Panini

Jetzt gibt es auch Panini von Schwingern

Schwinger-Panini

Schwinger-Panini

Was den Fussballerfans recht ist, ist den Schwingerfans billig: Unter diesem Motto verkaufen die Schwingklubs seit dem 1. April Schwingerbildli im Panini-Stil. Das Album «Der König» umfasst 176 Klebebilder, darunter auch diejenigen von fünf Solothurner Spitzenschwingern.

Wolfgang Rytz

Zwei Wochen vor dem Erscheinen des WM-Paniniheftes haben die Schwinger ihr Album lanciert. Im Hinblick aufs Eidgenössische Schwing- und Älplerfest vom 20. bis 22. August in Frauenfeld ergriff das Sportmuseum Schweiz die Initiative. Mit Unterstützung des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) und der Fachzeitung «Schlussgang» entstand ein 40-seitiges Nachschlagewerk, das weit über ein simples Sammelalbum mit 176 Klebebildern hinaus geht.

Im Mittelpunkt stehen Porträtfotos und Kurzvorstellungen der 80 besten Schwinger des Landes. Das sind gleichzeitig die aussichtsreichsten Anwärter auf einen eidgenössischen Kranz in Frauenfeld. Der Nordwestschweizerische Schwingerverband ist mit elf «Bösen» vertreten, darunter die fünf Solothurner Bruno Gisler, Remo Stalder, Thomas Stüdeli, Thomas Zindel und Damian Zurfluh. Der in Zofingen wohnhafte «Eidgenosse» Guido Thürig freut sich über das Sammelalbum und spricht von einer willkommenen Werbung für den Schwingsport. Er lobt die vielen Informationen auf den 40 Seiten. Weil er schon in früheren Jahren Paninibildli sammelte, ist er ohnehin begeistert von der Idee. «Jetzt beginnen die Schwingfeste. Diese sind ideal für den Tauschhandel.»

In einem einleitenden Kapitel erscheinen alle Schwingerkönige seit der ESV-Gründung 1895. Max Widmer (Walterswil), der 1958 in Freiburg den Königstitel erobert hat, spricht von einem Novum. Er sei bisher noch nie als Klebebild verewigt worden. «Das hat für mich aber keine grosse Bedeutung.» Dennoch gewinnt er dem Album als Nachschlagewerk einen positiven Aspekt ab. Seine beiden Enkel Hannes und Manuel Wilhelm, beides Schwinger, werden die Bildli wohl auch sammeln, vermutet er.

Schwinger vor vollendete Tatsachen gestellt

Hingegen tadelt er den Dachverband, der einmal mehr zu wenig kommuniziert und die Schwinger vor vollendete Tatsachen gestellt habe. Überhaupt macht sich der Walterswiler Sorgen ums Schwingen. Die Kommerzialisierung sei eine Gefahr. «Wenn urchige Leute keinen Platz mehr an Schwingfesten haben, wirds gefährlich.»

Umso mehr spricht «Der König» die traditionsbewussten Schwingerfreunde im ganzen Land an. Am 1. April ist der Verkauf der Alben und Klebebilder angelaufen. Analog der Panini-Bilder beträgt der Preis einen Franken für ein Päckli zu fünf Bildern. Der Vertrieb erfolgt in den nächsten Monaten über die Schwingklubs und Schwingfeste. Bestellungen können auch beim «Schlussgang» und übers Internet unter www.sammelkoenig.ch vorgenommen werden.

Als Verkaufsstellen kommen Schwingerrestaurants und Schwingergeschäfte hinzu. Zum Füllen der 18 000 Alben gelangen 3,168 Millionen Bilder in den Verkauf. Für den Schwingsport ist der Verkauf doppelt interessant: Die bodenständige Sportart erhält zusätzliche Publizität und ein Teil des Erlöses geht an die Klubs und den Nachwuchs.

Meistgesehen

Artboard 1