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«Vom Gefühl her wie ein Testspiel»: Der FC Basel spielt in der Europa League gegen Frankfurt vor leeren Rängen

Coach Marcel Koller im gestrigen Abschlusstraining in Frankfurt.

Coach Marcel Koller im gestrigen Abschlusstraining in Frankfurt.

Das Achtelfinal-Hinspiel des FC Basel gegen Eintracht Frankfurt steht ganz im Zeichen des Corona-Virus.

Eigentlich ist alles klar. Stand Mittwochmorgen während der Pressekonferenz des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt und Vertretern der Eintracht. Und Stand Mittwochmittag, als die Pressekonferenz mit Frankfurt-Trainier Adi Hütter und dem Schweizer Nationalspieler Djibril Sow durchgeführt wird. Die beiden Exponenten des heutigen Gegners des FC Basel im Achtelfinals der Europa League sprechen von der Freude, ein letztes Mal vor Fans spielen zu können – «wahrscheinlich für lange Zeit», wie Hütter noch extra anmerkt. Man werde und müsse dies «geniessen, geniessen, geniessen», so der Ex-YB-Meistertrainer weiter.

Doch nur vier Stunden später, um kurz nach 17 Uhr am Mittwochnachmittag, ist alles anders: Das Spiel zwischen Frankfurt und dem FCB findet doch ohne Zuschauer statt. Geisterspiel statt «ausdrücklichem Grenzfall», wie das Spiel am Morgen noch bezeichnet wurde. «Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich stündlich alles ändern kann», merkt FCB-Medienchef Simon Walter treffend an. Statt vor 47000 Zuschauern – davon 2660 Fans aus Basel – findet das erste Pflichtspiel des FC Basel nach zwei Wochen Pause doch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der plötzliche Umschwung überrascht – und eben doch gar nicht. In Zeiten, in denen nur eine minime Veränderung alles ins Kippen bringen kann, muss mit allem gerechnet werden. Die Gründe für den neuerlichen Entscheid liefert der FCB auf seiner Homepage: «Aufgrund der neuen Infektionslage im Kanton Basel-Stadt und dem angrenzenden Elsass» sei der Ausschluss der Öffentlichkeit vom Frankfurter Gesundheitsamt verfügt worden. Noch am Morgen waren die Krankheitsraten Hessens und Basels so niedrig, dass eine Durchführung lediglich mit diversen Auflagen angedacht war.

Der FC Basel reiste unter Quarantäne nach Frankfurt

Der FCB hatte zuvor schon diverse Massnahmen ergriffen. So reiste das Team unter Quarantäne nach Frankfurt – und damit erstmals in der Neuzeit ohne Fans und Journalisten im Flieger. Das Treffen von Medienschaffenden und Spielern nach der Partie in der sogenannten «Mixed Zone» wurde bereits am Morgen abgesagt. Die Schliessung für die Öffentlichkeit am frühen Abend ist nur die logische Folge. «Dieser Entscheid tut uns natürlich für alle Basler und Frankfurter Fans sowie für beide Mannschaft enorm leid», erklärt Walter gestern und bittet die Basler Fans, zu Hause zu bleiben.

So steht für den FC Basel heute ein Hinspiel an, das einen sehr sonderbaren Charakter haben wird. Erstmals seit dem Geisterspiel gegen Valencia im Jahr 2014 muss er vor leeren Rängen auflaufen. Captain Valentin Stocker, der damals auch schon mit dabei war, spricht «von einem ganz speziellen Gefühl», welches bei einem Geisterspiel aufkomme. «Es ist ein sehr wichtiges Spiel und dennoch ist es vom Charakter und vom Gefühl her wie ein Testspiel.»

Der FCB hat diesen Fall am Wochenende im Rahmen eines Testspiels im leeren Joggeli gegen Schaffhausen getestet. Die Mannschaft wisse daher, «wie wir den richtigen Schalter umlegen müssen und dass wir an unsere Leistungsgrenzen gehen müssen.» Damit ist im Vorfeld so viel geklärt, wie eben geklärt werden kann. Es wäre eigentlich alles bereit für dieses Hinspiel. Eigentlich. Denn wer weiss, was noch kommt.

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