Utzenstorf erlebte ein königliches Fest. König Kilian (Wenger) triumphierte. Er holte den ersten Festsieg seit 13 Monaten und dem Berner Kantonalen 2017. Im Schlussgang bodigte Wenger schon früh Lokalmatador Remo Käser, den Sohn von Adrian Käser, dem Schwingerkönig von 1989. Käser griff an, wurde von Wenger zuerst ausgekontert und nach einer Minute Bodenkampf ins Sägemehl runter gemurkst. Zudem stand das Fest im Zeichen des Rücktritts von Matthias Sempach, dem König von 2013.

12'500 Zuschauer widmeten Matthias Sempach kurz nach 15 Uhr eine letzte stehende Ovation. Sempach wurde in der Arena verabschiedet. Sempach hämmerte den Nagel ins Holz, an den er die Zwilchhosen symbolisch hängte. Es flossen Tränen bei der Familie und bei Freunden von Matthias Sempach - nicht aber beim König selber: "Es war ein wunderschöner Abschied und ein tolles Fest - von A bis Z perfekt", freute sich Sempach. "Letzten Montag entschied ich mich, Schluss zu machen. Ich denke, dass es der richtige Entscheid war. Ich verspüre grosse Erleichterung. Und ich bin zufrieden und stolz, was ich als Schwinger alles erleben durfte. Ich erlebte 25 wunderbare Jahre und möchte keinen Moment missen."

Wie vor fünf Jahren beim Eidgenössischen in Burgdorf war es Sempachs Klub, der auch das Berner Kantonale in Utzenstorf organisierte. Zum perfekten Fest für die Gastgeber fehlte am Ende nur der Heimsieg. Lokalmatador Remo Käser, heuer schon Gewinner des Südwestschweizer Teilverbandsfest, blieb aber im kurzen Schlussgang chancenlos - ebenso wie der einstige Unspunnen-Sieger Daniel Bösch, der mit drei Gestellten den Berner Kranz klar verpasste.

Kilian Wenger war am Ende gewiss der verdiente Sieger. Er gewann fünf Gänge (ein Unentschieden) und gewann das Berner Kantonale zum vierten Mal nach 2011, 2013 und 2017. Nur Christian Stucki hätte Wenger wohl stoppen können. Stucki gewann ebenfalls fünf Gänge bei einem Unentschieden; dem Seeländer fehlte aber eine Maximalnote, und für den Schlussgang wurde ihm der punktgleiche Remo Käser vorgezogen. Stucki beendete das Fest mit 13 Eidgenossen vor Matthias Aeschbacher im zweiten Rang.