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Warum die 49ers noch kein heisser Anwärter auf den Super Bowl sind

Das «Run Game» der 49ers war gegen die Seahawks nicht sonderlich effektiv.

Das «Run Game» der 49ers war gegen die Seahawks nicht sonderlich effektiv.

Die bisher ungeschlagenen San Francisco 49ers verlieren zum ersten Mal in dieser Saison ein Spiel gegen die Seattle Seahawks. Bei der Niederlage in der Nacht auf den Dienstag wird ersichtlich, warum das hochgelobte Team von der Westküste noch kein «Super-Bowl-Contender» ist.

In keiner Liga der Welt werden Teams so schnell gehypt wie in der NFL. Will heissen, reiht ein Team ein paar Siege aneinander spricht man schnell von einem «Super-Bowl-Contender». 

In diesem Jahr trifft dies San Francisco 49ers zu, die bis zu diesem Spieltag alle Spiele (8-0) gewonnen hatten. Bockstarke Defense (14,3 zugelassene Punkte pro Spiel, zweitbester Wert) zudem mit Nick Bosa den heissesten Anwärter auf den «Defensive Rookie of the Year»-Titel und das drittgefährlichste «Run Game» der Liga. 

Es läuft also wortwörtlich bei den 49ers. Quarterback Jimmy Garoppolo (auch bekannt als Jimmy G) konnte sich bis zu diesem Spieltag immer auf seine Runningbacks Matt Breida, Tevin Coleman und Raheem Mostert verlassen. Wer das Trio nicht in den Griff bekam, der kriegte ordentlich Yard eingeschenkt. 

Was aber passiert, wenn das Laufspiel gestoppt wird, wurde nun ausgerechnet in der Woche 10 gegen Erzrivale Seattle Seahawks ersichtlich. Bei der 24:27-Niederlage (nach Overtime) im «Monday Night Football»-Spiel hinterliess vor allem Quarterback Jimmy G keinen guten Eindruck. 

Vor dem Spiel machte Garoppolo noch Faxen, nach dem Spiel war er bedient.

Keine «Big Plays»

Jimmy G erwischte einen gebrauchten Abend, wirkte oft überhastet, warf ungenaue Pässe und verursachte damit drei Turnovers. 

Diese Szene gab auch noch zu reden: Seahawks Geno Smith wählt beim Coin Toss vor der OT die falsche Seite und gewinnt trotzdem.

Natürlich muss dabei auch berücksichtigt werden, dass mit der Abwesenheit von George Kittle und dem frühen Ausfall von Emmanuel Sanders zwei wichtige Anspielstationen für Jimmy G fehlten.

Allerdings muss ein guter Quarterback mit Super-Bowl-Ambitionen in solchen Situationen mit sogenannten «Big Plays» den Unterschied ausmachen können. Dies ist ihm gegen die Seattle Seahawks definitiv nicht gelungen. 

Dicker Fünfjahresvertrag für «Golden Boy»

Nun darf man sich – nach all dem Hype – natürlich die Frage stellen, ob die 49ers mit Garoppolo tatsächlich ein Anwärter auf das Endspiel sind. Bisher genoss der 28-jährige Quarterback und zweimalige Super-Bowl-Sieger (als Backup von Tom Brady) nämlich sehr viel Ansehen in San Francisco. 

Der Quarterback konnte während vier Jahren «Ausbildung» beim Liga-Primus New England Patriots unter Tom Brady und Bill Belichick zum Franchise-QB «heranreifen». Nach insgesamt 17 Einsätzen in drei Spielzeiten schlugen die 49ers während der Saison 17/18 zu und sicherten sich die Dienste von Garoppolo. 

Und dieser lieferte an der Westküste gleich ab: Fünf von sechs Partien entschieden die 49ers mit Jimmy G für sich. San Francisco hatte einen neuen Publikumsliebling und der «Golden Boy» (so nennen ihn die Fans) erhielt einen dicken Fünfjahresvertrag mit einem Verdienst von 27,5 Millionen Dollar pro Jahr. 

Mit solchen Aktionen begeisterte Jimmy G das Publikum in der Saison 17/18.

Nicht mehr der Gleiche 

Doch seit dem Ende der Saison 17/18 schweben Fragezeichen über Jimmy G. In der vergangenen Spielzeit erlitt die neue 49ers-Hoffnung bereits in Woche 3 einen Kreuzbandriss und fiel für den Rest der Saison aus. 

Und obwohl die San Francisco 49ers nun eine beeindruckende Saison zeigen, musste Garoppolo wegen dem ausgezeichneten «Run Game» bisher nur selten das Team auf den eigenen Schultern tragen. Dementsprechend bleibt er auch nach dem verlorenen Spiel gegen die Seahawks den Beweis schuldig, dass er für den Unterschied sorgen kann, wenn die Runningbacks nicht zünden. 

Kann sich Garoppolo in dieser Saison noch steigern?

Kann sich Garoppolo in dieser Saison noch steigern?

Deutlicher wird dies bei einem Blick auf die Statistiken: Egal, ob Yards, Touchdowns oder Completions: Jimmy G ist überall nur durchschnittlich. Beachtet man dazu noch, dass die San Francisco 49ers bisher eher einfachere Gegner hatten, so wird offensichtlich, dass Garoppolo seit seinem Kreuzbandriss nicht mehr (oder noch nicht) der gleiche Quarterback ist. 

Mit den Green Bay Packers, Baltimore Ravens und den New Orleans Saints warten in den nächsten vier Wochen gleich drei grosse Brocken auf die 49ers. Spätestens dann sollte klar werden, ob sich das Team mit ihrem «Golden Boy» wirklich auf Super-Bowl-Kurs befindet. 

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