugzeug nach Südafrika und ist bereits auf dem Landeanflug auf Johannesburg.» «Unsere Ausgangslage hat sich heute Abend sogar noch verbessert», sagt Trainer Ottmar Hitzfeld dazu. Er, der erneut ein goldenes Händchen hatte und mit Derdiyok seine Trumpfkarte im richtigen Moment zog.

Geduld als Markenzeichen

Dabei begann die Partie aus Schweizer Sicht erwartet harzig. Die Letten waren nicht gewillt, «mitzuspielen», sie zogen sich zurück und agierten im Stile einer Auswärtsmannschaft. Und den zu Beginn fahrigen und unkonzentrierten Schweizern (Fernandes) fehlten wie schon gegen Griechenaland die spielerischen Möglichkeiten, um die massierte lettische Abwehr aufzureissen. «Wir fanden den Rhytmus nicht», so Hitzfeld.

Es ist mittlerweile aber zum «Markenzeichen» der Schweizer geworden, geduldig auf die Chance zu warten und die Nerven nicht zu verlieren. Und diesmal kam die Chance bereits vor dem Wechsel. Es war eine Co-Produktion der zuletzt heftig krtitisierten «Basler Connection». Benjamin Huggel umspielte herrlich Torhüter Vanins. Und seine Flanke verwertet Alex Frei per Kopf zum 1:0.

Es wurde nach dem Wechsel eine beschwingtere, eine offenere, eine weit unterhaltsamere Partie. Die Letten wurden zwangsläufig aktiver und mutiger. Und dann kam die verhängnisvolle 62. Minute: Alexander Cauna, der Dribbelkünstler von Skonto Riga «zog» aus 25 Metern ab. Und traf ins Glück. Ein wunderbares Tor, bei dem der Torhüter Diego Benaglio aber keine glückliche Figur machte. In der Rubrik «unhaltbar» wird der Treffer keinen Einzug finden, auch wenn Hitzfeld sich schützend vor Benaglio stellt. «Dieser Sonntagsschuss war unhaltbar.»

Jedenfalls begann das Schweizer Leiden. Das lettische Publikum erwachte und die Letten legten jegliche Zurückhaltung ab. Wohlwissend, dass ihnen bei dieser Ausgangslage und mit dem Spiel in Griechenland vor Augen nur ein Sieg weiterhelfen würde. Und als der 38-jährige und unverwüstliche Captain Astafejevs zum 2:1 traf, da «explodierte» das kleine Skonto-Stadion. Aber wie sich die Schweizer von diesem Tiefschlag erholten und Moral zeigten, war ein weiterer Beweis ihrer Reife und Homogenität.

Aktuelle Nachrichten