Kunstturnen

Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Giulia Steingruber erlitt Kreuzbandriss

Giulia Steingruber wird mindestens neun Monate nicht mehr Turnen können.

Giulia Steingruber wird mindestens neun Monate nicht mehr Turnen können.

Die 24-jährige Ostschweizerin erlitt am vergangenen Wochenende einen Riss des ovrderen Kreuzbandes im linke Knie sowie einen Meniskus-Anriss und eine mögliche Mini-Fraktur der Tibia. Steingruber verpasst damit sowohl die EM, als auch die WM im laufenden Jahr.

Die Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Giulia Steingruber erlitt am Samstag am Dreiländerkampf in Saint Etienne einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie. Was die Verletzung für ihre Karriere bedeutet, ist offen. Sie wird mindestens neun Monate ausfallen.

Neben dem Kreuzbandriss zog sich Steingruber auch noch einen Anriss des Meniskus und eine mögliche Mini-Fraktur des Schienbeins zu, wie eine erste MRI-Untersuchung am Montag in Biel ergab. Wann Steingruber operiert wird, entscheiden die Ärzte nach einer zweiten Untersuchung am Dienstag.

Das Malheur hatte sich am Samstag bei der Landung nach einem gestreckten Doppelsalto rückwärts am Boden ereignet. "Die Enttäuschung ist riesig", liess sich Steingruber in einem Communiqué des Schweizerischen Turnverbands zitieren. "Ich war gut in Form und voll motiviert für die kommenden Titelkämpfe." Die Europameisterschaften im August in Glasgow wird die fünffache Europameisterin ebenso verpassen wie die Weltmeisterschaften Ende Oktober in Doha.

Wann und ob die 24-Jährige wieder auf die Wettkampfbühne zurückkehren wird, ist offen. Gerade am Sprung und am Boden, den Spezialdisziplinen Steingrubers, sind die Knie einer extremen Belastung ausgesetzt. "Was die Verletzung für meine Karriere bedeutet, weiss ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht", so Steingruber. Sie hoffe erst einmal, dass die Operation gut verlaufen werde. "Danach brauche ich ein paar Tage Ruhe, um den Schock zu verdauen." Als langfristiges Ziel hatte die Olympia- und WM-Dritte am Sprung jeweils die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio deklariert.

Für den Schweizerischen Turnverband ist der Ausfall seiner Vorzeigeathletin ein herber Verlust. "Die Verletzung ist ein grosser Schock für die Schweizer Turnfamilie", sagte Felix Stingelin, der Chef Spitzensport des STV. "Das Giulia kurz vor der EM eine solche Verletzung erleidet, tut weh."

Gerade an europäischen Titelkämpfen war Steingruber in den letzten Jahren ein Garant für Edelmetall. Von 2012 bis 2016 holte sie insgesamt neun EM-Medaillen (fünf Titel). Im letzten Jahr hatte sie erstmals eine EM verpasst, nachdem sie sich Anfang 2017 einer Operation am Fussgelenk hatte unterziehen müssen.

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