Pferderennen

Der ultimative Sulkygipfel in Aarau

Titelverteidiger: Der Sieger vom letzten Jahr, Junior du Rib mit Fahrer Jean-Bernard Matthey (Nr.8). (Bild: André Albrecht)

Trabrennen

Titelverteidiger: Der Sieger vom letzten Jahr, Junior du Rib mit Fahrer Jean-Bernard Matthey (Nr.8). (Bild: André Albrecht)

Im Hauptereignis beim dritten Aarauer Renntag kämpfen die besten heimischen Traber um den Meistertitel. Das Traditionsrennen lockt mit einem fetten Preisgeld von 40 000 Franken, mit Ehre und Prestige.

Ernst P. Weiersmüller

Acht Rennen, davon drei mit fünfstelligen Dotationen, bietet die Karte zum sonntäglichen, ersten Herbstrenntag im Aarauer Schachen. Obwohl das Programm in wirtschaftlich besseren Zeiten schon lukrativer ausfiel, darf dank der überragend besetzten Meisterschaft der Traber von einem grossen, attraktiven Renntag gesprochen werden. Der Weg zum einzigen «Schweizer-Meister-Titel» im Pferderennsport führt über 2500 Meter, wird nun zum dritten Mal mit Autostart lanciert und ist mit 40 000 Franken verlockend garniert.

Die Besten der Besten

Zum vierten Mal in Folge geben zehn Sulkystars mit bis in die Haarspitzen motivierten Drivern im wichtigsten Grasrennen der Saison alles, um den Meistertitel einzufahren. Dass im prestigeträchtigsten heimischen Rennen der Zugpferde kein grösseres Feld auf die Reise geht, mag auf den ersten Blick enttäuschen. Aus rein sportlicher Warte ist dies die logische und erfreuliche Folge der Professionalisierung im Trabrennsport. Wenn die Crème de la Crème zum Titelkampf rüstet, hats im 21. Jahrhundert für nostalgische Sehnsüchte und olympische Gedanken keinen Platz mehr.

Erneut «Napoléon»? . . .

Ohne Wenn und Aber thront Napoléon de Bussy als Nummer eins der Schweizer Traberszene in beinahe unantastbarer Höhe. Diese Poleposition verdiente sich der Prachthengst vor allem mit Siegen und erstklassigen Platzierungen in sehr guten französischen Rennen. Der Sulky-Superstar, mit dem sich seine Schöftler Besitzerin Barbara Schneider zum 40. Geburtstag selbst das grösste Geschenk machte (mit einer Gesamtgewinnsumme über 600 000 Franken) triumphierte aber auch vor zwei Jahren in der Meisterschaft.
Nun kommt der Bovay-Schützling mit frischer Siegform aus der Dielsdorfer Inländermeisterschaft zum Big Point und beinahe alles spricht dafür, dass er zusammen mit Driverin Barbara Schneider nachdoppelt. Sucht man nach Tolggen im Reinheft, findet man in der laufenden Saison neben zwei Disqualifikationen auch einen Ehrenplatz hinter Junior du Rib im Avencher Grand Prix de Vitesse.

. . . oder Titelverteidiger «Junior»?

Und genau dieser Junior du Rib scheint nach dem bisherigen Saisonverlauf auch ein heisser Titelanwärter zu sein. Er läuft in den Farben des Aarburger Metzgermeisters Heinz Zaugg. Als Trainer und Driver versteht es Jean-Bernard Matthey, den nicht mehr ganz jungen, blendend aussehenden Dunkelbraunen bei Laune und Moral zu halten.
Titelverteidiger Junior du Rib, der 2009 bereits sieben Siege realisierte und dabei über 60 000 Franken gewann, führt mit klarem Vorsprung auch die Wertung in der CNT-Trophy (Circuit National du Trot) an. Einzig bei seinem letzten Renneinsatz enttäuschte der Millionär mit einer Nullnummer.

Starke Spielverderber

Onic Dream heisst der prädestinierte Spielverderber für das lokale Favoritenduo. Er, der zu Beginn seiner Karriere nur in Avenches gewinnen konnte, und dies vorzüglich auf Sand, aber insgesamt über 20-mal, hat mit Volltreffern in Dielsdorf und im Schachen jüngst Graseignung bewiesen. Tausendsassa Marc-André Bovay ist Trainer, Besitzer und gewiefter Driver des talentierten, aber nicht immer einfachen Franzosentrabers. Er bestreitet seine erste Meisterschaft und besitzt durchaus die Klasse und das Können, um sofort zu reüssieren.
Patricia Felbers Level One Jiel, der spät, aber umso eindrücklicher in Fahrt kam, gehört in seiner Bestform ebenfalls zu den Meisterschaftsaspiranten.
Wäre der Aarauer Schachenkurs nicht relativ klein und eine Rechtsbahn, müsste man den frischen Sieger auf gleicher Höhe wie das Favoritenduo einstufen. Obwohl Ludwig du Martza als Rekordsieger der heimischen Traber nie zu unterschätzen ist, würde ein erneuter Titelgewinn nach 2005 überraschen. Er ist aber immer noch gut genug, um in den Medaillen zu landen.

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