Er stand im Zentrum und wusste nicht, was er sagen sollte. Was sich in den vorangegangenen rund 45 Minuten ereignet hatte, überstieg die Coolness, welche der 19-jährige Nachwuchstorhüter Flavio Wick gewöhnlich ausstrahlt und die er zuvor auch auf dem Feld manifestiert hatte.

Er wurde zur Symbolfigur des ersten Sieges des HSC Suhr Aarau nach dem Wiederaufstieg in die höchste Liga – eines Sieges nicht gegen einen potenziellen Abstiegskandidaten, sondern gegen das ambitionierte und stark besetzte Kriens.

«Was soll ich sagen?», fragte Wick und zeigte damit, wie ihn das unmittelbar zuvor Erlebte aufwühlte. Er war kurz vor der Pause für den zuvor solide haltenden Routinier Martin Pramuk ins Tor gekommen. Sogleich glückten ihm vier starke Paraden, womit er massgeblich am unerwarteten Umschwung bis zum Pausenpfiff beitrug. 9:14 für die Gäste aus der Innerschweiz hiess es bei Wicks Eingreifen. 16:15 sechs Minuten später. Erstmals führte der Heimklub.

Mutig aufspielender HSC

Und das Hoch hielt auch in der zweiten Halbzeit über weite Strecken an. Bis auf fünf Tore (26:21) bauten die nun konzentriert und mutig aufspielenden HSC-Spieler den Vorsprung bis zur 45. Minute aus. Wick trug mit weiteren starken Paraden massgeblich dazu bei. Und das tat er auch, als sich die Gäste mit aller Kraft der drohenden Niederlage entgegenzustemmen begannen. Knapp zehn Minuten vor Schluss war der Vorsprung auf einen Treffer geschmolzen (27:26).

Wick animierte nun aktiv das Publikum zum Anfeuern. Das Getragenwerden trug ebenso zum Zusammenhalt der ganzen Equipe bei. Der Umschwung fand nicht statt. «Mit dem Publikum im Rücken verstanden wir es, den Überraschungscoup zu landen», strahlte Wick.

Und dazu leistete auch Martin Pramuk Wesentliches: Für drei Siebenmeter war der Standardgoalie nochmals aufs Feld gekommen, zwei parierte er (42. und 57 Minute). Und vom Spielfeldrand aus strahlte er «volles Vertrauen» in seinen jungen Ersatz aus und freute sich mit Wick. «Unglaublich», sagte er staunend immer wieder.

Bei diesem Ausgang liess sich die Anfangsphase rasch vergessen, das frühe 1:4 (10. Minute), das spätere 5:11 (19.), 8:14 (23.) und der vermeintliche Eindruck, Kriens dominiere nach Belieben. «Am Anfang mussten wir untendurch», stellte Misha Kaufmann nach Spielschluss fest, der als dominante Figur auf dem Feld und mit 11 Treffern ebenso massgeblich bei der Resultatkorrektur zugunsten des Heimteams mitwirkte. Überglücklich resümierte er: «Mit einem solchen Torhüter scheint noch viel möglich.»

Suhr-Aarau - Kriens-Luzern 33:28 (16:15)

582 Zuschauer. - SR Anthamatten/Wapp. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegenSuhr-Aarau, 2mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern.

Suhr-Aarau: Pramuk/Wick (ab 24.); Aufdenblatten (3), Josic (5), Kaufmann (11/2), Romann (3), Studer (1), Buholzer (1), Patrick Strebel (1), Zuber (2), Kasapidis (6), Lukas Strebel.

Kriens-Luzern: Portmann/Schelbert; Baumgartner (5), Baviera, Blättler (1), Fellmann (4), Hofstetter (2), Lima, Mühlebach, Schramm (2), Stankovic (2/1), Stojanovic (7/3), Tominec (5).