Europa-Spiele

Nina Christen sichert der Schweiz erste Medaille in Minsk

Nina Christen sorgt an den Europa-Spielen in Minsk für die erste Schweizer Medaille

Nina Christen sorgt an den Europa-Spielen in Minsk für die erste Schweizer Medaille

Die Schweiz darf in Minsk endlich jubeln. Schützin Nina Christen gewinnt mit dem Luftgewehr über 10 m Silber und sorgt für die erste Schweizer Medaille im Rahmen der zweiten Europa-Spiele.

Wieder ist es eine Schützin. Hatte an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vor drei Jahren Heidi Diethelm Gerber mit der Sportpistole (25 m) als Dritte für das erste Schweizer Edelmetall gesorgt, sprang an den Europa-Spielen in Minsk Nina Christen in die Bresche. "Ich habe die Medaille von Heidi in Rio erlebt. Dass ich es ihr hier in Minsk nachmachen konnte, ist einfach der Hammer", sagte Christen nach ihrem gelungenen Wettkampftag.

"Ich hoffe nun fest, dass der Knopf bei der Schweiz durch meine Medaille wieder aufgeht", so die Nidwaldnerin. An den ersten beiden vollen Wettkampftagen war Swiss Olympic ohne Medaille geblieben. In Rio waren auf Diethelm Gerbers Bronze sechs Schweizer Medaillen gefolgt, in Minsk will der Türöffner zum Medaillensegen Nina Christen heissen. Dass erneut eine Schützin die erste Schweizer Medaille gewinnen konnte, schreibt die 26-Jährige auch dem für ihren Sport benötigten Nervenkostüm zu. "Mit Druck umzugehen ist unser Business. Das müssen wir jeden Tag."

Christen zeigt keine Nerven

Beweise, wie gut sie Druck handhabt, hatte Christen am Montag zur Genüge geliefert. Mit 627,8 Punkten blieb sie am Morgen in der Qualifikation nicht nur knapp unter ihrem eigenen Schweizer Rekord, sie beendete die Ausscheidung mit dem zweitbesten Skore aller Teilnehmerinnen. Während etwa bei der russischen Qualifikationssiegerin Julia Karimowa die Konzentration dann im Final nachliess, behielt Christen ihren Fokus ohne Probleme.

Einzig an Laura-Georgeta Coman war in der Entscheidung kein Vorbeikommen. Zum zweiten Mal in diesem Jahr gab die Rumänin im Duell mit Christen die Spielverderberin. Schon an den Europameisterschaften in Osijek im März behielt Coman im Final das bessere Ende. Glückliche Dritte wurde die Tschechin Nikola Mazurova, die von Coman und Christen einen Olympia-Quotenplatz erbte.

Für Christen ist der 2. Rang in Minsk eine weitere Topklassierung in diesem Jahr: Auf ihren ersten Weltcup-Sieg im Februar in New Dehli im Dreistellungsmatch (50 m) folgte die Silbermedaille an den EM und nun bei den European Games (beides 10 m). "Es ist sicher ein toller Erfolg, aber für mich zählt auch immer die jeweilige Geschichte hinter einem Wettkampf", sagte Christen. Die Bedeutung von Silber an den Europa-Spielen sei für sie persönlich noch schwer abzuschätzen. Für die Schweiz allerdings könnte die Bedeutung gross sein: Als Hoffnung auf einen Diethelm-Gerber-Effekt.

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